Entwicklung eines Praxisleitfadens für die Prävention und ernährungstherapeutische Behandlung der Divertikelkrankheit

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Divertikulose , Einführung , Prävention , Ernährung
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Divertikulose ist eine der häufigsten Diagnosen in der gastroenterologischen Praxis und findet ihre Verbreitung in westlichen Industrienationen. Die Prävalenz und Inzidenz sind stark altersabhängig und steigen stetig. Das klinische Erscheinungsbild umfasst eine oder multiple Ausstülpungen der Mukosa und Submukosa des Kolons und reicht von asymptomatischer Divertikulose über akute Divertikulitis mit kompliziertem Verlauf bis hin zu chronisch rezidivierender Divertikulitis mit potenziell letalem Ausgang. Angesichts der hohen Behandlungskosten und fehlenden Leitsätzen zur therapeutischen Vorgehensweise bei Divertikelkrankheit soll diese Arbeit mithilfe einer systematischen Literaturrecherche einen Handlungsleitfaden für diätetische Interventionen entwickeln, der auf Basis statistisch signifikanter und klinisch relevanter Daten präventiv und kurativ in den verschiedenen Stadien der Erkrankung greift und patientenindividuell adaptierbar ist. Die Erarbeitung und Bewertung von relevanten Nährstoffen und Nahrungskomponenten für die Diver-tikelkrankheit erfolgt im Kontext der wesentlichen Assoziationen und Interaktionen innerhalb der Ätiologie und Pathophysiologie. So ist eine genetische Prädisposition für den Krankheitsverlauf ebenso bedeutsam wie Ernährungsgewohnheiten und körperliche Aktivität. Die Mikrobiota wird durch diese Faktoren mehr oder minder stark beeinflusst und ist überdies im hohen Erwachsenenalter Veränderungen unterworfen, die sich ungünstig auf den Verlauf einer Divertikulose auswirken können. Die populäre „Ballaststoff-Hypothese“ von Painter und Burkitt, nach der die Höhe der täglichen Ballaststoffaufnahme über das Auftreten von Divertikeln entscheidet, kann bis heute weder erhärtet noch widerlegt werden, während groß angelegte prospektive Kohortenstudien weitere Komponenten in der Ernährung hervorbringen, die enge Korrelationen zur Divertikelkrankheit zeigen. Vegetarier haben ein signifikant geringeres Risiko für eine Divertikulose und Komplikationen. Ballaststoffe und Probiotika sind Meilensteine in einem ganzheitlichen Ernährungskonzept und müssen in ihrer Art, Dosierung und Anwendungsdauer symptomorientiert gehandhabt werden. Der synergistische Effekt unterschiedlicher Ballaststofffraktionen sowie die Partikelgröße von Ballaststoffisolaten stehen in komplexer Wechselbeziehung zur Mikrobiota, worüber Darmmotilität und intestinales Immunsystem stimuliert werden. Die kombinierte Gabe von Bifidobakterien und Lactobacillen zeigt ein positives Wirkungsspektrum hinsichtlich Stuhlunregelmäßigkeiten, abdominellen Schmerzen und Flatulenz und gilt als vielversprechende therapeutische Maßnahme bei Divertikelkrankheit. Anfängliche gastro-intestinale Beschwerden in einer ballaststoffmodifizierten Kost müssen über eine praxisorientierte Beratung und Anleitung der Patienten so gering wie möglich gehalten werden, um die Compliance zu sichern. Die in dieser Arbeit entwickelte Patienteninformation sowie Rezeptvorschläge sollen als Instrumente in der Ernährungstherapie Anwendung finden.

Kurzfassung auf Englisch:

Diverticulosis is one of the most common diagnoses in gastroenterological practice. The spread of disease occurs frequently in the western civilization. Prevalence and incidence are age-related and rise consistently within population of the USA and Europe. The clinical picture comprises structural changes of the colonic wall with mucosal herniation which can appear as asymptomatic diverticulosis as well as acute diverticulitis with complications or recurrence and surgical management. Increasing costs and burdens of inpatient and outpatient care and the absence of German guidelines for therapeutic use, demonstrate the need for evidence based study results. The aim of this bachelor thesis is to assess the outcome of recent clinical trials in medical databases and -outgoing from the major results, to develop a nutritional concept for individual prevention and rehabilitation of diverticular disease. Dietetic interventions should improve symptoms or abdominal pain, maintain remission after an acute episode and prevent complications. The evaluation of important nutrients and food components in terms of diverticular disease will be connected to fundamental associations and interactions of etiology and pathophysiology. Genetic predisposition, eating habits and physical activity are already identified as eminent factors in course of disease. There is also a close coherence to the intestinal microbiota -which alters in the higher ages, and determines the effect on health outcomes. The popular “fibre hypothesis” from Painter and Burkitt, refers the formation of diverticula to the daily intake of dietary fibre. The hypothesis is not evident but of clinical relevance. Other pro-spective cohort studies find further dietary components such as animal proteins and refined sugar, having a close relationship to diverticular disease. For example vegetarians, especially people with a high consumption of fruits and vegetables, are less involved in diverticulosis and have a lower risk for complications. Because of the variety of their health impacts on the large intestine, -dietary fiber and probiotics are milestones in an integrated nutritional management. Synergistic effects of different fibre types and its particle sizes are in complex correlation to the microbiota, whereby the colonic motility and intestinal immune response are getting stimulated. A combination of bifidobacteria and lactobacillus shows health-promoting effects on constipation, abdominal pain and flatulence, so that it can be a promising treatment option for diverticular disease. Type, dosage and required time of fibre supplements and probiotic mixtures are recommended to be handled in subject to predominant symptoms. Highfiber diets are usually associated with gastrointestinal discomfort such as excessive gas production and meteorism. Health professionals should minimize initial discomfort with a holistic mentoring and practical instruction. The patient information and recipes developed in this thesis can be applied in therapeutic institutions.

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