Wissenschaftlicher Kenntnisstand zum regulären Behandlungsende der Substitutionstherapie Opiatabhängiger

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Opiate , Abhängiger , Substitutionstherapie
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Einleitung Seit der Veröffentlichung von Dole & Nywsander (1965) zum Effekt der hochdosierten Langzeit- Methadonsubstitution sind nun fast fünfzig Jahre vergangen. Die Substitutionstherapie zur Behandlung Opiatabhängiger hat sich als eine bewährte Therapieform bewiesen. Der Effekt von Substitution, die Kriminalität, den Opiatkonsum und das Auftreten von Infektionskrankheiten zu, wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen (Mattick et al. 2003, Ward et al. 1998, Farrel et al. 1994). Die Dauer der Behandlung hat einen positiven Effekt auf den Drogenkonsum und die psychosoziale Situation der Substituierten (Ball & Ross 1991, Mattick et al. 2009). Einige Langzeitsubstitutierte haben das Therapieziel der Abstinenz. Entweder wird die Dosis in der ambulanten Substitutionsbehandlung langsam abdosiert oder die Substituierten begeben sich in einen stationären Entzug. Fragestellung Ziel dieser Literaturrecherche ist es, Studien zum regulären Behandlungsende der Substitutionstherapie Opiatabhängiger zu erfassen, zu analysieren und zu diskutieren. Es sollen der Umfang der regulären Behandlungsabschlüsse sowie Einflussfaktoren und Patientencharakteristika vor und nach Behandlungsabschluss dargestellt werden. Methode Es wurde eine Internationale Literaturrecherche in den Datenbanken Medline, Embase, PsychInfo, Psyndex, Social Science und PubMed durchgeführt. Anschließend erfolgte eine Analyse, Zusammenfassung und Diskussion der Literatur. Ergebnisse In die Literaturanalyse wurden letztendlich 17 Artikel über Studien zum regulären Behandlungsabschluss der Substitution eingeschlossen. Außerdem drei Studien, die sich mit Gründen für das Nicht-Beenden der Substitution bzw. der so genannten Entzugsangst beschäftigen. In fast allen Studien waren die Teilnehmer Methadonsubstituierte. Bei den Studiendesigns handelt es sich zum Großteil um naturalistische Follow-Up-Studien, sowie prospektive Längsschnitterhebungen und randomisierte Fall-Kontroll-Studien. In einem Fall handelt es sich um einen Case-Report. Insgesamt handelt es sich bei den 17 Studien um eine Studienpopulation von 5991 Personen, die versucht haben die Substitution abzuschließen. Abstinenzraten wurden von einem Monat bis hin zu neun Jahren Follow-Up erhoben. Die Abstinenzraten von Opiaten, inklusive den Substitutionsmitteln, nach Entzug haben einen Range von 4,1% bis 75,0%, die Rate der Beender von 7,0% bis 53,3%. Die analysierten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das soziale Umfeld, die Arbeitssituation, Gefängnisaufenthalte und die Gründe und die Motivation zur Beendigung einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Behandlungsabschluss haben. Die Dauer der Substitution und das Geschlecht stehen, wenn untersucht, nicht in Zusammenhang mit dem Behandlungsabschluss. Die Arbeits- und Beschäftigungssituation hat sich in einigen Studien nach Behandlungsabschluss verbessert, die kriminellen Aktivitäten verminderten sich nach Entzug. Jedoch drei Studien berichten über einen bedenklichen Anstieg an starkem Alkoholkonsum nach Behandlungsende.

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