Bildschirmmediennutzung bei Kindern und Jugendlichen und Zusammenhänge mit körperlicher Inaktivität und Adipositas - Empirische Datenanalyse anhand der KiGGS-Basiserhebung (2003-2006) des Robert Koch-Instituts

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Kind , Jugend , Fettsucht , Datenanalyse
Freie Schlagwörter (Deutsch): KiGGS , Bildschirmmediennutzung
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund: Studien zeigen, dass die Bildschirmmediennutzung im Kindes- und Jugendalter ein hohes Ausmaß angenommen hat und zahlreiche gesundheitliche Auswirkungen mit sich bringt. Besonders die mit der Mediennutzung einhergehenden längeren Sitzzeiten, stehen im Zusammenhang mit Überge- wicht und körperlicher Inaktivität und begünstigen die Entwicklung von chronischen Krankheiten. Ziel dieser Arbeit ist, die Zusammenhänge, zwischen Bildschirmmediennutzung und körperlich-sportlicher Aktivität und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen zu untersuchen und Unterschiede nach Geschlecht, Alter, sowie Zusammenhänge mit dem sozialen Status und Migrationsstatus aufzuzeigen. Methoden: Datengrundlage ist die erste Erhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Basiserhebung 2003-2006) des Robert Koch-Instituts. Die Analysen basieren auf der Unterstichprobe von 6812 11-17-jährigen Jungen (51,3%) und Mädchen. Querschnittliche Zusammenhänge der selbstberichteten täglichen Bildschirmmediennutzungsdauer (Fernsehen, PC/Internet, Spielkonsole) mit der körperlich-sportlichen Aktivität und dem Auftreten der Adipositas wurden anhand binär logistischer Regressionen, adjustiert für das Alter, untersucht. Zusammen- hänge mit dem Sozialstatus und Migrationsstatus wurde in der multivariaten Analyse differenziert betrachtet. Abschließend wurden logistische Regressionsanalysen der vier möglichen Zusammenhangsmuster von Bildschirmmediennutzung und körperlicher Aktivität bzw. Adipositas in Subgrup- pen durchgeführt. Ergebnisse: Eine höhere Bildschirmmediennutzungsdauer war mit vermehrtem Auftreten körperlich-sportlicher Inaktivität und höheren Prävalenzen der Adipositas assoziiert. Bei einer täglichen Nutzungsdauer von ≥ 4 Stunden waren die Chancen für körperlich-sportliche Inaktivität der Jungen und Mädchen signifikant fast zweifach erhöht. Die Mädchen zeigten bei einer Nutzungsdauer von „bis zu 4 Stunden und mehr“ eine um den Faktor 2,8 erhöhte Chance für Adipositas. Variationen in der starken Bildschirmmediennutzung zeigten sich bei beiden Geschlechtern zuungunsten des niedrigen Sozialstatus und des Migrationshintergrundes. Das riskante Zusammenhangsmuster, aus hoher Medi- ennutzung in Kombination mit körperlich-sportlicher Inaktivität bzw. Adipositas betrifft vor allem Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem sozialem Status und mit Migrationshintergrund. Diskussion: Eine hohe Mediennutzungsdauer geht mit höheren Raten körperlich-sportlicher Inaktivität im Kindes- und Jugendalter einher. Desweiteren besteht ein Zusammenhang zwischen häufigerem Auftreten der Adipositas bei starker Bildschirmmediennutzung. Die Minderheit weist eine gesundheitsrisikante Verhaltenskombination auf, trotz zu hoher Mediennutzungsdauer und zu ge- ringer körperlicher Aktivität der meisten Kinder und Jugendlichen. Die Variationen nach Alter, Geschlecht, Sozialstatus und Migrationsstatus unterstreichen die Wichtigkeit zielgruppenspezifischer Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention, um gesundheitsschädliche Auswirkungen in Risikogruppen zu reduzieren.

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