Produktion in der Stadt. Der Gewerbehof als Baustein der Produktiven Stadt?! Über die räumlichen Anforderungen von produzierendem und verarbeitendem Gewerbe in Misch- und Urbanen Gebieten am Beispiel des Gewerbehofs

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Stadtplanung
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
Zugriffsbeschränkung: nur innerhalb des Universitäts-Campus
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Deutsch:

Mit dem zunehmenden Städtewachstum geht in Deutschland seit einigen Jahren eine Diskussion um eine verstärkte Nutzungsmischung bestehender und neuer Stadtquartiere einher. Als ein Teilaspekt dieser Auseinandersetzung wird mit einer Rückbesinnung auf die Eigenschaften der Europäischen Stadt ebenfalls über neue Produktionsmethoden und den damit verbundenen Möglichkeiten für die Stadt debattiert. Lässt sich unter anderem mit dem 3D-Drucker ein mit dem Wohnen verträgliches Produzieren erreichen, das in dichten Stadtquartieren kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeiten erlaubt? Und ist hierbei der Gewerbehof, der sich bereits seit längerem als eine besondere gewerbliche Standortgemeinschaft bewährt hat, weiterhin ein funktionierender Baustein für das produzierende, verarbeitende Gewerbe? In der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ist das Erstarken des sekundären Sektors und damit einhergehend eine Rückbesinnung auf die Produktion als Bestandteil der Stadt vorstellbar. Mit der BauNVO Novelle 2017 und der Einführung der Gebietskategorie Urbane Gebiete wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen hierfür erweitert. Neben erhöhten Richtwerten für die GFZ/GRZ wie auch erhöhten Lärmrichtwerten wird mehr Wohnraum und eine verstärkte Nutzungsmischung angestrebt. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was die räumlichen Anforderungen von produzierendem, verarbeitendem Gewerbe sind und ob sich diese in einem Gewerbehof darstellen lassen. Hiervon kann nach einer Literaturrecherche, einer Referenzanalyse von Gewerbehöfen sowie der Auswertung von ExpertInneninterviews ausgegangen werden. Durch die zumeist innerstädtische Lage, flexible Grundrisse, differenzierte Flächeneinheiten und erhöhte infrastrukturelle Anforderungen für eine Produktion in den oberen Geschossen kann der Gewerbehof verschiedenen Nutzungsansprüchen genügen. Entgegen der dieser Arbeit zugrunde gelegten Annahme, dass produzierendes Gewerbe gut in Misch- und Urbanen Gebieten passe, ist als Haupterkenntnis festzuhalten, dass das Gewerbe unter der gegebenen Gesetzeslage vorwiegend nur in Gewerbe- bzw. Industriegebieten angesiedelt werden kann. Vor allem die aus den An- und Ablieferungsverkehren entstehenden Lärmemissionen lassen eine mit der Nachbarschaft verträgliche Produktion absehbar nicht zu. Es besteht weiterhin Handlungsbedarf, sowohl konzeptionell Gebäudeformen zu entwickeln als auch rechtliche Rahmenbedingungen an die aktuellen Herausforderungen anzupassen und dabei im Sinne der Produktiven Stadt ein verträgliches Nebeneinander zu ermöglichen.

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