Umgang mit traumatisierenden Ereignissen im militärischen Auslandseinsatz - Schutzfaktoren der psychischen Gesundheit von Soldaten und Soldatinnen

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Medizintechnik
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Trauma , Auslandseinsatz <Militär>
DDC-Sachgruppe: Psychologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Verstärkung einer, vorher unbekannten, Einsatzintensität im Einsatzland Afghanistan wirkte sich in den vergangenen dreizehn Jahren negativ auf die Belastungsfaktoren von Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr aus. Die Wahrscheinlichkeit, potentiell traumatisierenden Ereignissen ausgesetzt zu sein, erhöhte sich für die EinsatzsoldatInnen und somit auch die Gefahr, posttraumatische Störungsbilder als Folge des Auslandseinsatzes zu entwickeln. Angesichts steigender Suizidraten und einsatzbedingter psychischer Erkrankungen bei Angehörigen der Bundeswehr, stellt sich die Frage nach vorbeugenden und protektiven Interventionen für diese Hochrisikogruppe. Diese Entwicklungen bieten zum einen Nährboden für Überlegungen wie diesen steigenden Inzidenzen Einhalt geboten werden kann, zum anderen werfen sie die existentielle Frage auf, wer angesichts traumatisierender Ereignisse gesund bleibt und welche SoldatInnen krank werden. Mehrere gesundheitswissenschaftliche Konzepte untersuchen die Genese von Gesundheit und bieten unterschiedliche Ansätze der Erklärung. Drei Konzepte der Gesundheitsentstehung wurden in dieser literaturbasierten Übersichtsarbeit ausgewählt und unter salutogener Perspektive aufgearbeitet. Es stellte sich die Frage, welchen Einfluss Kohärenzgefühl, Resilienz und Hardiness auf die psychische Gesundheit von Soldatinnen und Soldaten in Bezug auf den Umgang mit traumatisierenden Ereignissen im militärischen Auslandseinsatz haben. Die Bundeswehr entwickelte bereits ein Programm zur Steigerung der psychischen Fitness als resilienzfördernde Präventivmaßnahme, jedoch erweitert eine salutogene Perspektive das Potential möglicher Interventionen. Insbesondere das Persönlichkeitsmerkmal Hardiness zeigt kontextspezifische Evidenz und geht mit geringerer Neigung zu psychopathologischen Symptomen wie Depression einher. Zusätzlich wird eine protektive Wirkung insbesondere bei starken Stressoren wie Kriegserlebnissen entfaltet. Das Konzept der Hardiness ist daher von besonderer militärischer Relevanz und sollte durch Maßnahmen der Gesundheitsförderung interveniert werden.

Kurzfassung auf Englisch:

Within the past thirteen years the strain of soldiers of German Armed Forces was negatively affected by an, former unknown, enhancement of deployment intensity in Afghanistan. Thus, the likelihood of an exposure to traumatic events has increased. In consequence, soldiers have an increased risk of posttraumatic disorders. Due to a rising number of suicides and post-deployment psychological disorders among German soldiers, there is a growing need for preventive and protective interventions in this high-risk group within these days. On the one hand, this development provides a breeding ground for considerations how to stem those increasing incidences. On the other hand, it raises the question of who remains healthy and who turns to disease after facing traumatizing events. Various concepts of health sciences have examined the genesis of health and offer different theoretical approaches. Within this literature-based review, three concepts, which explain the origins of health, were selected and reprocessed from salutogenic point of view. The main concern of this review was to examine the influence of sense of coherence, notion of resilience and hardiness on mental health among soldiers dealing with combat stress. The German Armed Forces already developed a preventive program that seeks to enhance psychological resilience among soldiers. However, a salutogenic perspective offers a greater potential for interventions. In particular, hardiness shows context-specific evidence and is accompanied by a reduced tendency of psychopathological symptoms such as depression. Additionally, evidence has shown, the more traumatic the event the more protective is hardiness. Therefore, this psychosocial concept has a military-specific relevance and should to be intervened with measures of health promotion.

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