Informationskompetenzvermittlung auf Augenhöhe – Informationskompetenzvermittlung in der Tutorienarbeit an Hochschulen

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Information
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Informationsvermittlung
DDC-Sachgruppe: Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Informationskompetenz (IK) oder international ausgedrückt Information Literacy (IL) gilt als DIE Schlüsselqualifikation für das Studium. Dabei ist IK nicht mehr allein als Informationsbeschaffungs- und –auswertungskompetenz zu verstehen, sondern muss für die Hochschule im Kontext in einem erweiterten Kontext mit anderen Kompetenzen gesehen werden. Diese Kompetenzen sind, nach Secker und Coonan, „Academic Literacies“, d.h. die Entwicklung des Lernverhaltens, „New Literacies“ basierend auf dem Prinzip des „Multimodul learning“, also das Lernen mit unterschiedlichen Mitteln, „Media Literacy“, welche sich auf den kritischen Umgang mit nicht schriftlichen Kommunikationsformaten bezieht, und die „Digital Literacy“, also die Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer. Fähigkeiten aus diesen Bereichen fließen in der Informationskompetenz, welche durch kritisches Denken und Analysieren geprägt ist, zusammen. Von den Academic Literacies sind das die „Study skills“ und die Kompetenz des wissenschaftlichen Schreibens, von den new literacies die Fähigkeit im Umgang mit vielfältigen Kommunikationsformen. Media Literacy trägt zu den Fähigkeiten im Bereich der kritischen Analyse bei und Digital Literacy verhilft zu Fähigkeiten für ein erfolgreiches Suchen. Mit diesen Aspekten im Hintergrund erscheint es sinnvoll bei der IK-Vermittlung auch die eben genannten Bereiche zu berücksichtigen und diese gleichermaßen zu vermitteln. Das Entwickeln und Beherrschen dieser Kompetenzen ist die Grundlage für ein erfolgreiches Studium und dient über das Studium hinaus gesehen zur Förderung des lebenslangen Lernens. Der Studienalltag ist, durch die zunehmende Kompetenzorientierung in der Lehre, für die Studierenden geprägt durch immer mehr selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Lernen. Die Lehre verschiebt sich weg vom klassischen Frontalunterricht hin zu partizipativen, projektorientierten Unterrichts-/Lernformen. So geben Lehrende in Seminaren heute oft nur noch Grundlagen vor, anhand derer die Studierenden selbständig Aufgabenstellungen – welche sie zum Teil vorher selbst entwickeln – lösen müssen. Dies findet meist in Gruppen- oder Teamarbeit statt. Diese Art des Lernens benötigt ein hohes Maß an Selbstorganisations- und Kommunikationskompetenzen der Studierenden. Um mit diesen Anforderungen klarzukommen, braucht es ein hohes Maß an Austausch unter den Studierenden, sowie angemessene Arbeits- und Lernorte und Unterstützungs- und Beratungsangebote. Da die Hemmschwelle klassische Beratungsangebote zu nutzen oft groß ist, und Peerlearning im Seminarkontext ohnehin praktiziert wird, ist es angemessen peerbasierte Angebote im Bereich der Beratung und Unterstützung zu lern- und informationskompetenzspezifischen Themen einzusetzen. Die Beratung/Unterstützung durch gleichgestellte, studentische Tutoren schafft Angebote auf Augenhöhe, von denen letztlich beide beteiligten Seiten profitieren. Wie peerbasierte Angebote in diesem Bereich in Deutschland gestaltet und erfolgreich umgesetzt werden können, zeigen die Beispiele der Lernorte der Universität Bielefeld und des House of Competence des Karlsruher Instituts für Technik. Deren Konzepte basieren auf dem Konzept der Learning Grids der britischen Warwick Universität, welche als Vorreiter in Sachen Lernraum und peerbasierter Informationskompetenzvermittlung gilt. All diese Konzepte sind durch offene Peer-to-Peer-Beratungsangebote geprägt. Das Tutorienangebot der HAW bezieht sich in erster Linie auf einen erfolgreichen Einstieg der Erstsemester ins Studium oder auf fachspezifische, unterrichtsbegleitende Tutorien. In den Formen Erstsemestertutorium und Fach-Tutorium plus wird neben anderen Kompetenzen, ein gewisses Maß an Informationskompetenz vermittelt.

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