Ansätze der Arbeitsgestaltung zur Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom in eine kompetitive Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Inklusion <Soziologie> , Asperger-Syndrom
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialdienste, Versicherungen

Kurzfassung auf Deutsch:

In der heutigen, von Diversität geprägten, Gesellschaft stehen Menschen mit Behinderungen und deren Inklusion in die Gesellschaft immer stärker im Vordergrund. In diesem Zusam-menhang rückt seit einigen Jahren auch das Asperger-Syndrom, eine Autismus-Spektrum-Störung, durch Medien und Fachliteratur zunehmend in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie äußert sich bei den Betroffenen v.a. durch qualitative Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion und Kommunikation, ist jedoch keinesfalls nur durch Beeinträchtigungen geprägt. Menschen mit Asperger-Syndrom haben neben guten bis überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten viele positive Eigenschaften, wie Detailgenauigkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit und verfügen auf ihren Interessensgebieten nicht selten über ein außergewöhnliches Wissen. Trotz dieser bemerkenswerten Potenziale sind in Deutschland 50 % der Erwachsenen mit Asperger-Syndrom ohne Arbeit und nur etwa 20 % auf dem allgemeinen Arbeits-markt beschäftigt. Doch auch Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Teilhabe am Arbeitsleben, welches 2006 von der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) weiter gestärkt wurde. Um diese berufliche Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu fördern, sind jedoch bestimmte Arbeitsgestaltungsansätze hilfreich. Eine ausführliche Literaturrecherche im Rahmen dieser Arbeit ergab, dass insbesondere die Beachtung der Interessen und Fähigkeiten der autistischen Menschen, strukturierte Einstellungsprozesse, reizarme Arbeitsplatzgestaltung, Struktur im Arbeitsalltag, verständnisvolle Arbeitsbegleitungen und eine grundsätzlich positive Haltung des Arbeitgebers ge-genüber Menschen mit Behinderungen Faktoren sind, die bei der Inklusion von Menschen mit Asperger-Syndrom berücksichtigt werden sollten. Vereinzelt entdecken Unternehmen weltweit bereits die besonderen Fähigkeiten von Menschen mit Asperger-Syndrom. Beispielhaft sei hier, die deutsche auticon GmbH, die die Betroffenen als IT-Consultants einsetzt, genannt. Festzuhalten ist aber, dass dies noch nicht genug ist, um von einer gelungen Inklusion autistischer Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu sprechen. Es muss weiterhin viel Aufklärungsarbeit über das Asperger-Syndrom und die Stärken der Betroffenen geleistet werden. Staatliche Einrichtungen, wie Integrationsämter und die Bun-desagentur für Arbeit, aber auch Verbände und Vereine und insbesondere Unternehmen, die bereits Erfahrung in der Inklusion von autistischen Menschen gesammelt haben, sollten sich untereinander vernetzen, Erfahrungen austauschen und zu Kontaktstellen für zukünftige potenzielle Arbeitgeber von Menschen mit Asperger-Syndrom werden. Erst dann, wenn mehr Unternehmen zu schätzen wissen, wie wertvoll Menschen mit Asperger-Syndrom für ihr Un-ternehmen sein können und sie vielfältige und hilfreiche Informationen und Unterstützungen bekommen, kann eine Inklusion der Betroffenen in den allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert werden.

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