Ehrenamt in der Flüchtlingshile - Gesundheitliche Auswirkungen, Ressourcen und Unterstützungsbedarfe

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Ehrenamt , Ehrenamtliche Tätigkeit , Soziales Engagement , Flüchtlingshilfe , Gesundheit , Auswirkung , Ressourcen , Unterstützung , Bedarf
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund Durch die Flüchtlingsströme in den letzten Jahren hat sich die Zahl der in Deutschland le-benden Geflüchteten stark erhöht. In dieser Zeit haben sich viele Personen bereit erklärt, Geflüchtete in ihrer Ankunft in Deutschland ehrenamtlich zu unterstützen. Welche gesund-heitlichen Auswirkungen hat dies auf die Ehrenamtlichen in Hamburg? Hat die Ausprägung der Resilienz der Ehrenamtlichen einen Einfluss auf die Effekte der Flüchtlingsarbeit? Methodik Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wurde eine explorative Querschnittsstudie mit-hilfe eines schriftlichen (Online)Fragebogens durchgeführt. Zur Entwicklung des Erhe-bungsinstruments wurden Bedarfsanalysen zur Gesundheit der Ehrenamtlichen von Borkel (2016) und Freyer (2016) verwendet. Die Rekrutierung der TeilnehmerInnen erfolgte über Facebookgruppen der freiwilligen HelferInnen. Die Analyse der Daten wurde deskriptiv und analytisch durchgeführt (IBM Statistics SPSS 23). In der Reliabilitätsanalyse der Skalen für die negativen Effekte werden zwei Aussagen der Kategorie „strukturelle Rahmenbedingun-gen“ ausgeschlossen, da diese das Cronbach‘ Alpha negativ beeinflusst haben. Von den 207 TeilnehmerInnen wurden 140 Personen in die Erhebung eingeschlossen. Ergebnisse Das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe hat überwiegend positive Auswirkungen auf die Ge-sundheit. Die freiwilligen HelferInnen haben Spaß an der Arbeit mit Geflüchteten, lernen neue Kulturen kennen und haben das Gefühl, mit ihrer Arbeit etwas zu bewegen. Bezüglich der negativen Effekte zeigen sich Bedarfe hinsichtlich des Einschätzens der zeitlichen Ka-pazitäten und dem Problem, einen freien Kopf zu bewahren. Weiterhin fühlen Frauen sich überfordert bei ihrer Arbeit (p=0,01). Die Ehrenamtlichen scheinen eine leicht stärkere Resilienzausprägung aufzuweisen als die durchschnittliche Bevölkerung. Weiterhin scheint ein schwacher positiver Zusammenhang zwischen der Resilienz und den positiven gesundheitlichen Auswirkungen zu bestehen (rpos=0,10, p=0,26). Im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen der Dauer der Aktivität in der Flüchtlingshilfe und den Auswirkungen scheinen die positiven Auswirkungen mit Dauer des Ehrenamts gleichzubleiben, während sich die negativen Effekte verstärken. Es zeigt sich hier eine schwache, nicht signifikante Korrelation (rpos=0,02, p=0,84; rneg=0,14, p=0,11). Ehrenamtliche bevorzugen eintägige Workshops und Fachvorträge in zentralen, unabhängigen Einrichtungen, wobei auch der Wunsch nach Online-Angeboten geäußert wurde. Die TeilnehmerInnen empfinden die Themen Recht, psychische Belastungen und Umgang mit traumatisierten Geflüchteten als besonders relevant. Viele Ehrenamtlichen wa-ren bestehende Angebote nicht bekannt oder zeitlich nicht passend. Fazit Diese Arbeit zeigt auf, dass das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe überwiegend positive Ef-fekte auf die Gesundheit Freiwilligen hat, wobei Bedarf für Unterstützungen im Bereich Zeit- und Stressmanagement und Umgang mit psychischen Belastungen besteht. Die Bedarfsa-nalysen von Borkel und Freyer (2016) treffen somit hinsichtlich der positiven Effekte zu, wobei dies nur bei drei der negativen Auswirkungen der Fall ist. Diese Ergebnisse können verwendet werden, um zukünftig bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln. Es ist anzumer-ken, dass diese Erhebung nicht als repräsentativ bewertet werden kann. Um die erhobenen Ergebnisse generalisieren zu können, wird weitere Forschung im Bereich der Gesundheit von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe benötigt. Besonders die untersuchten Zusam-menhänge sollten weiter überprüft werden, um diese auf Zufallsbedingtheit zu überprüfen. Diese Arbeit zeigt erste Trends auf, die im Rahmen einer größeren Erhebung belegt werden müssen.

Kurzfassung auf Englisch:

Background Due to the outflow of refugees over the last years, the number of refugees living in Germany has been on the rise. Many people came forward to voluntarily support refugees upon their arrival in Germany. This begs the question, what possible effects does volunteering in ref-ugee help have on the health of said volunteers in Hamburg? Does their state of resilience have an impact on the effects of voluntary refugee work? Methods The research questions were investigated in an explorative cross-sectional study using a quantitative online questionnaire. To develop this tool, assessments of needs conducted by Borkel (2016) and Freyer (2016) were used. As for recruiting the participants, the survey link was posted in multiple already existing Facebook groups which were created to organ-ise the voluntary refugee work in Hamburg. A descriptive as well as an analytical data anal-ysis was conducted using IBM Statistics SPSS 23. Since two of the statements used under the category “Structural Environment” reduced the overall reliability of the negative effects scale, they were consequently taken out of the analysis. Out of the 207 recruited partici-pants, 140 were taken into consideration. Results Volunteering in refugee help results in mostly positive effects on the health of people that volunteer. They enjoy working with refugees, learning about new cultures and they addi-tionally tend to feel that their work has a direct impact on the world around them. Regarding the negative effects, there is a need for the assessment of individual capacities based on time, and difficulties keeping their minds clear. Furthermore, women feel more overtaxed with their work than men (p=0.01). Volunteers seem to have slightly higher resilience levels than the average German popula-tion. Additionally, there seems to be a weak positive correlation between the resilience score and the positive effects of volunteering (rpos=0.10, p=0.26). Regarding the relationship between the duration of voluntary activity and the effects on health, the positive effects seem to stay the same with increasing duration of activity while the negative effects seem to increase by what appears to be a weak non-significant positive correlation (rpos=0.02, p=0.84; rneg=0.14, p=0.11). Volunteers prefer one-day workshops and presentations in cen-trally located independent facilities, whereby there is also the demand for online workshops. The participants rated the topics law, psychological stress and interaction with traumatised refugees as most relevant. Many volunteers did not know about existing workshops or found their timings inconvenient. Conclusion This study shows that volunteering in refugee help has primarily positive effects on health while on the other hand, there is the need for support in time and stress management and dealing with psychological burden. Therefore, the assessments of needs from Borkel (2016) and Freyer (2016) apply on the volunteers looking at positive effects whereas this is only true for three of the evaluated negative effects. The results of this report can be used to develop need-based workshops. It should be stated that this study cannot be rated as rep-resentative. To be able to generalise the results, further research on the health of volunteers in refugee help is needed. Moreover, the non-significant correlations have to be tested. This study identifies tendencies which require be proven on by larger investigations.

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