Vergleich verschiedener Präparate von Beauveria bassiana Stämmen (insektenpathogener Pilz) zur Bekämpfung von Trialeurodes vaporariorum(Gewächshaus-Weiße Fliege) auf Auberginenpflanzen

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Umwelttechnik
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Präparat , Bekämpfung , Aubergine
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Eine der hartnäckigsten Schädlinge im Gewächshaus ist die Weiße Fliege Trialeurodes vaporariorum. Sie saugt an Pflanzteilen, schädigt diese und scheidet Honigtau aus, der wiederum das Wachstum von Rußtaupilzen begünstigt, wodurch Pflanzen und deren Früchte verschmutzen und nicht mehr vermarktet werden können. Für die Bekämpfung von T. vaporariorum werden häufig chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die seit langem ubiquitär in der Umwelt vorkommen und diese kontaminieren, die zu Resistenzen der Schädlinge und Schädigungen der Populationen nützlicher und indifferenter Arten führen. Daher wird nach Alternativen zu chemischen Mitteln gesucht, die u.a. der biologische und integrierte Pflanzenschutz sind. Beim biologischen Pflanzenschutz wird auf chemische Mittel verzichtet und eine Reduzierung der Schaderreger auf einen tolerierbaren Restbefall angestrebt. Es werden z.B. Nützlinge eingesetzt, die die Schadinsekten nur bei bestimmten Licht-, Temperaturund Feuchteverhältnissen bekämpfen können, wodurch keine Rückstände und Resistenzen entstehen. Der integrierte Pflanzenschutz ist eine Kombination aus u.a. biologischen und biotechnologischen Maßnahmen, die die chemischen Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränken, wodurch die Nachteile dieser verringert werden, und Schäden durch Schädlinge unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten (PflSchG § 2 Absatz 2). Es wird zunehmend auf mikrobiologische Pflanzenschutzmittel gesetzt, um Nachteile chemischer Mittel und Nützlinge zu reduzieren. Mikrobiologische Pflanzenschutzmittel enthalten Bakterien, Pilze und Viren, die Epidemien auslösen. Sie belasten die Umwelt kaum, weisen keine Resistenzen auf und sind nützlingsschonend. Ein Nachteil ist, dass sie hohe Ansprüche an die Temperatur- und Feuchteverhältnisse haben. Pilze sind die wichtigsten Krankheitserreger für die Schädlingsbekämpfung und haben ein breites Wirkspektrum, wie der Pilz Beauveria bassiana, der u.a. T. vaporariorum befällt. Ziel dieser Arbeit ist es, drei verschiedene Präparate aus unterschiedlichen Beauveria bassiana Stämmen (Botanigard, Naturalis, Velifer), welche bereits zu Präparaten formuliert sind, weiter zu erforschen bzw. zu prüfen, um die bisherigen Bekämpfungsmaßnahmen gegen T. vaporariorum weiter ersetzen zu können. Daher werden die drei Präparate zur Bekämpfung von T. vaporariorum angewendet und ihre Wirkung auf die Adulten und Larven verglichen. Für den Versuch werden 96 Wirtspflanzen (in der vorliegenden Arbeit: Aubergine ‘Ophelia‘ F1) von T. vaporariorum herangezogen und danach mit T. vaporariorum inokuliert. Nach der Inokulation werden die vier Wiederholungen einer Variante mit dem jeweiligen Präparat fünf Mal in einem Abstand von ca. sechs Tagen gespritzt. Die Bonituren werden vor den Spritzungen und nach der letzten Spritzung noch weitere vier Mal durchgeführt. Für die Bonituren wird die Anzahl der Adulten und Larven von T. vaporariorum und der Habitus der Pflanzen bonitiert. Die Blattanzahl des Haupttriebes und die Höhe der Pflanzen steigt immer weiter an und ist in allen Varianten nahe zu gleich. Die Anzahl der Adulten der unbehandelten Kontroll- Variante liegt bei acht und die Larvenanzahl bei sieben von neun Bonituren über der Anzahl der Adulten bzw. Larven der behandelten Varianten. Während des Versuchs liegt die Anzahl der Adulten bzw. Larven der behandelten Varianten recht nahe beieinander, bleibt in den ersten drei bzw. sechs Bonituren relativ konstant bei einem Durchschnittswert von 447 Adulten der vier Wiederholungen einer Variante bzw. 4.654 Larven der vier Wiederholungen einer Variante und steigt erst danach langsam an. Da die Anzahl der behandelten Varianten in acht bzw. sieben von neun Bonituren unter der Anzahl der Kontroll-Variante liegt, ist eine deutliche Wirkung der drei Präparate festzustellen. Der Wirkungsgrad der behandelten Varianten gegenüber den Adulten bzw. Larven liegt bei vier bzw. sechs von acht Bonituren zwischen 40 und 70 %. Der Versuch zeigt also, dass Beauveria bassiana eine gewisse Wirkung auf T. vaporariorum hat. Durch die hohen Ansprüche von Beauveria bassiana an die Temperatur und Feuchte ist die mikrobiologische Bekämpfung von T. vaporariorum etwas schwieriger durchführbar als andere Bekämpfungsmaßnahmen. Trotzdem sind mikrobiologische Pflanzenschutzmittel eine sinnvolle und geeignete Alternative zu herkömmlichen Maßnahmen und sollten zunehmend eingesetzt werden, da sie T. vaporariorum mit einem Wirkungsgrad von 40 bis 70 % bekämpfen, keine Resistenzen und Rückstandsprobleme aufweisen und die Umwelt kaum schädigen.

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