Prävalenz und Inzidenz von Gastritis und Sodbrennen sowie deren Arzneimitteltherapie in der Heinz Nixdorf Recall Studie (HNRS)

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Prävalenz , Magenschleimhautentzündung , Refluxösophagitis , Pharmakotherapie
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Einleitung Die Gastritis und die Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) sind die häufigsten Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts (OGIT) in nordrheinischen, allgemeinmedizinischen Praxen. Sodbrennen/Reflux gehört zu deren Leitsymptomen, welches primär bei 60- bis 69-Jährigen auftritt. Gastritis und GERD schränken die Lebensqualität ein und bieten ein zunehmend karzinogenes Potential. Protonenpumpeninhibitoren (PPI) gelten als das effektivste Arzneimittel zur Behandlung von gutartigen Erkrankungen des OGITs und sind weltweit die meist verschriebene Wirkstoffklasse ihrer gesamten Arzneimittelgruppe „ATC A02“. PPI stehen in der aktuellen Literatur zur Diskussion, aufgrund ihrer nicht abschätzbaren Langzeitwirkungen und dem Potential zur Übernutzung. Der Bevölkerungsanteil potentieller PatientInnen und PPI-AnwenderInnen wächst zudem rapide an. Methode Die Heinz Nixdorf Recall Studie (HNRS) ist eine prospektive, geschlossene, bevölkerungsbasierte, 14-jährige Kohortenstudie, welche die Gesundheit der Bevölkerung des Ruhrgebiets im Alter von 45 bis 76 Jahren im Zeitraum von 2000 bis 2014 erforscht. Die Stichprobe umfasst 3076 ProbandInnen (48.6 Prozent Männer, 51.4 Prozent Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren und einem durchschnittlichen BMI von 27.5kg/m² zur Basiserhebung. Berechnet wurde die Lebenszeitprävalenz der Gastritis bis 2002, die kumulative fünf- Jahres Inzidenz der Gastritis von 2000/03 bis 2005/08, die Lebenszeitprävalenz von Reflux/ Sodbrennen bis 2013, die zwölf-Monats Periodenprävalenz von Reflux/Sodbrennen 2013, die Punktprävalenz der A02- und PPI-Therapie 2002, 2007 und 2013 sowie die kumulative zehn-Jahres Inzidenz der A02- und PPI-Therapie. Die Ergebnisse wurden anhand der Referenzpopulation der alten Europastandardbevölkerung WHO 1990 altersstandardisiert und je Geschlecht nach Alter (45-<55, ≥55-<65, ≥65->75), Wohnort (Mühlheim, Essen, Bochum), BMI (<18.5 kg/m², ≥18.5-<25 kg/m², ≥25-<30 kg/m², ≥30 kg/m²) und Schulabschluss (kein Abschluss, Haupt-/Volksschule, Realschule/Polytechnische Oberstufe, fachgebundene/ allgemeine Hochschulreife) stratifiziert. Zudem wurde der altersstandardisierte Anteil der ProbandInnen, die eine Kombinationsmedikation aus einem Arzneimittel der ATC A02 Gruppe und einem NSAR oder ASS einnehmen errechnet. Die Auswertung fand mit dem statistischen Analyse-System (SAS) 9.4 statt. Die Missings, die unplausiblen Werte sowie der Non- Responder-Report wurde untersucht und weitere Referenzwerte herangezogen. Ergebnisse 29.4 Prozent der Männer und 33.3 Prozent der Frauen hatten jemals eine Gastritis. Jeweils 14.6 Prozent hatten jemals Sodbrennen/Reflux. 2002 waren 60 Prozent aller A02-Therapien auf PPI zurückzuführen, 2013 betrug der PPI-Anteil bereits 90 Prozent. Insgesamt stieg die Prävalenz der A02-Therapie von rund 6 auf 8 Prozent. Der Anteil der Kombinationsmedikationen liegt im Verlauf der Zeit und Geschlecht zwischen 10 und 20 Prozent. Frauen erkrankten häufiger als Männer und nahmen ebenfalls mehr Medikamente der Arzneimittelgruppe ATC A02 sowie PPI ein. Unterschiede in den einzelnen Strata wurden ersichtlich.

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