Häufigkeiten und Determinanten von Komorbiditäten bei Brustkrebspatientinnen und einer repräsentativen Kontrollgruppe

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Sekundärkrankheit , Brustkrebs
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Brustkrebs gilt als die weltweit häufigste Krebsart bei Frauen. Da diese Erkrankung besonders häufig ab dem 50. Lebensjahr auftritt, leiden die Patientinnen oftmals an weiteren Erkrankungen, den sogenannten Komorbiditäten, weil mit steigendem Alter das Risiko für Erkrankungen stetig zunimmt. Bisher existieren nur wenige Studien zu Komorbiditäten, deren Entstehung und den Wechselwirkungen untereinander. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Häufigkeiten und Determinanten von Komorbiditäten bei Brustkrebspatientinnen zu ermitteln. Durch den Vergleich der Ergebnisse mit jenen einer repräsentativen Kontrollgruppe wird untersucht, ob die Einflussfaktoren in beiden Gruppen identisch sind oder ob sich diese unterscheiden. Es wird dabei auf die Volkskrankheiten Bluthochdruck, Diabetes mellitus sowie Herz-Kreislauferkrankungen eingegangen. Der Analyse liegen die Daten der Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung (MARIE) zugrunde, einer populationsbezogenen Fall-Kontroll-Studie, welche die Ermittlung der Risikofaktoren von Brustkrebs zum Ziel hatte. Im Rahmen dieser Studie wurden 11154 Frauen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren in einem persönlichen Interview befragt. In die Analyse wurden die Daten von 3813 Brustkrebspatientinnen und 7341 Frauen der Kontrollgruppe einbezogen. Beide Gruppen wurden separat auf das Auftreten von Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen untersucht. Weiterhin wurden logistische Regressionsanalysen separat für Fall- und Kontrollgruppe durchgeführt, durch welche der Einfluss ausgewählter Determinanten auf die Erkrankungen ermittelt wurde. In der Fallgruppe konnte eine Erkrankungsprävalenz von 41.4% für Bluthochdruck, 8.5% für Diabetes mellitus und 18.8% für Herz-Kreislauferkrankungen ermittelt werden. Dabei waren Brustkrebspatientinnen geringfügig häufiger von Bluthochdruck und Diabetes mellitus betroffen als Frauen ohne Brustkrebs. Weiterhin zeigte sich, dass ein fortschreitendes Lebensalter und ein BMI über 22.4 das Erkrankungsrisiko deutlich erhöht. Ein mittlerer bis hoher Bildungsstand hingegen verringerte das Risiko zu erkranken. Verwitwete und ledige Frauen hatten ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Ehemalige Raucherinnen wiesen ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus auf. Ein moderater Alkoholkonsum sowie menopausale Hormoneinnahme war hingegen negativ mit dem Diabetesrisiko assoziiert. Die Schutzfaktoren Alkoholkonsum und menopausale Hormoneinnahme wurden ebenfalls für Herz-Kreislauferkrankungen ermittelt. Weiterhin hatten Frauen mit einer Menarche ab zwölf Jahren ein geringeres Erkrankungsrisiko als Frauen, die zum Zeitpunkt der Menarche jünger waren. Ehemalige Raucherinnen sowie Frauen, die eine hohe körperliche Aktivität in Beruf und Haushalt ausübten, hatten ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Es kann davon ausgegangen werden, dass bekannte Risiko- und Schutzfaktoren bei Brustkrebspatientinnen in gleicher Weise gelten wie bei Frauen, die nicht an Brustkrebs erkrankt sind. Die ermittelten Zusammenhänge sind sehr komplex und sollten in Anbetracht der negativen Auswirkungen von Komorbiditäten auf die Lebensqualität in weiterführenden Analysen genauer untersucht werden.

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