Ärztliche Entscheidungen bei eingeschränkten RessourcenEine qualitative Befragung niedergelassener Ärzte

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Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2010
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Entscheidung , Arzt , Ressourcenmanagement
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben aus unterschiedlichen Gründen seit den 1970er Jahren mit immer schneller steigenden Beiträgen zu kämpfen. In naher Zukunft werden die westlichen Industrienationen mit massiven Herausforderungen für die Finanzierung der Sozialsysteme konfrontiert sein. In den 1990er Jahren wurden in Deutschland erstmals Rationierungsmechanismen zur Bewältigung dieser Probleme erwähnt. Durch die heute angewendeten Mechanismen der Mengensteuerung kommt es laut diversen Studien bereits zumindest zu einer impliziten Rationierung von Versicherungsleistungen der GKV. Diese durchzuführen liegt am Schluss bei den behandelnden Ärzten auf der Mikroebene, entgegen der traditionellen Arztrolle die jedem Patienten alles zur Gesundung notwendige zukommen lassen will. Viele Untersuchungen haben Rationierungen von Gesundheitsleistungen im stationären Sektor beschrieben. Der ambulante Sektor hingegen wurde nur wenig erforscht. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Problemen, die niedergelassene Ärzte aufgrund immer eingeschränkterer Ressourcen bewältigen müssen. Mit der Grundannahme einer impliziten Rationierung wurden die genutzten Rationierungsmethoden und andere Bewältigungsstrategien, sowie moralische Belastungen, die so ausgelöst werden könnten, in 9 nicht repräsentativen, qualitativen Interviews untersucht. Hierbei wurde auch auf die Auslegung von entsprechenden Gesetzen und eine Einschätzung der Zuständigkeit der Mikroebene für Rationierungen eingegangen. Nach einer kurzen Sichtung der Literatur wurde ein Leitfaden für persönliche, narrative Interviews von 60 – 90 Minuten Länge erstellt. Die Aufzeichnungen erfolgten handschriftlich und die Reinschrift wurde den Befragten auf Wunsch zur Freigabe vorgelegt. Die Analyse erfolgte ebenfalls von Hand und wurde mit hermeneutischen Methoden durchgeführt. Die Befragten sind der Meinung, dass die Ressourcen im Gesundheitssystem ausreichend sind wenn sie nur richtig verteilt werden. Trotzdem wurden in der kleinen Stichprobe konkrete Fälle genannt, bei denen aufgrund der durch Budgets begrenzten Ressourcen Patienten zu Schaden gekommen sind. Verschiedene Rationierungsmethoden werden im ambulanten Bereich genutzt. Viele Teilnehmer leiden unter moralischen Belastungen, die auf Budgetierung zurück geführt werden können.

Kurzfassung auf Englisch:

The statutory health insurance funds in Germany are struggling for different reasons with faster growing contributions since the 1970’s. In the near future the western industrialized nations will face severe challenges for financing the social systems. In the 1990’s in Germany where published the first recording of rationing mechanisms to address these problems. Through the mechanisms used today for rate control, according to various studies, there is already at least an implicit rationing of insurance benefits in the statutory health insurance funds. To accomplish these it is carried out at the end to the treating physicians at the micro level, contrary to the traditional role of the doctor that wants to provide everything necessary to recovery. Many studies have described rationing of health care in the inpatient sector. The outpatient sector, however, has been studied little. The present work deals with problems the doctors due to a narrower range of resources have to manage. With the assumption of an implicit rationing, the use of rationing methods and other coping strategies, and moral pressures that could be triggered by it where examined in 9 non-representative, qualitative interviews. This was also the interpretation of relevant laws and an assessment of responsibility of the micro-level for rationing. After a brief literature review a guide to personal, narrative interviews of 60 - 90 minutes length was created. The recordings were made by hand, and the fair copy was presented to respondents on request for release. The analysis also was performed manually and was carried out by using hermeneutic methods. The respondents are of the opinion that the resources in the health system are sufficient if they are distributed properly. Despite the small sample specific cases have been identified in which harm to patients because of limited budget resources. Different rationing methods are used in the outpatient setting. Many of the participants suffer from the moral burdens that may be brought back to budgeting.

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