Einflussfaktoren auf den Wunsch nach sozialer Distanz gegenüber Frauen und Männern mit Adipositas in Deutschland

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Soziale Distanz , Einflussgröße , Wunsch , Frau , Mann , Fettsucht , Deutschland
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund: Vor allem für Frauen sind Schönheitsnormen in den westlichen Kulturen stark mit einem schlanken Idealbild verknüpft. Übergewicht geht hingegen mit Stigmatisierung und Diskriminierung einher, wobei bisherige Studien zeigen konnten, dass Frauen davon häufiger betroffen sind als Männer. Vor dem Hintergrund der vielfältigen negativen Konse-quenzen, die mit gewichtsbedingter Stigmatisierung verbunden sind, gewinnt die Erfor-schung seiner Determinanten zunehmend an Relevanz, um daraus abgeleitet zielgerichtete Maßnahmen zur Stigmareduktion entwickeln zu können. Wenige Arbeiten beschäftigen sich bislang mit den Determinanten gewichtsbedingter Stigmatisierung in der deutschen Bevölkerung. Eine Betrachtung getrennt nach Geschlecht hat bisher nicht stattgefunden. Methodik: Die Daten der vorliegenden Analysen basieren auf einer repräsentativen Quer-schnitterhebung in der deutschen Bevölkerung aus dem Jahr 2017. Den Teilnehmenden wurden verschiedene Vignetten mit einer als stark übergewichtig beschriebenen Person präsentiert. Die Auswertungen beschränken sich auf zwei Teilstichproben, denen (A) eine weibliche (n=175) oder (B) eine männliche Vignette (n=175) einer oder eines deutschen Rechtsanwaltes vorgelegt wurde. Mittels multipler linearer Regressionen wurden in beiden Teilstichproben Einflussfaktoren auf die Stigmatisierung, gemessen am Wunsch nach so-zialer Distanz, untersucht. Dazu wurden neben soziodemografischen Variablen der Body Mass Index (BMI) der/des Befragten, der Kontakt zu übergewichtigen Personen sowie die Stigmakomponenten Fat Phobia und negative emotionale Reaktionen untersucht. Ergebnisse: Unabhängig vom Geschlecht der Person in der Vignette zeigte sich ein ähnli-ches Ausmaß negativer Einstellungen (Fat Phobia), negativer Emotionen und sozialer Dis-tanz. Ein höheres Alter und vermehrte negative Emotionen waren signifikant mit dem Aus-maß sozialer Distanz assoziiert. Männer äußerten einen größeren Wunsch nach sozialer Distanz gegenüber der männlichen Vignette. Dieser Zusammenhang zeigte sich für die weibliche Vignette nicht. Die untersuchten Prädiktoren führten zu einer Varianzaufklärung von 42,6 % für die soziale Distanz gegenüber Frauen. Für Männer lag diese bei 28,6 %. Schlussfolgerung: Sowohl für Männer als auch für Frauen zeigten sich ähnliche Determi-nanten gewichtsbedingter Stigmatisierung, wobei die Unterschiede in der Varianzaufklä-rung darauf hindeuten, dass im speziellen für die Stigmatisierung übergewichtiger Männer weitere relevante Einflussfaktoren identifiziert werden müssen. Unabhängig vom Ge-schlecht könnten Präventionsmaßnahmen, zunächst von einer zielgruppenspezifischen Ausrichtung am Alter und einem höheren Fokus auf die Rolle negativer Emotionen inner-halb des Stigmaprozesses profitieren. Zukünftige Forschung sollte sich weiter mit den Un-terschieden gleich- und gegengeschlechtlicher Stigmatisierung und der Rolle des Schön-heitsideals in diesem Prozess befassen.

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