Bestimmung der Einsatzgrenzen von Löschmittelzusätzen bei Klasse B-Bränden

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Medizintechnik
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Lösungsmittel
DDC-Sachgruppe: Technische Chemie

Kurzfassung auf Deutsch:

Schaumlöschmittel sind für Feuerwehren bei Flüssigkeitsbränden in heutiger Zeit das Mittel der Wahl. Doch das Verbot PFOS1 (Perfluoroktansulfonsäure)-haltiger Löschschäume verunsichert die Feuerwehren und die Industrie stellt dem Anwender heute neben den PFOS-freien-Löschschäumen auch sogenannte Löschmittelzusätze für Klasse B-Brände2 zur Verfügung. Die auf dem Markt vorhandenen Löschmittelzusätze werden laut Hersteller als Alternativen zum Schaumlöschmittel, dem Standardlöschmittel für Flüssigkeitsbrände bei Feuerwehren, angeboten. Die Hersteller werben mit gleichwertigen oder besseren Löscheigenschaften Ihrer Löschmittelzusätze gegenüber den üblichen Schaumlöschmitteln und in vorgeführten Tests der Hersteller überzeugen die Löschmittelzusätze. Weitere unabhängige Untersuchungen sind sehr selten. Die Löschmittelzusätze, erfüllen aufgrund fehlender Schaumbildung nicht die technischen Anforderungen nach DIN-EN 15683 oder ICAO (International Civil Aviation Organization). Durch diese Umstände ist es für den Anwender sehr schwierig zu beurteilen, ob der Löschmittelzusatz gegenüber seinem vorhandenen Schaummittel nachhaltige Vorteile bringt. Dabei sind neben dem Löscheffekt und der notwendigen Zumischtechnik auch die erforderlichen Mengen und die Kosten für einen alternativen Löschmittelzusatz zu beurteilen. In dieser Untersuchung werden die Löschmittelzusätze auf Ihre Eigenschaften in Bezug zu Ihren angegeben Löscheffekten für Flüssigkeitsbrände untersucht, die angeblich die Leistungsfähigkeit eines Schaumlöschmittels kompensieren. Die durchgeführten Laborversuche, in welchen die Fähigkeit der Einkapselung von brennbaren Flüssigkeiten, das Verhalten einer Emulsion aus Löschmittelzusatz, Löschwasser und einer brennbaren Flüssigkeit, sowie die Abkühlwirkung untersucht wurden, zeigen ein alarmierendes Ergebnis für den Bereich der Flüssigkeitsbrandbekämpfung. Praktische Brandversuche mit Flüssigkeiten, deren Flammpunkt über oder unter der Umgebungstemperatur liegen, zeigen deutliche Differenzen zwischen den Löschmitteln Wasser, Schaum und den Löschmittelzusätzen auf. Das Löschen eines Brandes von Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter der Umgebungstemperatur erscheint ab einer bestimmten Größe mit einem Löschmittelzusatz als schwierig bis unmöglich. Zusammenfassend zeigen die Resultate der Labor- und Brandversuche sowie die Betrachtung möglicher Einsatzszenarien im Bereich der Flüssigkeitsbrandbekämpfung, dass Löschmittelzusätze als Ersatz für Schaumlöschmittel bei derzeitigem Entwicklungsstand als sehr kritisch zu betrachten sind. Mit einem Löschmittelzusatz ist das Einsatzspektrum im Bereich der Flüssigkeitsbrandbekämpfung aufgrund der vielen unterschiedlichen brennbaren Flüssigkeiten nicht sicherzustellen. Dieses stellt für die Anwender, welche flexible auf mögliche Brandereignisse mit den unterschiedlichsten Flüssigkeiten reagieren müssen, eine deutliche Gefahr oder Verzögerung des Löscherfolgs dar, was mit dem Schaden von Personen oder der Zerstörung von Sachwerten oder Produktionsanlagen einhergeht. Damit sind die Einführung und der Einsatz eines Löschmittelzusatzes für die Flüssigkeitsbrandbekämpfung als sehr kritisch zu betrachten und genau zu überprüfen.

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