Entstehung und Weiterentwicklung von Mietergärten aus der Perspektive von Wohnungsunternehmen

Formation and development of tenant gardens seen from the perspective of housing companies

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-4056
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Stadtplanung
Hauptberichter: Breckner, Ingrid (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.11.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Mietergarten , Garten , Mieter , Wohnungsunternehmen , Wohnungswirtschaft , Terrassengarten , Gemeinschaftsgarten , Wohnsiedlung , Trabantenstadt
Freie Schlagwörter (Deutsch): Grabeland, Großwohnsiedlung
Freie Schlagwörter (Englisch): Tenant garden, housing company, housing estate
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Als Mietergärten werden Gärten bezeichnet, die auf Grundstücken von Wohnungsunternehmen liegen und Wohnungsmietern zur Verfügung gestellt werden. Obwohl in den letzten Jahren das Thema Gärten aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht wurde und auch medial aufgrund des Trends des urban gardenings im Fokus steht, wurden die Effekte von Mieter-gärten auf Wohnungsunternehmen nur vage untersucht. Diese Arbeit widmet sich dem Ver-hältnis zwischen Wohnungsunternehmen und Mietergärten und stellt die Frage: Welche Perspektiven nehmen Wohnungsunternehmen bezüglich der Entstehung und Weiterentwicklung von Mietergärten in Großwohnsiedlungen ein? Die Arbeit beruht auf dem Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus und es wurde ein qualitativer Forschungsansatz mit leitfadengestützten Interviews gewählt. Insgesamt wurden 64 Interviews mit Gartennutzern, Mitarbeitern von Wohnungsunternehmen sowie weiteren Experten durchgeführt. Als Praxisbeispiele dienen fünf Mietergarten-Anlagen in Hamburg und Hannover, die verschiedenen Wohnungsunternehmen gehören: Grabeland-Anlage in Hamburg-Iserbrook, Gemeinschaftsgarten in Hamburg-Osdorfer-Born, Terrassengärten in Hamburg-Steilshoop, Terrassengärten in Hannover-Vahrenheide und Grabeland der Interna-tionalen Stadtteilgärten Hannover in Hannover-Sahlkamp. Die Auswertung veranschaulicht, wie Mietergärten in der Praxis funktionieren. Wohnungsun-ternehmen nehmen sowohl bei der Ausstattung als auch im alltäglichen Umgang verschiedene Haltungen ein. Es wird deutlich, dass das Thema Mietergärten für Wohnungsunternehmen beherrschbar ist, der zusätzliche Aufwand kann in den wohnungswirtschaftlichen Alltag integriert werden. Der Nutzen von Mietergärten ist für Wohnungsunternehmen vor dem Hintergrund des notwendigen Aufwands hoch und wird in hohem Maße durch die individuelle Motivation der befassten Mitarbeiter gestützt. Wenn Mietergärten erwünscht sind, können diese unabhängig von der Unternehmensform nachgehalten werden. Die gesellschaftliche Entwicklung der Individualisierung und Pluralisierung liefert ein neues Gedankenkonstrukt und somit zeitgemäße Argumente für Mietergärten: Das größte Potential für die konzeptionelle Weiterentwicklung und Beteiligung einer großen Anzahl von Bewohnerinnen und Bewohnern liegt bei Gemeinschaftsgärten und beim Grabeland mit kleinen Gartenparzellen. Es ist wahrscheinlich, dass die Bedeutung dieser Mietergarten-Typen in Zukunft unter der Verwaltung von externen Akteuren zunimmt und das Bild von Wohngebieten mit prägen wird. Wohnungsunternehmen sollten hierbei von externen Akteuren, wie Vereinen oder sozialen Institutionen, als Partner erkannt werden.

Kurzfassung auf Englisch:

Tenant gardens are gardens on the properties of housing companies which are made availa-ble to the tenants. Even though the topic of gardens has been discussed from various angles, in the last couple of years and has found medial interest due to the trend of ‘urban gar-dening’ the effect of tenant gardens for the housing companies has only been addressed vaguely. This work focuses on the relation between housing companies and tenant gardens asking the question: Which perspective do housing companies have with respect to the formation and development of tenant gardens in housing estates. This research is based on the approach of actor-centered institutionalism and follows a quali-tative design with guided interviews. A total of 64 interviews were conducted with garden users, employees from housing companies as well as other experts. As real life examples five tenant garden communities were selected located in Hamburg and Hannover: allotments in Hamburg-Iserbrook, community garden in Hamburg-Osdorfer-Born, terrace-gardens in Hamburg-Steilshoop, terrace-gardens in Hannover-Vahrenheide und allotments of the ‚Inter-national district-gardens Hanover’ in Hannover-Sahlkamp. The evaluation shows how tenant gardens work in real life. Housing companies take different positions in the equipment as well as the day to day business. It is obvious that the issue of tenant gardens can be handled by housing companies and they should not cringe as costs and labor can be incorporated in the business structure. The benefit of tenant gardens for the housing companies is substantial with respect to the needed effort and hugely driven by die motivation of the responsible employee. If a wish for tenant gardens is present, they can be maintained independently of the type of housing company. The observed trends in society for individualism and pluralism offer a new thoughts construct and thus contemporary arguments for tenant gardens: The greatest potential for conceptional development and participation of many tenants lies within community gardens as well as allotments with small parcels. It can be expected that these types of tenant gardens supplied by external agencies will shape the layout of community housing areas. Housing companies should thus be recognized by external agencies such as clubs and social institutions as a partner.

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