Die nutrizeutisch bedingte Beeinflussbarkeit des Therapie-Outcomes bei der Behandlung des Pankreaskarzinoms

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Bauchspeicheldrüsenkrebs , Omega-3-Fettsäuren , Curcumin , Chemotherapie , Nebenwirkung
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund: Das Pankreaskarzinom zählt zu den schnell wachsenden Tumoren, mit der Tendenz einer sehr schlechten Prognose. Die fünfjährige Überlebensrate in Deutschland wird unabhängig vom Tumorstadium bei Diagnosestellung mit etwa 8% angegeben, was der niedrigsten Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen entspricht. Abgesehen von dem hohen Leidensgrad der Betroffenen stellt die Erkrankung therapeutische Maßnahmen vor eine Herausforderung. Chirurgische Interventionen sind nur in 20% der Fälle möglich und aufgrund der Schwere des Eingriffs mit einer langen Krankenhausverweildauer sowie postoperativen Komplikationen assoziiert. Unumgänglicher Bestandteil des therapeutischen Settings stellt die Zytostatikatherapie in palliativer, adjuvanter oder gar kurativer Form dar. Die Hauptlimitation der Behandlung besteht aus Dosislimitationen, resultierend aus massiven Toxizitätsprofilen oder Therapieresistenzen. Trotz radikaler Entfernung des Tumors und begleitender Chemotherapie erreichen ausschließlich 10-20% der Patienten das 5-Jahres- Gesamtüberleben. Die Behandlung des Pankreaskarzinoms erfordert somit einen gesteigerten Handlungsbedarf. Die Erforschung ernährungsspezifischer Maßnahmen in unterstützender Absicht und deren Wirksamkeit auf das Therapieergebnis sollten einen Schwerpunkt in der Wissenschaft bilden. Methoden: Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einen evidenzbasierten Literaturüberblick zum Thema ernährungsgestützte Supportivtherapie bei der Behandlung des Pankreaskarzinoms darzustellen. Hierzu erfolgte die systematische Literaturrecherche in den Online-Datenbanken Pubmed, Sciencedirect, Researchgate und Google Scholar. Für die Bewertung möglicher Handlungsempfehlungen wurden die Ergebnisse interpretiert, sowie durch Monographien und Fachliteratur ergänzt. Ergebnisse: Die präoperative Nahrungsergänzung immunmodulierter Nahrung und die Umgehung der präoperativen Nüchternheitsphase konnte mit einer niedrigen Komplikationsrate sowie Krankenhausverweildauer beobachtet werden. Sekundäre Pflanzenstoffe zeigten einen positiven Einfluss auf das Therapieergebnis, indem sich ein reduziertes Tumorwachstum durch die verstärkte Wirkung des Zytostatikums Gemcitabin einstellte. Die Ergebnisse sind in dem Fall jedoch nicht auf den Menschen replizierbar, da es sich um tierexperimentelle Untersuchungen handelt. Omega-3-Fettsäuren hingegen lieferten eindeutige Hinweise auf die synergistisch gesteigerte zytotoxische Wirkung auf Tumorzellen, bei gleichzeitigem Schutz der gesunden Zellen. Daraus resultierend ergaben sich relevante Vorteile hinsichtlich der Nebenwirkungen, Lebensqualität und das Gesamtüberleben. Der Einsatz Curcumins im Hinblick auf einen Therapievorteil ergab bislang keine eindeutigen Ergebnisse. Die geringe Bioverfügbarkeit des Nährstoffs, sowie die hohen Nebenwirkungsprofile stehen den anti-kanzerogenen Faktoren, unter der Kombinationstherapie aus Gemcitabin und Curcumin, gegenüber. Fazit: Insgesamt liefern die Ergebnisse eindeutige Hinweise auf die positive Beeinflussbarkeit des Therapieergebnisses, zeigen jedoch auch Schwächen hinsichtlich ihrer Homogenität und Replizierbarkeit. Weitere klinische Studien sind nötig um die zu Grunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen klären und den nutritiven Einsatz in adjuvanter Form als Therapiebaustein implementieren zu können. Die Synthese von Kombinationspräparaten aus Chemotherapeutika und nutritiven Stoffen könnte im Rahmen klinischer Humanstudien Aufschluss über das therapiesteigernde Potential der Nährstoffe geben. Individuelle Empfehlungen zur Anwendung der Substitutionsart und –dosis sollten weiterentwickelt und mit Hilfe von doppelt verblindeten RCT-Studien validiert werden.

Kurzfassung auf Englisch:

Background: The pancreas carcinoma counts to the quickly growing tumors with the trend to a bad forecast. The five-year-survival rate in Germany is given, independent of the tumor stage at diagnosis time, with about 8% what corresponds to the lowest survival rate under all cancer illnesses. Apart from the high suffering of the affected persons, the disease poses a major challenge to the therapeutic measures. Surgical interventions are possible only in 20% of the cases and due to the severity of the procedure, associated with a long hospital stay and postoperative complications. Cytostatic therapy in palliative, adjuvant or even curative form is an indispensable part of the therapeutic setting. The main limitation of the treatment consists of dose limits resulting from massive toxicity profiles or resistance to therapy. Despite radical tumor removal and accompanying chemotherapy, only 10-20% of patients achieve the 5-year overall survival. The treatment of pancreatic carcinoma thus requires an increased need for action. Research on nutrition-specific measures with supportive intent and their effectiveness on therapy-outcome should form a main focus in science. Methods: The aim of the present study is to build an evidence-based review on nutritional supportive therapy in the treatment of pancreatic carcinoma. The systematic literature research is undertaken by the databases pubmed, sciencedirect, researchgate and google scholar. For the evaluation of possible recommendations for action, the results are interpreted and supplemented by monographs and specialist literature. Results: The presurgical food supplementation of immune-modulated food and the avoidance of the preoperative sobriety phase could be observed with a low complication rate as well as hospital resting time. Phytochemicals showed a positive influence on the therapy result, as reduced tumor growth was due to the increased cytotoxic effect of gemcitabine. However, the results in this case are not replicable to humans because they come from animal studies. Omega-2 fatty acids provided clear evidence of the synergistically increased cytotoxic effect on tumor cells while simultaneously protecting the healthy cells. As a result, there were relevant benefits in terms of side effects, quality of life and overall survival. The use of curcumin in terms of therapeutic benefit has not yielded conclusive results. The low bioavailability of the nutrient, as well as the high side-effect profiles are in contrast to the anti-carcinogenic factors under the combination of gemcitabine and curcumin. Conclusion: Overall, the results provide clear evidence of the positive suggestibility of the treatment outcome but also show weaknesses in terms of their homogeneity and replicability. Further clinical studies are needed to clarify the underlying pathophysiological mechanisms and to be able to implement the nutritional use in adjuvant form as a therapeutic component. The synthesis of combination preparations from chemotherapeutic agents and nutritive substances could provide information on the therapeutic potential of nutrients in clinical human studies. Individual recommendations for the use of substitution type and dose should be further developed and validated using double blinded RCT studies.

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