Histaminintoleranz - Was ist die Evidenz?

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Histamin , Intoleranz , Evidenz
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund Die Zusammenhänge zwischen der oralen Aufnahme von Histamin und damit verbundenen Intoleranzreaktionen sind sowohl in Hinblick auf die pathophysiologischen Ursachen als auch den diagnostischen Möglichkeiten und somit auch den daraus resultierenden Therapiemöglichkeiten zum heutigen Zeitpunkt noch umstritten. In dieser Arbeit soll die aktuelle Evidenzlage zum Erkrankungsbild der Histaminintoleranz erforscht und analysiert werden. Methoden Für die Auswertung der Evidenz wurde eine Literaturrecherche in der Datenbank pubmed sowie in der wissenschaftlichen Suchmaschine Google Scholar durchgeführt. Mit dem Suchbegriff „histamine intolerance“ wurde nach Studien im RCTDesign sowie nach Meta-Analysen und systematischen Reviews gesucht. Auch die Literaturlisten der gefundenen Artikel wurden gesichtet und bei Relevanz miteinbezogen. Sechs Artikel, bestehend aus zwei Übersichtsarbeiten, drei RCTStudien sowie einer nicht-experimentellen, jedoch sehr häufig in der relevanten Literatur zu findende Studie, werden dargestellt und analysiert. Ergebnisse Alle ausgewerteten RCT Studien, bei denen der Goldstandard zur Diagnose einer Histaminintoleranz angewendet wurde, konnten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der oralen Aufnahme von Histamin und der damit verbundenen Intoleranzreaktion finden. Auch die Autoren beider Übersichtsarbeiten kommen zu dem Fazit, dass keine beweiskräftigen Studien vorliegen, die einen positiven Zusammenhang beweisen können. Eine Überarbeitung der diagnostischen Methoden erscheint notwendig, da teils kontroverse Ergebnisse zu den aktuell verwendeten Parametern wie dem Plasmahistaminspiegel vorliegen und der Einsatz von standardmäßig 75mg Histamin bei der oralen Provokation histamin-assoziierte Beschwerden bei fünf von zehn gesunden Frauen auslöste. Eine weitere Erforschung der Histaminintoleranz mit Hilfe von hochwertigen, methodisch optimierten Studien erscheint notwendig.

Kurzfassung auf Englisch:

Background The relationship between the oral intake of histamine and the resulting intolerance reactions are still controversial in terms of pathophysiology and diagnostic possibilities and therefore so are the treatment options. In this bachelor thesis, the current evidence regarding the clinical picture of histamine intolerance is to be investigated and analyzed. Methods For the evaluation of the evidence, a literature search of the PubMed database and the academic search engine Google Scholar was performed. The search term "histamine intolerance" was used. Sought were RCT designs as well as metaanalyzes and systematic reviews. The reference lists of found articles were also examined and included if relevant. Six articles consisting of two review articles, three RCTs and one non-experimental trial that could be found in many of the relevant articles are described and analyzed. Results No significant relationship between the oral intake of histamine and resulting intolerance reaction could be found in all evaluated RCTs in which the gold standard for diagnosis of histamine intolerance was used. The authors of both of the systematic reviews sum up that no conclusive studies exist that prove a positive relationship. A revision of the diagnostic methods appears necessary since controversial results about currently used parameters such as plasma histamine levels appeared. Furthermore the standardly used dose of 75mg histamine for oral provocation tests triggered histamine-associated symptoms in five out of ten healthy women. As a consequence, further trials, methodologically optimized with high quality trial designs appear necessary.

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