Servicequalität im Verteilnetzbetrieb. Analyse der Regulierungsansätze und Handlungsempfehlungen für eine Weiterentwicklung der Qualitätsregulierung

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Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Maschinenbau und Produktion
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Energiewirtschaft
Freie Schlagwörter (Deutsch): Energiewirtschaft, Monopolwirtschaft, Regulierungssysteme, Anreizregulierung, Qua-litätsregulierung, Servicequalität, Experteninterview
Freie Schlagwörter (Englisch): energy economy, monopolism, regulatory systems, incentive regulation, quality regula-tion, service quality, expert interview
DDC-Sachgruppe: Ingenieurwissenschaften und Maschinenbau

Kurzfassung auf Deutsch:

Im Rahmen der vorliegenden Masterthesis befasst sich der Autor mit der Analyse von Regulierungsansätzen für die Weiterentwicklung der deutschen Anreizregulierung im Netzbetrieb der Energiewirtschaft im Hinblick auf eine mögliche Regulierung der Servicequalität. Strom- und Gasnetzbetreiber besitzen in der Energiewirtschaft eine Son-derrolle als natürliche Monopole, da es volkswirtschaftlich aus Gesamtkostengründen nicht sinnvoll ist mehr als eine Infrastruktur zum Transport von Strom und Gas vorzu-halten. Im Rahmen des Unbundlings sind Strom- und Gasnetzbetreiber von den übrigen Stufen der Wertschöpfungskette entflechtet und haben die Aufgabe die erzeugte Energie gegen ein Entgelt durch ihr Netz zu leiten. Um die Kosten für die Kunden gering zu halten, werden die Netzentgelte im Rahmen einer Anreizregulierung staatlich reguliert. Damit sich der aus der Kostenregulierung ergebende Effizienzdruck nicht auf die Versorgungsqualität des Netzes auswirkt, wird die Qualität als Gegenpol zur Anreizregulierung gesondert überwacht. Dies geschieht jedoch in Deutschland bislang nur hinsichtlich der Netzzuverlässigkeit bzw. der Dauer von Stromausfällen und lässt andere Teilbereiche wie die Servicequalität außen vor. Diese versteht sich als Qualität der Beziehung zwischen Netzbetreiber und Kunde und umfasst u.a. die Einhaltung von Terminen, die Qualität der Rechnungslegung, die Dauer der Herstellung eines Netzanschlusses usw. Es wurde deshalb im Rahmen einer Literaturrecherche im Kontext deutscher und inter-nationaler Regulierungsanalysen zur Servicequalität untersucht, ob eine theoretische Notwendigkeit zur staatlichen Regulierung der Servicequalität besteht. Die wissen-schaftliche Untersuchung bestätigte dies. Darüber hinaus wurden internationale Regu-lierungsansätze im Hinblick auf ihre Mittel und Indikatoren zur Regulierung der Servicequalität untersucht. Dementsprechend wurde als Ergebnis ein mögliches Modell zur Implementierung einer Qualitätsregulierung der Servicequalität deutscher Netzbetreiber entwickelt. Die Aus-wahl der zu regulierenden Indikatoren erfolgte über eine Auswertung von Veröffentli-chungen im Rahmen von Monitoring-, Evaluierungs- und Transparenzberichten. Die Modelentwicklung ergab einen theoretischen Handlungsbedarf hinsichtlich der Regu-lierung des Netzanschlusses von Strom- und Gasnetzbetreibern mit Mindeststandards sowie einer möglichen Überwachung der Netzabrechnung im Gasbereich durch Veröf-fentlichungs- und Transparenzpflichten. Das vom Autor entwickelte Modell zur Regulierung der Servicequalität von Strom- und Gasnetzbetreibern in Deutschland wurde durch Experteninterviews auf seine praktische Tauglichkeit untersucht. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass die Servicequalität der deutschen Strom- und Gasnetzbetreiber als sehr hoch angesehen wird, jedoch für eine tiefgründige Auswertung eine Informationslücke besteht. Dementsprechend kann die Empfehlung ausgesprochen werden, zunächst die Informa-tionslücke durch angemessene Veröffentlichungs- und Transparenzmaßnahmen zu schließen. Erst nach einer langfristigen Erhebung können die Ergebnisse evaluiert und hinsichtlich einer Verschlechterung der Servicequalität untersucht werden. Sofern dann Handlungsbedarf besteht, könnte anschließend mit Hilfe von vorgegebenen Mindest-standards eine angemessene Qualität in der Netzbetreiber-Kunden-Beziehung sicherge-stellt werden. Dabei ist jedoch stets auf das volkswirtschaftliche Kostenniveau und eine Vermeidung von unnötigem Bürokratieaufwand zu achten.

Kurzfassung auf Englisch:

Within the scope of this master thesis the author deals with the analysis of regulatory approaches for the further development of the German incentive regulation in the grid operation of the energy industry with a view to a possible regulation of the service qual-ity. Electricity and gas network operators have a special role as natural monopolies in the energy industry, as it is not economically feasible to supply more than one infra-structure for the transport of electricity and gas for reasons of cost. Within the framework of the unbundling, electricity and gas network operators are deprived of the re-maining stages of the value chain and have the task of directing the generated energy for a fee through their network. In order to keep the cost to customers low, the grid charges are regulated by state regu-lation within the framework of an incentive regulation. To ensure that the efficiency pressure resulting from the cost regulation does not impact on the quality of the network, the quality as a counter-pole to the incentive regulation is monitored separately. How-ever, in Germany only the grid reliability or the duration of power failures is regulated and leaves other areas such as the service quality outside. This is understood as the quality of the relationship between the network operator and the customer and includes, among other things, the observance of deadlines, the quality of the accounting, the du-ration of the production of a network connection, etc. Therefore, in the context of a literature review of German and international regulatory analyses on the quality of service, it was examined whether there is a theoretical neces-sity for state regulation of service quality. The scientific investigation confirmed this. In addition, international regulatory approaches were examined regarding their resources and indicators to regulate service quality. As a result, a possible model for the implementation of a quality control of the service quality of German network operators was developed. The selection of the indicators to be regulated was based on an evaluation of publications in the context of monitoring, evaluation and transparency reports. Model development shew a theoretical need for action about the regulation of the grid connection of electricity and gas grid operators with minimum standards as well as possible monitoring of network billing in the gas area by means of publication and transparency requirements. The model developed by the author to regulate the service quality of electricity and gas grid operators in Germany was examined by expert interviews for its practical suitability. As a result, it was found that the service quality of the German electricity and gas grid operators is considered to be very high, but there is an information gap for a pro-found evaluation. Accordingly, the recommendation can be made to first close the information gap through appropriate publication and transparency measures. Only after a long-term sur-vey the results can be evaluated and examined for a deterioration in the quality of ser-vice. If there is a need for action, an appropriate quality in the network operator-customer relationship could then be ensured by means of predetermined minimum standards. However, attention must always be paid to the economic cost of the economy and the avoidance of unnecessary bureaucracy.

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