Untersuchung von Frühindikatoren für psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz in der zentralen Notaufnahme des Albertinen-Krankenhauses Hamburg und Entwicklung von Präventionsstrategien

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Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Psychische Belastung , Arbeitsplatz
DDC-Sachgruppe: Psychologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Das wichtigste Kapital des Krankenhauses sind qualifizierte und motivierte Mitarbeiter/-innen. Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit haben direkte, negative Auswirkungen auf die Patientenversorgung und -sicherheit, sowie die Effektivität des gesamten Krankenhauses (Goepfert & Conrad, 2013, S.178). In Deutschland berichten Mitarbeiter/-innen des Gesundheitssektors über ein besonderes hohes Maß an Stresszunahme und mengenmäßiger Überforderung (Lohmann-Haislah et al., 2012, S.92). Das Studien-Krankenhaus ist in der Region eine wichtige Versorgungsstruktur und ein bedeutender Arbeitgeber. Die betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus widmet sich zunehmend auch psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz, aber es fehlt bislang die Datenbasis. Im Rahmen dieses Pilotprojekts werden erstmals Frühindikatoren für psychosoziale Arbeitsplatzbelastungen in der zentralen Notaufnahme untersucht. In Ergänzung zu den quantitativen Daten aus dem standardisierten „Copenhagen Psychosocial Questionnaire“ werden qualitative Daten mittels Fokusgruppen erhoben und in einem Planungsworkshop zusammengeführt. Hieraus ergeben sich eingebettet in die Literatur konkrete Handlungsempfehlungen. Die kostenfreie Studie startet im August 2013 und wird mit diesem Bericht abgeschlossen. Die Ergebnisse machen die hohen Anforderungen sichtbar, welche an die Mitarbeiter/-innen der Notaufnahme gestellt werden. Die Arbeitslast ist kaum vorhersehbar. Der Schichtdienst wird als belastend empfunden und schlecht mit dem Privatleben zu vereinbaren. Es werden mangelhafte Einfluss- und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Aufstiegsmöglichkeiten beschrieben. Insbesondere die Gesundheit der Führungskräfte leidet und hierunter auch die Führung der Abteilung. Auf der anderen Seite wird die Arbeit als nützlich und interessant erlebt. Der helfende Beruf erfordere ein hohes Verantwortungs-bewusstsein. Die Beschäftigten schätzen sich als gesund und arbeitsfähig ein, ihre Berufsstellung als sicher. Das Gemeinschaftsgefühl und die Arbeits-atmosphäre seien gut. Eine bessere Planung und Organisation der Arbeitsabläufe, intensivierte Leitung/Supervision und verbindliche Absprachen werden eingefordert. Zur Unterstützung benötigt es eine verlässliche EDV. Man wünscht sich mehr Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch und regelmäßige Besprechungen und Fortbildungen. Von der Führung wird mehr Mitarbeiterorientierung erbeten, Wertschätzung und Unterstützung. Diese braucht ihrerseits mehr Beistand. Die Kommunikation untereinander, aber auch mit anderen Ebenen muss kontinuierlich nachgebessert werden. Die beste Prävention von Stress am Arbeitsplatz der Notaufnahme scheint, eine mitarbeiterorientierte Führung zu sein und eine Unternehmenskultur, die an den Grundsätzen Transparenz, Respekt und Partizipation festhält.

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