Gesundheitskompetenz bei Menschen mit Migrationshintergrund

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Gesundheitskompetenz , Migrationshintergrund
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Einleitung: Das Thema Gesundheitskompetenz ist in Deutschland noch eher unerforscht. Es ist wichtig für das Individuum und die Gesellschaft, eine gute Gesundheitskompetenz aufzuweisen, um zum Beispiel risikoreiches Gesundheitsverhalten oder eine zu geringe Inanspruchnahme von Präventionsangeboten zu minimieren. Folgen einer geringen Gesundheitskompetenz könnten zu späte Diagnosestellungen und höhere Behandlungs- und Krankheitskosten sein. Nach Schätzungen der WHO entstehen drei bis fünf Prozent der Gesundheitsausgaben aufgrund von fehlender oder unzureichender Gesundheitskompetenz. Als Hochrisikogruppe werden Menschen mit Migrationshintergrund angesehen. In dieser Arbeit liegt der Fokus ausschließlich auf der Betrachtung der Einflussfaktoren bezogen auf die Gesundheitskompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund im mittleren Lebensalter. Methodik: Basis dieser Arbeit ist eine binär logistische Regressionsanalyse von Menschen mit Migrationshintergrund im mittleren Lebensalter in Hamburg, die aus der von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) im Jahr 2011 veranlassten GIMA-Querschnittsstudie selektiert wurden. Die Erhebung der Daten erfolgte nach mehrstufigem Zufallsprinzip. Mittels SPSS wurden in einer quantitativen Analyse soziodemographische Daten wie das Alter, das Geschlecht und der sozioökonomische Status und die Dauer des Aufenthaltes in der BRD auf Zusammenhänge zur Gesundheitskompetenz untersucht. Die Grafiken und Tabellen aus SPSS wurden mit Hilfe von Microsoft Excel bearbeitet und graphisch dargestellt. Ergebnisse: Die multivariate Analyse durch eine binär logistische Regression ergab, dass das weibliche Geschlecht und ein erhöhter sozioökonomischer Status die Chance erhöhen, als Mensch mit Migrationshintergrund gesundheitskompetent zu sein. Diskussion: Das weibliche Geschlecht und ein erhöhter sozioökonomischer Status konnten als Schutzfaktor für das Vorhandensein von Gesundheitskompetenz bei Menschen mit Migrationshintergrund identifiziert werden. Das Alter und die Dauer des Aufenthaltes in der BRD konnten als nicht statistisch signifikant erkannt und somit als nicht relevant angesehen werden. Denkbare Limitationen könnten sein: Mögliche unzureichende Stichprobenanzahl, Messinstrument-Fehler und wenig Aussagekraft durch dichotome Variablen. Weitere Studien zur Aufdeckung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind empfehlenswert. Außerdem werden Interventionen zur Förderung der Gesundheitskompetenz bei Menschen mit Migrationshintergrund empfohlen.

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