Migrationssensible HIV-Primärprävention für die Zielgruppe Subsahara-Afrika in Deutschland – Herausforderungen und Lösungswege

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: HIV , Subsaharisches Afrika , Migration , Prävention
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Deutschlandweit leben Ende des Jahres 2012 etwa 78.000 Personen mit einer HIV-Infektion. Innerhalb der Gruppe aller Migrantinnen und Migranten ist die höchste HIV-Prävalenz hierzulande bei Einwanderinnen und Einwanderern aus Subsahara-Afrika zu erkennen. Migrationsprozesse können sich dabei auf das Infektionsrisiko mit dem Virus auswirken. Subsaharische Personen sind zunächst durch vorherrschende Bedingungen in der Heimatregion als vulnerabel anzusehen. Desweiteren begünstigen Informationsdefizite, der Verlust protektiver Faktoren und insbesondere soziokulturelle Prägungen und traditionelle Normen in Bezug auf die HIV-Infektion eine Ansteckung. Im Kontext einer geschlechterspezifischen Betrachtung lässt hierbei zusätzlich ein erhöhtes Infektionsrisiko der weiblichen Subsahara-Migrantinnen erkennen. Dies spiegelt sich auch in der Betrachtung der epidemiologischen Lage der Zielgruppe in Bezug auf HIV wider. Aufgrund dieser Beobachtungen, sowie bedingt durch eine hohe Prävalenz innerhalb der Gemeinde der Personen aus Subsahara-Afrika hierzulande, ist die Erreichung von Migrantinnen und Migranten aus jener Region für die deutsche Präventionslandschaft von besonderer Relevanz. Sie wird jedoch durch diverse soziale, kulturelle und migrationsbedingte Barrieren erschwert. Das Präventionssystem ist für die Allgemeinbevölkerung bereits umfangreich ausgebaut und auch auf migrationssensible Angebote wird zunehmend Wert gelegt. Maßnahmen, welche gezielt die subsaharische Kohorte ansprechen, sind bisher jedoch nur in begrenztem Maße zu verzeichnen. Herausforderungen, welchen die deutschen Gesundheitsdienste gegenüberstehen, existieren primär in der Beseitigung vorhandener Barrieren in der Erreichung der Zielgruppe. Um jene zu senken und eine adäquate Ansprache durch HIV-Präventionsmaßnahmen zu erreichen, muss zur Gestaltung spezifischer Angebote die Lebenswelt der subsaharischen Gemeinschaft in Deutschland untersucht und aktiv in die Konzeption und Durchführung einbezogen werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte hierbei, neben der Berücksichtigung spezifischer soziokultureller und traditioneller Hintergründe und Ressourcen, einer geschlechtersensiblen Ausrichtung der Präventionsmaßnahmen zukommen.

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