Die Einwirkung von psychologischem und psychosozialem Stress auf die intestinale Mikrobiota – ein systematischer Literaturüberblick

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Psychische Belastung , Stress , Mikroflora
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Bedeutung der intestinalen Mikrobiota für die Gesundheit ihres Wirtes wird zunehmend anerkannt. Vermutet wird, dass das Gleichgewicht der mikrobiellen Gemeinschaft im Darm zu einem gesunden Zustand beiträgt. Die sonst stabile Struktur der Mikrobiota kann durch Stress beeinflusst werden. In der heutigen Gesellschaft dominieren meist psychologische und psychosoziale Stressoren. Ziel der systematischen Übersichtsarbeit ist es daher, anhand von ausgewählten Studien einen Gesamtüberblick zu geben, wie sich psychologischer und psychosozialer Stress nach aktuellem Stand auf die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota auswirkt. Die ausgewählten Studien verwenden verschiedene Stressormodelle, Probanden und Darmabschnitte, um die Einwirkung von Stress zu ermitteln. Es ist daher schwierig allgemeine Aussagen zu treffen. Es konnte gezeigt werden, dass psychologischer und psychosozialer Stress die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota verändert im Vergleich zur nicht gestressten Kontrollgruppe. Auch einzelne Bakteriengruppen können durch den wirkenden Stress zu- oder abnehmen. Besonders empfindlich scheinen die Lactobacillaceae zu sein, die in den meisten Studien mit einer Reduktion auf den Stress reagieren. Um einschätzen zu können, welche Bedeutung die Stresseinwirkung für die Gesundheit hat, werden Auswirkungen auf den Wirt dargestellt, die verbunden sind mit stressbedingten Veränderungen in der Mikrobiota. Eine solche Beziehung wird zwischen der intestinalen Mikrobiota und spezifischen Verhaltensweisen, der Immunmodulation, der Funktionalität der Mikrobiota, der Entwicklung von gastrointestinalen Entzündungen und Darmbeschwerden festgestellt. Über welche Mechanismen Stress die mikrobiellen Gemeinschaften beeinflussen kann, ist noch weitestgehend unklar. Die mfangreiche Literaturrecherche hat gezeigt, dass die Thematik bereits seit den 80er Jahren erforscht wird. Trotzdem ist die aktuelle Datenlage als verbesserungswürdig zu bewerten. Eine weitere Einschränkung ist die Tatsache, dass Studien vor 2009 zur Untersuchung der Mikrobiota Kulturverfahren verwenden, welche im Vergleich zu modernen Analysemethoden nur einen Bruchteil der Bakterien identifizieren können. Humanstudien sind kaum vorhanden. Um gesicherte Ergebnisse zu erhalten, sollten zukünftig randomisierte und kontrollierte Studien durchgeführt werden, v.a. am Menschen, unter Einbeziehung moderner Untersuchungstechniken.

Kurzfassung auf Englisch:

The importance of the intestinal microbiota for the health of its host is increasingly recognized. It is supposed that the balance of the microbial community in the gut contributes to a healthy condition. The stable structutre of the intestinal microbiota can be affected by stress. Psychological and psychosocial stressors dominate in today´s society. The aim of the systematic review is to give an overview about how psychological and psychosocial stressors impact the composition of the intestinal microbiota on the basis of selected studies by the current state of scientific knowledge. The included studies use different models of stress, subjects and sections of the gut to examine the impact of stress. Thus, it is difficult to make overall conclusions. It has been shown that psychological and psychosocial stress change the composition of the gut microbiota compared to the unstressed control group. Also, individual bacterial groups can be increased or decreased by the affecting stress. Especially, lactobacillaceae seem to be sensitive as they react with a reduction in most of the studies. To estimate the importance of stress impact on health, consequences for the host, related to stress induced changes in microbiota are presented. Such a relationship is determined between the intestinal microbiota and specific behaviours, immunomodulation, functionality of the microbiota, development of gastrointestinal inflammation and intestinal discomfort. Mechanisms through which stress affects the microbial community are largely unknown. The extensive literature research showed that the issue is examined since the eighties. However, the existing data is considered in need to be improved as studies before 2009 use bacterial cultivation in order to analyse the microbiota. With this technique, only a small amount of bacteria can be identified compared to modern analysis. There are almost no human studies for getting significant results. Future studies should be randomized and controled, mainly with humans as subjects and ba-sed on modern analyses.

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