Surveillance meldepflichtiger Infektionskrankheiten unter Berücksichtigungdes Migrationsstatus in Deutschland

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Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Migration , Deutschland , Infektionskrankheit
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Der Anteil der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund in Deutschland nimmt stetig zu. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass es bei der Ausbreitung von Infektionskrankheiten ein Ungleichgewicht zu Ungunsten der Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund gibt. Um diese behandeln und eindämmen zu können ist eine Betrachtung bevölkerungsspezifischer Infektionsdaten von großer Bedeutung. Diese Arbeit beschreibt zunächst die interessierende Bevölkerungsgruppe und das Surveillancesystem in Deutschland. Desweiteren wurden verfügbare Datenmaterialen und eine Auswahl relevanter meldepflichtiger Infektionskrank-heiten im Bezug auf die Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund ermittelt und eine migrationsspezifische Darstellung der gewonnenen Daten durchgeführt. Ziel ist das Aufzeigen von Lücken in der erforderlichen Datenverfügbarkeit und die Diskussion möglicher Lösungsansätze. Um die Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund im Bezug auf Infektionskrankheiten vergleichen zu können, wurden Inzidenzen für HIV und Tbc berechnet. Die Daten stammen aus Datenbanken des Robert Koch Institutes, Ausländerzentralregisters und des statistischen Bundesamtes. Die Daten wurden deskriptiv analysiert und unter Berücksichtigung des Migrationshintergrundes dargestellt. Die dargestellten Ergebnisse bestätigen mit Einschränkungen das Ungleichgewicht in der Verteilung von Infektionskrankheiten in den betrachteten Bevölkerungsgruppen in Deutschland. Allerdings unterliegt die Analysemethode einigen Limitationen. Die ermittelten Datenquellen aus amtlichen Statistiken sowie aus der Gesundheitsberichterstattung ergeben ein nicht einheitliches Bild im Bezug auf bestehende Merkmale zum Migrationshintergrund; der Begriff wird unter-schiedlich operationalisiert. Eine Aussage über die tatsächliche Höhe des Ausmaßes bezüglich der Beeinflussung der Verteilung von Infektionskrankheiten durch einen Migrationshintergrund, lässt sich auf Grundlage der vorhandenen Daten nicht machen. Hierfür wäre eine einheitliche Erfassung des Migrationshintergrundes, sowohl in amtlichen Statistiken, als auch bei der Fallerfassung, erforderlich.

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