NEUARTIGE TARIFSYSTEME (NATS) FÜR NEUARTIGE SANITÄRSYSTEME (NASS)

NEW ALTERNATIVE TARIFF SYSTEMS (NATS) FOR NEW ALTERNATIVE SANITATION SYSTEMS (NASS)

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-3762
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Stadtplanung
Hauptberichter: Peters, Irene (Prof.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 04.07.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Tarif , Abwasser , Wasser , Siedlungswasserwirtschaft , Gebühr
Freie Schlagwörter (Englisch): Tariff , Sanitation Systems , Wastewater
DDC-Sachgruppe: Naturwissenschaften

Kurzfassung auf Deutsch:

Für die deutsche Siedlungswasserwirtschaft (dSWW) gilt es vor dem Hintergrund sich ändernder Rahmenbedingungen (demografischer Wandel, Klimawandel, Ressourcenknappheit, anthropogene Einflüsse auf die Umwelt) den Herausforderungen zu begegnen, die aus diesen neuen Rahmenbedingungen erwachsen. Dabei kommt neben der rein technischen Anpassung einer flexiblen Entgeltgestaltung eine zentrale Rolle zu. Dieser Gedanke hält bereits seit einiger Zeit Einzug in verschiedene Infrastrukturbereiche. So heißt es z.B. im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG): „Lieferanten haben [...] einen Tarif anzubieten, der einen Anreiz zu Energieeinsparung oder Steuerung des Energieverbrauchs setzt.“ (§40 Abs. 3 EnWG) Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) beinhaltet Regelungen mit ähnlichem Charakter: „Die Mitgliedstaaten sorgen [...bis 2010] dafür, dass die Wassergebührenpolitik angemessene Anreize für die Benutzer darstellt, Wasserressourcen effizient zu nutzen [...]“ (Art. 9 Abs.1 WRRL) Im Kontrast hierzu steht die derzeitige siedlungswasserwirtschaftliche Praxis. Eine Auswertung von etwa 1800 Wasser- und Abwassertarifen hat gezeigt, dass diese Forderungen der WRRL noch nicht in der dSWW angekommen sind. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die strikten Entgeltregulierungen, denen die öffentlch gebundenen Unternehmen unterliegen. Die vorliegende Arbeit greift diese Diskrepanz auf und erarbeitet Neuartige Tarifsysteme (NATS) für Neuartige Sanitärsysteme (NASS). NASS sind semi- und dezentrale Einrichtungen der Abwasserableitung und –behandlung, die durch den Einsatz neuer Technologien und Verfahrensprozesse eine Antwort auf die Herausforderungen der dSWW bereithalten. Ein wesentlicher Unterschied zum zentralen System ist die separate Behandlung der einzelnen Abwasserteilströme und die gezielte Rückgewinnung von Ressourcen aus dem Abwasser. Die NATS in dieser Arbeit greifen diese Verfahrensprozesse auf und verknüpfen sie mit unterschiedlichen Entgelten zu zielgerichteten und anreizbasierten Tarifen (Energietarif, Nährstofftarif, Grauwassertarif, Flatrate, konventioneller Tarif). Zur Bestimmung der Entgelthöhe werden im Verlauf der Arbeit die Kostenstrukturen von fünf NASS-Modellvorhaben untersucht und dem Kostenrahmen des zentralen Systems mit Hilfe einer dynamischen Kostenvergleichsrechnung gegenübergestellt. Hier zeigt sich, dass die NASS unter konservativen Annahmen keine Kostenvorteile gegenüber dem zentralen System aufweisen. Mit Parametern, die die aktuellen Entwicklungen berücksichtigen schwindet jedoch der Kostenvorteil des zentralen Systems und die NASS erreichen eine Kanalparität. Die NATS zeigen jedoch die Grenzen anreizbasierter Tarifsysteme für NASS deutlich auf. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass die Entgelthöhe der NASS maßgeblich von deren Investitionskosten und der internen Verzinsung abhängen, und dass die derzeitigen Ressourcenpreise nicht hoch genug sind, um gezielte Anreize für Nutzer setzen zu können ohne die Gesamtentgelte in unrealistische Höhen schnellen zu lassen. Vor allem aber zeigt die vorliegende Arbeit, dass das vorhandene Entgeltregulierungsregime nicht mit NATS vereinbar ist.

Kurzfassung auf Englisch:

In the ligth of changing conditions (demographic change, climate change, shortage of resources, anthropogenic influences on the water bodies) the german water management has to face new challenges. Beside the technical approach pricing can play a central role meeting this challenges. This idea is already part of the infrastructure management since some time. The german energy law says that energy supplier have to provide a tariff that sets incentives to save or influence energy consumption. The european water framework directive provides a similar obligation. It says that water pricing should take into account incentives for users to use water resources efficiently. In contrast to this obligations the german water pricing is not regarding this provisions. A detailled analysis of 1800 water pricing tariffs showed that they offer just limited incentives for the users. As a reason for these limitations this work identified the high level of pricing regulation in germany. The current dissertation takes this divergence between pricing policy and pricing reality as a reason to work on proposals for new incentives based tariff systems that can be applied on new innovative sanitary systems. These innovative sanitary systems are based on source separation and resource recovery. These systems are representing the technical appproach facing the challanges of the german water management. This new developed incentive based tariff systems are connecting the innovative processes of the new sanitation systems to special incentive based charges for the provision of different services. Therefore this paper created, discussed and analysed different tariffs with various purposes (resource tariff, energy tariff, greywater tariff, flatrate and a conventional tariff). To define the level of the charges this work analysed the cost structure of five different innovative sanitation systems and compared it with the cost framework of the conventional centralized sanitation system by using a dynamic cost analisys. As a result this work shows that under conservative assumptions the central system has cost advantages. But if the cost analysis takes the actual developements of the german water market into account this situation changes and innovative sanitation systems are able to reach a sewer-parity. Summarizing the present work investments costs and the internal rate of return could be identified as cost drivers. In addition the market-price for the recovered resources is low yet. As a consequence the created resource based tariffs could not set efficient incentives for the users. Neither within the legal framework nor out of it.

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