Digitalisierung:Anwendbarkeit kognitiver Systeme in der Lieferantenauswahl

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Wirtschaft
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Digitalisierung , Lieferantenwahl
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Der Prozess der Lieferantenauswahl soll optimalerweise transparent, objektiv, schnell und nachvollziehbar ablaufen. Diese Ziele würden durch kognitive Systeme erreicht. Die Systeme lassen sich nicht durch Intuition, Vorurteilen, etc. beeinflussen und durch die Visualisierung der Ergebnisse werden die Analysen und Bewertungen transparent und für jeden, der sich mit den Systemen auskennt, nachvollziehbar dargestellt. Eine angemessene Aufwand-Nutzen-Relation wäre gegeben, da die Routinearbeit, wie Analysen und Bewertungen der Lieferanten von dem System übernommen werden und dem Anwender Zeitersparnisse einbringt. Das Ziel die Versorgungssicherheit der benötigten Produkte zu garantieren, kann durch einen Trust-score umgesetzt werden, der das Risiko Lieferanteninsolvenz, etc. minimiert. Die Kostensen-kung hingegen kann nicht durch das System übernommen werden, da der Einkäufer auch wei-terhin die Konditionen selbst verhandeln muss. Weitere Ziele, die durch das Unternehmens-ziel bestimmt werden, wie zum Beispiel kurze Lieferzeiten, langes Zahlungsziel und Qualität können durch die entsprechende Definition von Kriterien umgesetzt werden. Unternehmens-interne Informationen können zum Teil in den Prozess miteinbezogen werden, allerdings nur die, die korrekt und in digitaler Form erfasst wurden. Ein großer Schwachpunkt zu diesem Zeitpunkt ist die Zuverlässigkeit. Dieses Ergebnis spiegelt auch die derzeitige Wirtschaft wie-der, da bisher nur wenige Unternehmen über ein solches System in der Beschaffung verfügen. Die Technologien müssen weiterentwickelt werden, um genügend Rechnerleistung für einen ungestörten Verlauf des Prozesses zu ermöglichen. Die Algorithmen müssen verbessert wer-den, um zum Beispiel Fehlinformationen nicht zu berücksichtigen und die Qualität der Infor-mationsquellen richtig bewerten zu können. Selbst wenn diese Schwachstellen ausgemerzt werden, gibt es Anfangsschwierigkeiten, da der Prozess die kognitiven Systeme zu trainieren, viel Zeit in Anspruch nimmt und zu Beginn häufig nicht die benötigten Ergebnisse hervor-bringt. Sobald diese Probleme gelöst werden und das System ausreichend trainiert wurde, bietet es viele Vorteile, vor allem in der Lieferantenauswahl. Der Einkäufer wird durch die Abnahme der Routineaufgaben entlastet und kann sich um strategische Probleme und Ausnahmefälle kümmern. Darüber hinaus kann die frei verfügbare und wertvolle Informationsmenge in grö-ßerem Umfang ausgenutzt werden. Dies ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Chancen und Risiken, die die Lieferanten bergen. Das System kann ähnlich, wie der Mensch die Liefe-ranten analysieren und bewerten, Zusammenhänge herstellen und detailliert analysieren ohne dabei müde zu werden. 34 Kognitive Systeme sind eine finanzielle und zeitaufwendige Investition. Die Systeme lohnen sich daher auf lange Sicht überwiegend für Unternehmen, die viel Zeit in Analysen und Be-wertungen von Lieferanten stecken. Das betrifft zum Beispiel Unternehmen, die eine Vielzahl von Lieferanten benötigen. Unternehmen, die mit wenigen Lieferanten auskommen, sollten die Lieferantenauswahl, wie bisher selbst durchführen. Eine weitere Möglichkeit wäre für diese Unternehmen, sich einer Lieferantenplattform mit einem kognitiven System zu bedie-nen, wie die der Scoutbee GmbH. Denn der Zeit- und Kostenaufwand, in eigene Systeme zu stecken wäre viel höher als der Nutzen durch die Anwendung dieser Systeme. Schlussendlich gilt, die Systeme und Algorithmen vorerst weiterzuentwickeln, bevor große Summen in die Anwendung gesteckt wird, wenn dies vorangeschritten ist und die Schwachstellen behoben wurden, bieten die kognitiven Systeme viele Vorteile, um dem Anwender bei der Lieferanten-auswahl zu assistieren.

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