Postpartale Depression – Ein Aufgabenbereich der Hebammenbegleitung im Wochenbett? Ergebnisse einer Umfrage in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Pflege und Management
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Wochenbett, Hebamme, Depression
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialdienste, Versicherungen

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund und Fragestellung Mit einer Prävalenz von 10-15% ist die Postpartale Depression (PPD) die häufigste psychische Erkrankung im Kontext von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Ihre gravierenden Folgen bei unentdecktem Verlauf machen es in Hinblick auf die Gesundheit von Mutter und Kind notwendig, die PPD frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Insbesondere Hebammen scheinen u.a. aufgrund ihres engen Vertrauensverhältnisses zu den Frauen die idealen Schlüsselpersonen für die Erkennung einer PPD zu sein. Diese Arbeit ermittelt das Zuständigkeitsgefühl der in der Wochenbettbetreuung tätigen Hebammen für diese Rolle und erfasst den derzeitigen Umgang der Hebammen mit psychosozialen Belastungen sowie einer PPD bei den betreuten Frauen. Material und Methodik Für diese Arbeit wurden insgesamt N=2051 Hebammen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen angeschrieben und befragt, die in der Wochenbettbetreuung tätig sind. Mittels eines Onlinefragebogens wurde der derzeitige Umgang mit der Diagnostik, Weitervermittlung und Behandlung von PPD und psychosozialen Belastungen durch die Hebammen ermittelt. Ergebnisse Insgesamt nahmen n=165 Hebammen an der Befragung teil (Rücklaufquote: 8,04%). Sie fühlen sich mehrheitlich (95,1%) für die Erkennung und Weitervermittlung an PPD erkrankter Frauen zuständig. Die Hebammen geben an, PPD meist (88,5%) in persönlichen Gesprächen zu thematisieren, 41,2% nutzen dafür einen Fragebogen. Die Weitervermittlung bei Anhaltspunkten für eine PPD erfolgt bei 55,2% an ärztliche Akteure des Gesundheitswesens, gleichwohl die Zufriedenheit mit der Weiterbetreuung durch die Gynäkolog*innen nur eingeschränkt positiv beschrieben wird. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten (64,8%) stimmen einem Zuständigkeitsgefühl für die Erkennung und Unterstützung psychosozial belasteter Frauen zu. Hebammen zeigen hier bereits ein breites Wissensspektrum wie die belasteten Frauen gut weitervermittelt und -versorgt werden können, z.B. an Beratungsstellen, Projekte der Frühen Hilfen, Familienhebammen etc. Sie wünschen sich jedoch mehrheitlich mehr Anerkennung ihrer Leistung durch bessere Bezahlung und äußern Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Versorgungssituation der Frauen. Grundsätzlich sehen sich die Hebammen für die Erkennung psychosozialer Belastungen oder an PPD erkrankter Frauen zuständig, leisten bereits einen wichtigen Beitrag für die Mutter-Kind-Gesundheit und zeigen zusätzlich Bereitschaft, an der Verbesserung der Versorgung von belasteten Frauen mitzuwirken.

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