Inwieweit kann die Besteuerung zuckergesüßter Getränke zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCDs) beitragen? - Eine systematische Literaturrecherche zu empirischen Evaluationsstudien und Beurteilung ihrer Übertragbarkeit auf Deutschland

URL
Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Steuer , Abgabe , Zucker , Süßungsmittel , Zusatzstoff , Getränk , Krankheit , Prävention , Verhinderung , Literaturrecherche , Beurteilung , Übertrag
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Einleitung: Mit der Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke wird das Ziel verfolgt die Ernährungsweise der Bevölkerung zu verbessern. Die Notwendigkeit hierfür ist durch die steigenden Prävalenzen von Übergewicht, Adipositas und ernährungsbedingten NCDs gege-ben. Inwieweit gesundheitliche Effekte durch die Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke zu verzeichnen sind, soll die vorliegende Arbeit klären. Zudem wird die Übertragbar-keit der Ergebnisse thematisiert. Methodik: Mit Hilfe einer systematischen Literaturrecherche wurden empirische Evaluations-studien aus Ländern und Regionen identifiziert, die eine Steuer auf SSB eingeführt haben. Zu diesem Zweck wurden die Datenbanken Pubmed und Google Scholar genutzt. 16 Publikatio-nen konnten als relevant eingestuft werden. Hieraus wurden sowohl Evaluationsergebnisse als auch Faktoren, die im Zusammenhang mit der Einführung der Steuer stehen gefiltert. Ergebnisse: Für fünf Länder/Regionen wurden Evaluationsergebnisse gefunden. Anbietersei-tige Reaktionen werden für das Vereinigte Königreich beschrieben. Einige Hersteller haben hier bereits vor der Steuereinführung Reduktionen des Zuckergehalts ihrer Produkte vorge-nommen. In Mexiko, Frankreich, Berkeley und Philadelphia liegen Ergebnisse zu nachfrage-seitigen Reaktionen vor. Der Konsum zuckergesüßter Getränke (gemessen in Volumen pro Tag pro Kopf) ging in Mexiko beispielsweise über einen Zeitraum von zwei Jahren um 7,6 % zurück. Eine Vielzahl von Faktoren, die kontextual die Evaluationsergebnisse und den Imple-mentierungsprozess beeinflussen, wurde identifiziert. Hierzu gehören u. a. das Engagement von Stakeholdern, die Pass-Through Rate und Substitutionsprodukte. Fazit: Erste Erkenntnisse zu positiven anbieter- und nachfrageseitigen Reaktionen liegen vor. Das Fehlen von Evaluationsergebnissen bzgl. gesundheitlicher Auswirkungen einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke erschwert jedoch die Beantwortung der Fragestellung und betont den Bedarf weiterer empirischer Studien. Die Übertragbarkeit auf Deutschland ist eingeschränkt, da die Ergebnisse durch Kontextfaktoren beeinflusst werden. Die Beachtung dieser in Diskus-sionen um die Einführung der Steuer ist allerdings als hoch relevant einzustufen. Der Imple-mentierungsprozess und damit auch die Outcomes können so positiv beeinflusst werden.

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