Herausforderungen für Pflegende bei der Betreuung und Unterstützung von Angehörigen palliativ versorgter und sterbender Menschen in Akutkrankenhäusern

URL
Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Pflege und Management
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Palliativpflege , Pflegepersonal
Freie Schlagwörter (Deutsch): Akutkrankenhaus
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Die vorliegende qualitative Studie untersucht, vor was für Herausforderungen professionell Pflegende, die palliativ versorgte Patienten und deren Angehörigen in einem Akutkrankenhaus betreuen und begleiten, stehen. Eine angemessene palliative Versorgung ist in Deutschland noch nicht flächendeckend und ausreichend vorhanden, obwohl gerade die Betreuung von Menschen in diesen Situationen besondere Fähigkeiten und Kompetenzen benötigt. Unter dem Gesichtspunkt, dass ein Großteil der Menschen in einem Krankenhaus sterben und dort nicht auf einer Palliativstation, werden in dieser Arbeit die Aufgaben, Pflichten und Chancen der pflegerischen Versorgung der Betroffenen identifiziert und analysiert. Dafür wurden sechs leitfadengestützte Interviews mit examinierten Pflegenden durchgeführt, die alle in dem gleichen Hamburger Krankenhaus arbeiten. Die Aussagen aus den Interviews wurden mittels der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring hinsichtlich der Bedürfnisse und Anliegen der Angehörigen von palliativ versorgten Menschen, sowie der Kompetenzen und Fähigkeiten, die Pflegende aufweisen sollten, um die Bedürfnisse adäquat befriedigen zu können, analysiert. Das Ziel war es herauszufinden, wie Pflegende trotz widriger Begleitumstände im Krankenhaus, wie den chronischen Personal- und Zeitmangel und die damit oftmals einhergehende Überforderung, den Bedarfen der Betroffenen gerecht werden können und wie sie ihr Wissen, sowie ihre Kompetenzen hierbei aktiv einbringen können. Nach Aussage der Pflegenden können durch Strukturen wie eine Palliativeinheit und die Einführung eines palliativen Konsildienst die Qualität der palliativen Versorgung der Patienten, sowie der Begleitung der Angehörigen erheblich verbessert werden. Zeitmangel und fehlendes Wissen von Pflegenden, aber auch anderen Berufsgruppen im Umgang mit palliativen Situationen wurden als Gründe für eine unzureichende palliative Versorgung identifiziert. Die Bedürfnisse der Angehörigen beziehen sich auf die Kommunikation mit den Pflegenden und dem Wunsch nach Teilhabe an pflegerischen Tätigkeiten. Angehörige brauchen Zeit und Ruhe für die Verarbeitung der Situation und trauern. Dabei können sie von Pflegenden durch empathische und gesprächsleitende, kommunikative Fähigkeiten unterstützt und aufgefangen werden. Pflegende können ihre Kompetenzen durch Weiterbildungen erweitern, um Angehörigen und Patienten helfen zu können. Gegen andere Faktoren, wie den Zeit- und Personalmangel können sie nichts ausrichten. Hier könnten Strukturen wie Palliativdienste, die in vielen Krankenhäusern eingerichtet werden müssten, helfen, die palliative Versorgung zu zentralisieren. Dadurch könnten alle von einer palliativen Versorgung betroffenen Menschen in einem Krankenhaus, egal auf welcher Station sie sind, gezielter und adäquater betreut und begleitet werden.

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