Symptomlinderung bei Reizdarmsyndrom durch die FODMAP-Diät – Wie ist die Evidenz?

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Diät , Reizcolon
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund Das Reizdarmsyndrom (RDS) gehört zu den häufigsten gastrointestinalen Erkrankungen. Die Erfolge bisheriger Therapiemethoden sind jedoch nur wenig befriedigend. Zwar ist bekannt, dass bei Patienten mit Reizdarmsyndrom die Ernährung eine zentrale Rolle spielt, doch fehlen bislang einheitliche Ernährungsempfehlungen sowie effektive Behandlungsmethoden. Bei hoher Prävalenz und oft hohem Leidensdruck der Patienten werden dringend neue evidenzbasierte Ansätze benötigt. Die FODMAP-Diät kann hier aufgrund ihrer positiven Wirkung auf die gastrointestinalen Symptome eine neue Therapieoption darstellen. Die Diät beruht auf der Theorie einer Unverträglichkeit gegenüber den sogenannten FODMAPs (Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides, And Polyols). Dies sind osmotisch aktive und schlecht resorbierbare Kohlenhydrate, die im Dickdarm fermentiert werden und so zu einer luminalen Ausdehnung des Darms und schließlich zu schmerzhaften Blähungen und Diarrhoe führen können. Methode Um die Wirksamkeit der FODMAP-Diät bei Patienten mit RDS zu untersuchen, wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Es wurden nur Studien berücksichtigt, die einen diätetischen Ansatz verfolgten. Studien, die ausschließlich die pathophysiologische Wirkung der FODMAPs untersuchten, wurden hingegen ausgeschlossen. Es konnten vier randomisierte kontrollierte Studien, eine nicht randomisierte kontrollierte Studie sowie eine prospektive unkontrollierte Studie als relevant bewertet und nach evidenzbasierten Kriterien auf ihre Aussagekraft hin untersucht werden. Ergebnisse Die Studienlage zeigt, dass sich durch die FODMAP-Diät bei einem Großteil der Patienten mit RDS deutliche Therapieerfolge verzeichnen lassen. Dabei hängt die Wirksamkeit der Diät maßgeblich von der Compliance der Patienten ab. Besonders auf Symptome wie Völlegefühl, Flatulenz, abdominale Schmerzen, Diarrhoe und Stuhlgewohnheiten hat die Diät einen positiven Einfluss, wohingegen die Wirksamkeit bei Obstipation noch nicht ausreichend geklärt ist. Schlussfolgerung Die FODMAP-Diät stellt eine neue und vielversprechende Therapiemethode dar. Bevor jedoch eine eindeutige Empfehlung für die FODMAP-Diät als Therapie der ersten Wahl ausgesprochen werden kann, müssen noch weitere Nachweise über Langzeiterfolge und mögliche Risiken dieser strikten Ernährungsform erbracht werden.

Kurzfassung auf Englisch:

Background The Irritable Bowel Syndrome (IBS) is one of the most common gastrointestinal disorders. The success of previous treatment methods has been less than satisfactory. Although it is known that in patients with irritable bowel syndrome nutrition plays a key role, uniform dietary recommendations and effective treatments are still lacking. With high prevalence and often high suffering of the patients urgently new evidence-based approaches are required. Due to the positive effects on the gastrointestinal symptoms the FODMAP diet may offer a new therapy option. The diet is based on the theory of an intolerance to FODMAPs (Fermentable Oligo-, Di-, Monosaccharides, And Polyols), a number of osmotically active and poorly absorbed carbohydrates, which are fermented in the colon, and thus can lead to luminal distension of the intestine and eventually painful bloating and diarrhea. Methods To examine the effectiveness of FODMAP diet in patients with IBS, a systematic literature search was performed. Only studies that pursued a dietary approach were considered. Studies that examined only the pathophysiological effect of FODMAPs were excluded. Based on evidence-based criteria overall four randomized controlled trials, one nonrandomized controlled trial as well as one prospective uncontrolled observational study were found relevant and were examined. Results The studies show that the FODMAP diet leads to significant improvements in the majority of patients with IBS. However, the effectiveness of the diet decisively depends on the compliance of the patients with the dietary requirements. Particularly on symptoms such as bloating, flatulence, abdominal pain, diarrhea and bowel habits the diet has a positive influence, while the efficacy in constipation has not been established. Conclusion The FODMAP diet represents a new and promising treatment method. However, before a clear recommendation for FODMAP diet as the therapy of choice can be made, further evidence of long-term success and possible risks of this strict diet is required.

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