Evaluation möglicher Risiken im Hinblick auf eine Lockerung des Verfüttungsverbots von tierischem Eiweiß

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Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Fütterung , Verbot , Tierische Proteine
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft, Veterinärmedizin

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Verordnung EG (Nr.) 999/2001, welche im Jahre 2001 in Europa als Reaktion auf die Vorkommnisse durch die Rinderkrankheit BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie) erlas-sen wurde, führte damals dazu, dass ein Überschwappen der Krise auf Deutschland ausblieb. Auch heute noch schützt sie zuverlässig vor der Verbreitung von BSE und der Übertragung auf den Menschen. Da mittlerweile aus wissenschaftlicher Sicht sicher ist, dass BSE nicht auf Schweine oder Hühner übertragen werden kann und da sich die Lebensmittelhygiene in der Fleischverarbeitung deutlich verbessert hat ist im Angesicht der negativen Auswirkungen der Verordnung auf Umwelt und Nachhaltigkeit eine Wiedereinführung der Verfütterung von verarbeiteten tierischen Proteinen (VTPs) aus Schweinen und Hühner an ebendiese -unter Ausschluss von Zwangskannibalismus- als äußerst sinnvoll zu werten. Dieses Vorhaben hat sich die Europäische Kommission im Rahmen des Zweiten TSE-Fahrplans (TSE: Transmissible spongiforme Enzephalopathien, wozu auch BSE gehört) im Jahr 2010 auf die Agenda gesetzt und die Umsetzung scheint kurz bevor zu stehen. Auch die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte systematische Literarturrecherche unterstützt die Aussagen der EU-Kommission, wonach sich das TSE-Risiko durch die geplante Verordnungslockerung weder für Tier noch Mensch erhöht. Ziel dieser Arbeit war es nun, herauszufinden wie eine mögliche Reaktion der deutschen Verbraucher auf die Verordnungsän-derung aussehen könnte. Vermutet wurde eine Tendenz zur Ablehnung, wenn eine starke Gedächtniswirkung bezogen auf die BSE-Krise vorliegt. Die im Rahmen dieser Arbeit durch-geführte Online-Umfrage innerhalb der Fakultät Life Sciences an der HAW Hamburg ergab zwar eine starke Ablehnung der Verordnungsänderung, vermutlich jedoch nicht aufgrund der Angst vor einem Sicherheitsrisiko, sondern aufgrund der Einordnung der Verfütterung von VTPs als „widernatürlich“ und der allgemeinen Ablehnung von Massentierhaltung. Die Stichprobe ist allerdings nicht signifikant für die deutsche Bevölkerung, da die Befragten im Mittel überdurchschnittlich jung waren sowie ein überdurchschnittliches Interesse für Gesundheit, Umwelt- und Tierschutz zeigten. Ob eine Angst vor TSEs aufgrund des intensiven Erlebens der BSE-Krise für andere Bevölkerungsgruppen in Deutschland eine Ablehnung der Verord-nungslockerung begünstigt, bedarf weiterführender Untersuchungen

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