Die Praxis der Relevanzbeurteilung von Google-Nutzern auf dem Prüfstand. Eine Eye-Tracking-Studie

URL
Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Information
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Google
DDC-Sachgruppe: Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Diese Bachelorarbeit geht der Frage nach, ob Suchmaschinennutzer der durch Google vorgegebenen Trefferreihenfolge mehr vertrauen als ihren eigenen Relevanzurteilen. Dafür wurde eine Studie aus dem Jahr 2007 repliziert. Kernbestandteil beider Arbeiten ist ein Eye-Tracking-Experiment. Dabei wurden den Probanden ohne deren Kenntnis Google-Ergebnisseiten in zum Teil manipulierter Form präsentiert, womit Rechercheaufgaben zu lösen waren. Währenddessen wurde das Blick- und Klickverhalten aufgezeichnet. Zusätzlich sollte die Relevanz der betrachteten Suchergebnisse bewertet werden. Alle erhobenen Daten wurden später statistisch ausgewertet. Die US-amerikanischen Teilnehmer der zu replizierenden Studie wiesen ein großes Vertrauen Google gegenüber auf. Dies offenbarte sich darin, dass sie sich in ihrem Blick- und Klickverhalten eher von der Position als von der selbst bewerteten Relevanz eines Google-Ergebnisses leiten ließen. Im wiederholten Experiment dieser Abschlussarbeit standen Hamburger Studierende als Probanden zur Verfügung. Sie unterlagen aufgrund der manipulierten Ergebnislisten wie auch die Teilnehmer der Referenzarbeit einer gewissen Verunsicherung. Dies äußerte sich unter anderem durch ein längeres Verweilen auf den manipulierten Google-Ergebnisseiten. In ihrer Entscheidung, einen der Treffer anzuklicken, war jedoch der Einfluss der Treffer-Relevanz größer als der Rang innerhalb der Ergebnisliste. Daraus kann auf ein emanzipiertes Rechercheverhalten der Probanden des vorliegenden Experiments geschlossen werden. Dadurch wird die Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit verneint, die lautet, ob sich die Erkenntnisse der Referenzstudie im zeitlichen und geografischen Kontext auf heutige, deutschsprachige Suchmaschinennutzer übertragen lassen.

Hinweis zum Urheberrecht

Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datenenetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das Urheberrechtsgesetz (UrhG). Insbesondere gilt:

Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (Paragraph 53 Urheberrecht). Die Herstellung und Verbreitung von weiteren Reproduktionen ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet.

Der Benutzer ist für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und kann bei Mißbrauch haftbar gemacht werden.