Erkenntnissicherung: Disziplinäre Grenzgänge. Neue Arbeitsfelder in Stadtgestaltung und Stadtforschung – Ein Perspektivenwechsel. Ein Symposium vom 21. – 23.07.2016 in Hamburg

Crossing disciplinary boundaries, New fields of work in urban design and urban research Symposium 21. – 23.07.2016 in Hamburg

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Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Wrigley, Kim (Übersetzung) ; Studio N° 3111, Arbeitsgebiet Städtebau und Quartierplanung

URL
Dokumentart: Proceedings (Komplette Ausgabe einer Konferenz etc.)
Institut: Stadtplanung
Sonstige beteiligte Institution: VolkswagenStiftung, waterfront e.V.
ISBN: 978-3-941722-34-7
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Disziplinäre Grenzgänge , Stadtgestaltung , Stadtforschung , Perspektivenwechsel , Symposium
Freie Schlagwörter (Deutsch): Interdisziplinär , Transdisziplinär , Neue Arbeitsfelder , Stadtplanung
Freie Schlagwörter (Englisch): Crossing disciplinary boundaries , New fields of work , urban design , urban research , city planning , interdisciplinary
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Deutsch:

Über disziplinäre Kerne und ihre Ränder... Curricula von Ausbildungsgängen sind möglichst eindeutigen Berufsbildern verpflichtet. Berufsverbände und Kammern schützen diese Berufsbilder und Honorarordnungen sollen für auskömmliche Arbeitsfelder sorgen. Man arbeitet als ArchitektIn, IngenieurIn oder StadtplanerIn. Die Kerne dieser Disziplinen erscheinen klar umrissen. Gleichwohl entstehen immer neue spezifische Ausbildungsprogramme, die auf Veränderungen in der architektonischen, städtebaulichen und stadtplanerischen Praxis reagieren. Darüber hinaus fordern neue Akteure, neues zivilgesellschaftliches Engagement und auch neue Trends in der Stadtforschung unser Planungsverständnis einmal mehr heraus: An den Rändern der Disziplinen und im Kontext von urbanen Alltagspraktiken entstehen neue disziplinäre und professionelle Diskurse. Unsere Beobachtung ist jedoch, dass die Arbeitsweisen in Praxis und Theorie noch zu wenig zusammenfinden und dass sich etablierte disziplinäre Arbeitsteilungen, Routinen, Interessenvertretungen und Honorarordnungen diesen Veränderungen nicht genügend öffnen. Allerdings sind derartige „grenzgängerische“ Diskurse nichts Neues. Vielmehr scheint es, dass die Debatten der Fachwelt(en) in regelmäßigen Wellenbewegungen davon erfasst werden. Das Überschreiten disziplinären Selbstverständnisses gehörte beispielsweise schon zum Leitbild des Bauhauses. In den 1960er und 1970er Jahren verwiesen die Bilder und das Design von Archigram oder Superstudio auf die verwobenen fächerübergreifenden Zusammenhänge unserer gebauten Umwelt. Die Einführung der Planungsstudiengänge in den 70er Jahren waren ein deutliches Zeichen. Im Rahmen der IBA Emscherpark leuchtete der Begriff des perspektivischen Inkrementalismus in den 1990er Jahren neue Aspekte des Zusammenhangs von Architektur, Städtebau und Planung aus – wie überhaupt die IBAs als planerische Sonderformate immer auch neue Praxisfelder thematisierten... Seit ein bis zwei Jahrzehnten sind es nun besonders die jüngeren Jahrgänge von Fachleuten der sich mit Stadt beschäftigenden Disziplinen, die durch ihre Praxis auf die neuen Herausforderungen in unseren Städten reagieren und neue Arbeitsfelder „er“finden. Deshalb sollten die Praxis und Theorie dieser „Stadt (Mit)MacherInnen“ im Zentrum des Symposiums stehen. Was können wir von ihrer Praxis lernen? Wie werden davon die disziplinären Selbstverständnisse berührt? Was bedeutet das für die Curricula der Ausbildungsprogramme? Und welche (inter)disziplinären Schnittstellen werden notwendig? Wie kann diese oftmals explorative und experimentelle Praxis Eingang in bestehende Fachdisziplinen und/oder neue Ausbildungsformate finden? Und auch: Wie kann sich diese neue Praxis in den Honorarordnungen niederschlagen? Wie gelangen wir in einem (scheinbar) ständig komplexer werdenden System sich ausdifferenzierender professioneller Sparten und Subsysteme zu einer stadtgestaltgebenden Haltung? Komplexität als Chance! Komplexität speist sich aus Vielfalt. Vielfalt bedeutet auch Widersprüchlichkeit und Spannungenzuzulassen. Sie sind essentiell, um krisenfestere, d.h. anpassungs- und widerstandsfähigere Strukturen zu schaffen. Und um ein Nebeneinander an Widersprüchen zu erkennen und zuzulassen, braucht es den Blick Anderer, die den Fokus der Planung ergänzen und weiten und damit auch die Sichtweisen der von Planung Betroffenen aufzeigen sowie das eigene Planungshandeln reflektieren. Planung selbst könnte so zu einer reflexiven Praxis werden, die prozessual, räumlich und vor allem disziplinär grenzüberschreitend denkt und handelt. Die Zwischenräume und Nischen können zu Schnittstellen werden und als Möglichkeit des Austauschs inter- und transdisziplinäre Plattformen bilden. Wir stellten uns die Veranstaltung als besonderen kommunikativen Erlebnisraum vor, in dem Perspektiven gewechselt und über Grenzen hinweg Erfahrungen ausgetauscht werden sollten. Und dieser Austausch verlangte zuerst nach der Beantwortung grundsätzlicher Fragen: Was versteht man eigentlich unter Grenzgängen? Und wie gehen wir mit Grenzen um? Sind GrenzgängerInnen solche, die an der Grenze entlang gehen oder sie überschreiten? Wo liegen wessen Grenzen? Und warum haben wir das Bedürfnis sie zu überwinden, uns neue Dinge anzueignen? Mit dem thematischen Fokus auf disziplinäre Grenzen und Ränder wollten wir einen weiteren Beitrag zu aktuellen Debatten leisten, dazu Ausbildungsprogramme zeitgemäßer zu gestalten, das Berufsspektrum breiter zu fassen und multidisziplinäres Grenzgängertum zu professionalisieren. http://disziplinaeregrenzgaenge.de

Kurzfassung auf Englisch:

About Some even speak of a new „Gründerzeit“. Caused by current migration flows, numerous cities and communities are facing an unforeseen and unexpected growth. At the same time, shrinking processes and the (urban) transformation of rural areas continue to challenge professionals in urban design and research, while an even more emancipated society claims an increasing participation in designing its environment. Complex and plural processes like these make it almost impossible to understand and plan cities as holistic systems. From which perspective(s) will cities be developed and designed in the future? By whom and how? Traditional planning tools and methods are reaching their limits. Informal processes and approaches are trying to formulate more appropriate and nuanced process-oriented urban strategies. Therefore a language of diverse forces, specific constellations of actors, ephemeral opportunities and interdependencies emerges. New types of projects stimulate urban innovations – they are expressions of new cultures of participation, appropriation and agreement. But how do these evolving fields of work and co-production function in practice? Who acts and who should act? Which new tasks are ahead? Which disciplinary knowledge is required? For a long time, researchers and practitioners in urban development have been struggling to conceptualise new understandings of planning. We have observed, however, that practice and theory still cooperate too little; disciplinary divisions of labour, routines, representatives and fee structures are still not open up to changes. For one or two decades, it has been a younger generation of urban professionals that responded to the indicated challenges and invented new fields of work. Practice and theory of those “citymakers“ are in focus of this symposium. What can we learn from this practice(s)? How do these affect disciplinary self-conceptions? What does this mean for curricula? How can emerging practice(s) find its ways into formal fee structures? Complexity as an opportunity! Complexity emerges from diversity. Diversity also means accepting contradictions and tensions. They are essential in able to create crisis resistant, meaning creating more adaptable and resilient structures. And in able to recognise and allow a parallel existence of contradictions, you need the perspective of others, who complement and broaden the focus on planning and thus also show the perspectives of those affected by planning as well as reflecting own planning handling. Planning itself could become a kind of reflective practice, thinking and acting in processes, spatially and especially cross-disciplinary. Inter spaces and niches could become interfaces and create the possibility for exchange and inter- and trans-disciplinary platforms. We imagined the event as a special communicative experience space, changing perspectives and exchanging experiences beyond boundaries. And this exchange first needed to answer very basic questions: What do we understand by boundary crossings? And how do we handle boundaries? Are boundary-walkers those who walk along the boundary or do they cross them? Where do whose boundaries lie? And why do we have the need to overcome them, to acquire new things? We want to contribute to contemporary debates with a thematic focus on disciplinary boundaries and margins, in addition creating training programmes more contemporarily, to broaden the range of professions and to professionalize multi-disciplinary boundary-crossing. http://disziplinaeregrenzgaenge.de

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