Vergleichende Erfassung des Artenspektrums verschiedener Hamburger Fließgewässer mittels künstlicher Besiedlungselemente

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Umwelttechnik
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Hamburg , Fließgewässer , Artenreichtum
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Bäche und Flüsse werden wieder sauberer, da die Belastung durch Abwässer wesentlich gesunken ist. Heutzutage rückt immer stärker das Problem von fehlendem Substrat in den Vordergrund. In einem eintönigen Gewässerbett findet sich keine Artenvielfalt an Makrozoobenthos. Diese Tierklasse bildet einen wichtigen Indikator für die Gewässergüte. Durch die neuen Fristen im Wasserrecht, im speziellen in der Wasserrahmenrichtlinie, ist Handlungsbedarf entstanden. Der dort geforderte gute ökologische Zustand der Fließgewässer erfordert Renaturierungsmaßnahmen in den Gewässern und um diese herum. Im Rahmen dieser Arbeit sollen naturnah gestaltete künstliche Besiedlungsräume entwickelt werden, die für eine Beprobung des Makrozoobenthos genutzt werden können. Es soll überprüft werden, ob diese Fallen für orientierende Untersuchungen der Gewässerqualität verwendet werden können. Im norddeutschen Tiefland enthalten naturnahe Fließgewässer zumeist Kies und Steine in unterschiedlichen Fraktionen sowie Holz. Die Fallen wurden daher so gestaltet, dass in einem Käfig aus baumarktüblichem Drahtgitter Kies und Hölzer nebeneinander angeordnet sind. Eine Aufgabe war es, die Methodik so zu konzipieren, dass sie gut von einer Person ausführbar ist. Die Bäche und Probestellen wurden so ausgewählt, dass Daten von offiziellen Probestellen - in Hamburg ist hierfür die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zuständig - zum Vergleich verfügbar sind. Die mit dieser Methode erhobenen Daten sollten mit bereitgestellten Daten der BSU hinsichtlich des Artenspektrums verglichen werden. Die Fallen wurden nicht nur von den Kleinstwirbellosen, sondern auch Fischen und Fröschen besiedelt. Die vergleichende Auswertung hat ergeben, dass die Fallen mindestens das gleiche Artenspektrum abbilden wie die standardisierte Probenahmetechnik. An einigen Stellen zeigte sich eine größere Artendiversität. Dieses Resultat offenbart eine Anwendungsmöglichkeit im Bereich der Renaturierungmaßnahmen. Wenn die Überprüfung der Daten anhand einer Bestimmung der Besiedlung auf „die Arten hinunter“ die guten Ergebnisse bestätigt, kann mit Hilfe dieser naturnah gestalteten Besiedlungselemente eine Prognose zum Erfolg solcher Maßnahmen getroffen werden. Insbesondere bei Prioritätsentscheidungen wie z.B. über zur Verfügung stehende Gelder, aber ebenso über den kurzfristigeren Erfolg kann diese Methode helfen. Ob die in der Auswertung genannten Verbesserungsvorschläge umgesetzt werden können, wird sich zeigen. Schon in diesen Besiedlungselementen konnten viele gute Indikatororganismen, verschiedene Köcherfliegen- und Eintagsfliegen- sowie mindestens eine Art von Steinfliegenlarven gefunden werden. Eine Verwendung der Fallen sollte einmal über das gesamte Jahr verteilt sein, da die verschiedenen Arten der aquatischen Insekten zu unterschiedlichen Zeiten im Wasser anzutreffen sind. Hinzu kommt die Problematik, dass jüngere Makrozoobenthosvertreter schwer zu identifizieren sind, da ihnen Erkennungsmerkmale z.B. Flügelscheiden fehlen. Im Rahmen dieser Arbeit wurde nur im Herbst und Winter im Bach gearbeitet.

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