Behindertenhilfe im Reformprozess - Entwicklung und Potenziale

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Dokumentart: Journal (Komplette Ausgabe eines Zeitschriftenheftes)
Institut: Department Soziale Arbeit
Schriftenreihe: standpunkt : sozial
Bandnummer: 3/2006
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Behindertenhilfe
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialdienste, Versicherungen

Kurzfassung auf Deutsch:

Das vorliegende Heft soll dem/der Leser/in die Möglichkeit geben, sich in zentrale Aspekte und Fragestellungen der aktuellen Entwicklung einzulesen und die Behindertenhilfe in ihrem Reformprozess mit allen Potenzialen und Entwicklungen kennen zu lernen. Wir beginnen zunächst mit theoretischen Beiträgen zu professionellen und disziplinären Aspekten der Sozialen Arbeit. Dieter Röh beschäftigt sich zunächst mit der Bedeutung eines neuen Paradigmas, nämlich der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) der Weltgesundheitsorganisation, und zeigt seine besondere Nähe zu einem Modell der Gemeinweseneinbindung, welches für die Frage der Inklusion von Menschen mit Behinderungen von großer Bedeutung sein wird, auf. In einem weiteren Artikel wird er dann die Möglichkeiten und Grenzen der Ambulantisierung anhand des Empowermentverständnisses ausleuchten. Im Anschluss daran beschreibt Kai-Uwe Schablon das theoretische Gerüst des „Community Care“, einem Modell der Gemeinweseneinbindung, für die Frage der Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Im Beitrag von Peter Gitschmann werden dann aus sozialpolitischer bzw. sozialbürokratischer Sicht die neuen Herausforderungen und Perspektiven der Eingliederungshilfe betrachtet und die verschiedensten Veränderungen der näheren Zukunft dargestellt. Klaus-Peter Judith zeigt uns in seinem Beitrag schließlich, dass Ambulantisierung keineswegs ein Sparmodell ist, da die ambulante Begleitung von Menschen mit Behinderungen ebenfalls intensive Beratungs- und Unterstützungsmodelle benötigt. Im Weiteren skizzieren Petra Weber und Dieter Röh ein Evaluationsprojekt im Rahmen der Ambulantisierung bei einem Träger in Hamburg. Dem interdisziplinären Ansatz von Pflege und Sozialer Arbeit folgend, nehmen uns Änne-Dörthe Jahncke-Latteck und Petra Weber auf eine gedanklich Reise mit zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden beider professionellen Zugänge. Ergänzt wird dieser Teil durch die Darstellung von Olaf Wahls, der uns Auszüge und Ergebnisse aus seiner Diplomarbeit zur außerbegrifflichen Kommunikation präsentiert. Die gelebte Praxis der Behindertenhilfe zeigt sich in dem letzten Teil des Schwerpunktteils, wenn zunächst von Theodorus Maas und Wolfgang Scharenberg über den jüngst in Alsterdorf stattgefundenen „Community-Living-Kongress“ berichtet wird. Aus Sicht der Betroffenenbewegung werden dann Gerlef Gleiss von Autonom Leben und Barbara Vieweg von der Interessensvertretung Selbstbestimmt Leben e.V. ihre Arbeit bzw. ein Heimbau-Moratorium vorstellen. Wie Behindertenhilfe innovativ agieren kann, zeigen dann Dunja Wörthmann, die das gemeinwesenorientierte Angebot „treffpunkt. altona“ vorstellt, und Thomas Framheim, indem er ein Angebot für ältere Menschen mit Behinderungen beschreibt. Einen Bericht über das das Trägerübergreifende Budget, so wie es in einer Umsetzung in Schleswig-Holstein vorgesehen ist, gibt uns Franz Kiefer, und schließlich erläutert Karin Böseler, wie Musiktherapie als Erlebnis und seelische Unterstützung wirken kann. Die Vielzahl und Verschiedenheit der Beiträge zeigt, dass in der Behindertenhilfe mittlerweile sowohl theoretisch, als auch praktisch-konzeptionell und strukturell einiges in Bewegung und vieles zu bedenken, neu zu denken und zu verändern ist. Die Fakultät Soziale Arbeit und Pflege der Hochschule für Angewandte Wissenschaften möchte dazu ihren Teil in Theorie, Ausbildung und Forschung beitragen, und ich hoffe auf eine gute, gedeihliche und für die Bedürfnisse der betroffenen Menschen hilfreiche Tätigkeit in der nächsten Zeit.

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