Welche Umstände führen zur Feststellung des Katastrophenfalls? Empirische Untersuchung von exemplarischen Katastrophen der letzten Jahre in Deutschland

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Medizintechnik
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Katastrophe , Deutschland
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften und Maschinenbau

Kurzfassung auf Deutsch:

Die vorliegende Bachelorarbeit zum Erlangen des akademischen Titels Bachelor of Engineering beschäftigt sich mit den Umständen, die zum Ausrufen des Katastrophenfalls führten. Die alltägliche Verwendung des Begriffs Katastrophe hat oftmals wenig mit der amtlichen Feststellung eines Katastrophenfalls im Sinne der Katastrophenschutzgesetze zu tun. Insbesondere wird in dieser Arbeit geklärt, ob die Entscheidungsträger durch Faktoren, die außerhalb des quantitativ Messbaren liegen, beeinflusst wurden. Feststehende Begriffe werden kurz erläutert und die relevanten Rechtsgrundlagen beschrieben. Als Methode für die exemplarische Untersuchung wird das fokussierte Interview verwendet. Dieses zeichnet sich besonders durch seinen explorativen und rekonstruierenden Charakter aus, der es, verbunden mit einer non-direktiven Gesprächsführung, ermöglicht Umstände aufzuzeigen, die bei der Bildung der Fragestellung nicht bedacht werden konnten. Die zu untersuchenden drei Katastrophen, die Vogelgrippe auf Rügen, ein Starkregenereignis im Raum Osnabrück und der Erdrutsch von Nachterstedt, wurden anhand von mehreren Kriterien ausgewählt und werden kurz dargestellt. Bedeutende Textstellen der Interviews werden den Kategorien Politischer Druck, Bevölkerung, Medien, Ressourcenmangel, Lage / Erwartungen zur Entwicklung, Rechtsmittel / Organisation und Kosten zugeteilt und es werden dafür verschiedene Ausprägungen vergeben. Für die Interpretation der Ergebnisse wird ein Zwei-Ebenen-Modell etabliert, mit dem die Kategorien entweder der sozial-interaktiven Ebene oder der administrativ-organisatorischen Ebene zugeordnet werden. In der sozial-interaktiven Ebene befinden sich die Kategorien, die subjektive Unsicherheiten bei den Entscheidungsträgern erzeugen: Politischer Druck, Bevölkerung und Medien. In der administrativ-organisatorischen Ebene befinden sich die Kategorien, die zu einer objektiven Beurteilung der Situation führten: Ressourcenmangel, Lage / Erwartungen zur Entwicklung und Rechtsmittel / Organisation. Basierend auf diesem Modell können die untersuchten Katastrophen in drei Typen klassifiziert werden: Die Vogelgrippe ist eine Typ 1 Katastrophe mit vorranging sozial-interaktiven Umständen, das Starkregenereignis ist eine Katastrophe des Typs 2 mit vorrangig administrativ-organisatorischen Umständen und bei dem Fall Erdrutsch in Nachterstedt handelt es sich um eine Mischform.

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