Der Einfluss des Sozialstatus auf die Inanspruchnahme von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei Männern - Eine Untersuchung multipler Statusindikatoren

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Mann , Krebsvorsorgeuntersuchung
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund: Bei Männern ist die Inanspruchnahmerate von Krebsfrüherkennungs-untersuchungen niedrig. In Deutschland fehlt eine systematische Analyse des Einflusses multipler Indikatoren des Sozialstatus auf die Inanspruchnahme. Diese erfordert sowohl eine wechselseitige Adjustierung verschiedener Statusindikatoren als auch eine Kontrolle für horizontale Ungleichheitsfaktoren. Methode: Die Stichprobe entstammt den Studien „Gesundheit in Deutschland aktuell“ 2009/2010 des Robert Koch-Instituts und umfasst 10.075 Männer von 35 bis 79 Jahren, die anspruchsberechtigt für die von der gesetzlichen Krankenversicherung angebotenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind. Der Einfluss multipler Statusindikatoren auf die Inanspruchnahme wird durch binär logistische Regressionen untersucht. Zudem wird der Einfluss von Faktoren der horizontalen Ungleichheit kontrolliert. Ergebnisse: 51,2 % der Männer haben jemals an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilgenommen. Dabei zeigen sich höhere Chancen der Teilnahme für höhere Einkommensschichten (OR=1,55; 95 % CI: 1,24-1,938) und für Personen mit einem hohen Berufsstatus (OR=1,305; 95 % CI: 1,063-1,602) im Vergleich zu den niedrigen Statusgruppen. Die Bildungsdimension zeigt keinen eigenständigen Einfluss. Soziodemografischen Merkmale, Bedarfsunterschiede oder Unterschiede der Gesundheitsversorgung erklären die Unterschiede nicht. Diskussion: Den größten eigenständigen Einfluss des Sozialstatus auf die Inanspruchnahme von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen zeigt das Einkommen. Allerdings ist die erklärte Varianz der Sozialschicht-Indikatoren erheblich geringer als die der horizontalen Ungleichheitsfaktoren. Maßnahmen zur Erhöhung der Inanspruchnahme sollten daher sowohl vertikale als auch horizontale Ungleichheiten der Inanspruchnahme beachten. Des Weiteren sollte eine Erhöhung der Rate der informierten Entscheidung gegenüber der Inanspruchnahmerate per se bevorzugt werden.

Kurzfassung auf Englisch:

Background: Among men the utilization rate of cancer screening is low. The influence of multiple dimensions of the social status on the use of cancer screening has yet to be investigated in Germany. There is a need for a systematic analysis, which adjusts for different dimension of the social status as well as factors of horizontal inequality. Methods: The sample is derived from a data set of the survey “German Health Update” 2009/2010 of the Robert Koch-Institute. It consists of 10.075 men up to the age of 79, who are entitled to receive cancer screenings offered by statutory health insurances in Germany. Statistical analyses are conducted to identify an association between multiple indicators of the social status and the utilization of cancer screening. In addition, the association has been adjusted for horizontal aspects of inequality. Results: The utilization rate of cancer screening is 51.2 %. The chance of utilization is higher among men with high income (OR=1.55; 95 % CI: 1.24–1.938) and high occupational status (OR=1.305; 95 % CI: 1.063-1.602) compared to men in low status groups. No significant differences in cancer screening uptake were found between educational groups. The differences cannot be explained by socio-demographic aspects, different needs or differences in healthcare. Discussion: Income has the strongest independent influence on cancer screening utilization. However, the percentage of variance explained is smaller in every indicator of the social status compared to factors measuring horizontal inequalities. Therefore measures designed to improve the uptake of cancer screening should consider vertical as well as horizontal inequalities. In addition, an increase of the rate of informed choice should rather be targeted than raising the utilization rate per se.

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