Empirische Untersuchung von emotionalen Reaktionen im Prozess der Informationsrecherche im Web

URL
Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Information
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Online-Recherche , Intuition
DDC-Sachgruppe: Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Mit dieser Arbeit wird ein Überblick über Konzepte und Forschungsergebnisse zur emotionalen Ebene bei der Web-Informationssuche gegeben und in einer qualitativen Studie eine beobachtende Perspektive auf affektive Phänomene entlang des Websuchprozesses eröffnet. Eine Literaturanalyse identifiziert Unsicherheit, Nutzerzufriedenheit, Selbstwirksamkeit, Flow und Coping als relevante Erklärungskonzepte für emotionale Vorgänge bei der Informationssuche. Flow und Selbstwirksamkeit zeigen sich in der Übersicht über Forschungsergebnisse als besonders geeignet zur Übertragung auf affektive Phänomene im Kontext der Websuche. Die qualitative Studie geht mit den Methoden der passiv teilnehmenden Beobachtung und der Thinking Aloud Methode den Fragen nach Art, Häufigkeit und Intensität von Gefühlsausschlägen während der thematischen Websuche nach. Zudem werden die Auslöser von emotionalen Reaktionen und der Zusammenhang zwischen Gefühlsausschlägen und bestimmten Aktionsmerkmalen untersucht. Die Websuche zeigt sich als emotional intensive und nuancenreiche Tätigkeit. Die besonders häufigen Auslöser von Gefühlsausschlägen stehen in enger Beziehung zu erwarteter Relevanz und Relevanzbewertung. Bei Auslösern von besonders intensiven emotionalen Reaktionen spielt der optische Eindruck einer Webseite (Strukturiertheit und Layout/Bilder) eine wichtige Rolle. In der Untersuchung von Gefühlsausschlägen in ihrem Verhältnis zu Aktionsmerkmalen wurde deutlich, dass während langer Interaktionsepisoden mit Suchmaschinen signifikant häufiger negative Gefühlstendenzen zu beobachten sind als positive. Weiterer Untersuchungsbedarf zeigt sich vor allem in der Frage der Rolle affektiver Vorgänge innerhalb des Relevanzkonzeptes. Eine Konkretisierung des Begriffes „Affektive Relevanz“ wird angeregt. Methodische Grenzen ergeben sich durch die eingeschränkte Erfassbarkeit nicht expliziter Gefühlsausschläge und die begrenzte Objektivierbarkeit bei der Identifizierung von Gefühlsausprägungen.

Hinweis zum Urherberrecht

Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datenenetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das Urheberrechtsgesetz (UrhG). Insbesondere gilt:

Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (Paragraph 53 Urheberrecht). Die Herstellung und Verbreitung von weiteren Reproduktionen ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet.

Der Benutzer ist für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und kann bei Mißbrauch haftbar gemacht werden.