Ethische Verhaltenskodizes im deutschen Bio-Lebensmittelhandel

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Biologisches Lebensmittel , Ethik
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Die vorliegende Arbeit stellt eine Übersicht bisher eingeführter ethischer Verhaltenskodizes und deren Etablierung im deutschen Bio-Lebensmittelhandel dar. Untersucht wurden Kodizes der IFOAM, Anti Fraud Initiative, des BNN Herstellung und Handel sowie Einzelhandel e.V., der Fair-Regional-Charta Berlin-Brandenburg, des Vereins „Bestes Bio – Fair für alle“ und der Öko-Anbauverbände Naturland, Biokreis sowie Demeter. Durch Gespräche bzw. Befragungen mit Inhabern von Naturkostgeschäften und Bio-Supermärkten wird zudem die Grundhaltung des Bio-Lebensmittelhandels in Bezug auf Ethik und Nachhaltigkeits-Themen betrachtet. Fragestellungen waren u.a., ob der Erfolg von Unternehmen des ökologischen Lebensmittelhandels durch eine zusätzliche Positionierungsdimension ethisches und nachhaltiges Wirtschaften erhöht werde oder welche Bemühungen es in Deutschland gäbe, um Ethik- und Nachhaltigkeits-Themen zu kommunizieren. Aufgrund der hohen Umsatzanteile und Kundenerreichbarkeit, im Vergleich zu anderen Bio-Einkaufsstätten, wurden daneben die Internetseiten führender Bio-Supermarktketten hinsichtlich der Kommunikation von Ethik- und Nachhaltigkeits-Themen analysiert. Als Kriterienkatalog für diese Untersuchung dienten die in dem derzeit laufenden internationalen Concept of Good Organic Practice-Projekt formulierten Themenfelder eines ethischen Kodexes für den ökologischen Lebensmittelhandel: Soziale Verantwortung und Integrität, Einbindung in die Bio-Branche, Nachhaltige Preispolitik, Nachhaltige Beziehungen, Nachhaltigkeit im Laden, Transparenz, Offene Kommunikation sowie Management. Daraufhin folgt, anhand der Mitgliederzahlen oben genannter Initiativen, ein Überblick über die Etablierung und regionale Verteilung ethischer Verhaltenskodizes im deutschen ökologischen Lebensmittelhandel. Die Ergebnisse zeigen, dass Ethik- und Nachhaltigkeits-Themen im Bio-Lebensmittelhandel zwar einen hohen Stellenwert haben, ethische Verhaltenskodizes jedoch bisher nur gering etabliert sind. Um die Glaubwürdigkeit der gesamten Bio-Branche, welche sich immer häufiger mit negativen Schlagzeilen wie Dumpinglöhnen oder Verunreinigung von Lebensmitteln auseinandersetzen muss, und das Vertrauen der Verbraucher zu stärken, ist die Einführung eines (branchenweiten) ethischen Verhaltenskodexes für den reinen ökologischen Lebensmittelhandel sinnvoll und notwendig. Pro-aktive Akteure des ökologischen Lebensmittelhandels, welche sich selbst ethische und nachhaltige Richtlinien setzen, können sich anhand dessen nicht nur gegenüber konventionellen Bio-Anbietern, sondern auch innerhalb der eigenen Branche profilieren.

Kurzfassung auf Englisch:

The present work represents an overview of so far introduced ethical codes of conduct and their establishment in the German organic food trading. The study examined codes of the IFOAM, Anti Fraud Initiative, the BNN Processors and Traders Association (Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel e.V., BNN), the BNN Retail Association (BNN Einzelhandel e.V), the Fair Regional Charta of the region Berlin-Brandenburg (Fair-Regional-Charta Berlin-Brandenburg), the Association "Best Bio - Fair for all" (“Bestes Bio – Fair für alle”) and the organic farming associations Naturland, Biokreis and Demeter. Moreover, the attitude of the organic food trading in relation to ethical and sustainability issues was considered by owners of organic food stores and supermarkets. The investigation focuses, inter alia, on the question whether the success of the companys organic food trade will increase through an additional positioning dimension ethical and sustainable business practices, or whether there are ambitions to communicate ethical and sustainability issues in Germany. Due to the high share of sales and customer accessibility, in comparison to other organic food stores, the websites of leading organic supermarket chains were examined in terms of communication of ethical and sustainability issues. The criteria this study utilized, are based on thematic fields of a code of conduct for the organic food trading, provided by the current international project Good Code of Organic Practice (GORP): Social responsibility and integrity, involvement in the organic business, sustainable pricing policy, sustainable relationships, sustainability in the store, transparency, open communication and management. Subsequently an overview of the establishment of ethical codes of conduct and their regional spread in the German organic food trading on the basis of number of members abovementioned initiatives is given. The results show that ethical and sustainability issues in the German organic food trading have indeed high priority. Nonetheless ethical codes of conduct have been established only slightly. In order to increase consumer confidence and the credibility of the entire organic industry, which itself is often subject to criticism concerning dumping wages or food contamination, the implementation of an (industry-wide) ethical code of conduct for the pure organic food trading is therefore useful and necessary. Pro-active players in the branch of organic food trading who commit to ethical and sustainable policies can therefore set themselves apart, not only from conventional organic providers but also from their own branch of industry.

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