Die psychosoziale Gesundheit von asylsuchenden und geduldeten Flüchtlingen in Deutschland vor dem Hintergrund des eingeschränkten Arbeitsmarktzugangs

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Arbeitsmarkt , Gesundheit , Flüchtling
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Arbeit erfüllt wichtige persönliche sowie soziale Funktionen. Menschen ohne Arbeit sind von wesentlicher sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Sie sind abhängig von staatlichen Sozialleistungen und leben am Rande des Existenzminimums. Dessen ungeachtet bleibt der Arbeitsmarkt in Deutschland für asylsuchende und geduldete Flüchtlinge angesichts rechtlicher und struktureller Barrieren weitestgehend verschlossen. Es bestehen zahlreiche Einschränkungen, die eine Arbeitsuche und Arbeitsaufnahme erschweren, bis hin zu gesetzlichen Arbeitsverboten. Arbeitsmarktbezogene Fördermaßnahmen und Qualifizierungs-angebote können nicht oder nur teilweise in Anspruch genommen werden. Das entspricht einem faktischen Arbeits- sowie Qualifizierungsverbot, auf Grund dessen eine Reihe von vorhandenen Potentialen, Kompetenzen und Fähigkeiten nicht genutzt werden können. Die Handlungsmöglichkeiten sind trotz Handlungsfähigkeit demzufolge enorm beeinträchtigt und über die Jahre nimmt die Handlungsbeeinträchtigung aufgrund von Arbeitslosigkeit zu. Indem asylsuchende und geduldete Flüchtlinge überwiegend arbeitslos oder wenn überhaupt im Niedriglohnsektor und teils auch im illegalen Sektor anzutreffen sind, wird der Eindruck von einer niedrig qualifizierten und ungebildeten Randgruppe nur noch verfestigt. Der Ausschluss in Bezug auf Arbeit kann Ursache für soziale, psychische und somatische Probleme sein. Belastende-, vielleicht zugleich traumatisierende Erfahrungen können im Hinblick auf institutionell erzeugte Auswegs- und Perspektivlosigkeit nur schwer verarbeitet werden. Im Gegenteil, dies wirkt sich allenfalls noch verstärkend aus und verwehrt dauerhaft die Aussicht auf einen Neubeginn. Aus erzwungener Langzeitarbeitslosigkeit folgt permanente Untätigkeit und Monotonie im Tagesablauf. Dies verursacht u.a. Langeweile, Ungewissheit und Verunsicherungen und kann bis hin zur Verzweiflung, Apathie und dem Verlust in das Vertrauen an die eigenen Fähigkeiten und in die Gesellschaft führen. Fehlende Perspektiven und eingeschränkte Gestaltungsfreiheiten stellen eine Quelle für emotionale Schwierigkeiten dar und Gefühle von Wertlosigkeit, Unerwünschtheit, Angst und das Gefühl des Ausgeliefertseins verstärken. Anderweitig zeigen sich die psychischen Belastungen in Form von psychosomatischen Beschwerden wie Schlafstörungen und körperlichen Schmerzen. Die psychosoziale Gesundheit wird einerseits von dem Ausmaß der Einschränkungen, andererseits von dem Vorhandensein und der Nutzung von Ressourcen beeinflusst. Gleichwohl besteht im Hinblick auf die strukturell angeordneten und problematischen Begebenheiten, ein erhöhtes Risiko für das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden asylsuchender und geduldeter Flüchtlinge.

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