Die Ausnahme bestätigt die Regel? : unternehmerische Planungspraxis im Frankfurt am Main der 1950er und 1960er Jahre

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-1614
URL
Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Stadtplanung
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Frankfurt am Main , Stadtplanung , Geschichte 1950-1960
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Deutsch:

Die vorliegende Bachelorarbeit diskutiert die Gründe für das in Deutschland beispiellose Laissez-faire der Stadtplanungspraxis in Frankfurt am Main in den 1950er und 1960er Jahren. In diesen ersten zwei Jahrzehnten der Bundesrepublik Deutschland entstanden in der Mainmetropole zahlreiche Hochhäuser, obwohl deren Neubau durch die geltenden Baupolizeiverordnungen oder Bebauungspläne nicht zugelassen war. Lediglich die massenhafte Erteilung von Sondergenehmigungen seitens der Frankfurter Behörden ermöglichte den Bauherren, die in Art und Maß scheinbar beliebig von der Bauleitplanung abweichenden Entwürfe ihrer Architekten dennoch umzusetzen. Um einen Einblick in die Beweggründe für die in der damaligen Zeit scheinbar zur Regel gewordene Gewährung von Ausnahmen zu gewähren, bemüht sich diese Arbeit, zunächst die Theorien des Fordismus und des Postfordismus zu umreißen und im Anschluss mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse das Handlungsmuster der Frankfurter Stadtpolitik in den Kontext der unternehmerischen Stadt einzuordnen und zu deuten. Schließlich wird festgestellt, dass die investitionsfreundliche Frankfurter Baupolitik sichtbarer Ausdruck städtischen Wettbewerbs ist und die Theorie der unternehmerischen Stadt nicht bloß in postfordistischen Zentren in Zeiten der Globalisierung Anwendung finden kann; vielmehr zeigt die Planungspraxis Frankfurts, dass die Konkurrenz der Städte und die daraus resultierende unternehmerische Politik schon zu Zeiten des Hochfordismus prägenden Einfluss auf den Städtebau genommen haben und daher anzunehmen ist, dass die Theorie der unternehmerischen Stadt kein explizit postfordistisches Phänomen darstellt, sondern in Abhängigkeit lokaler städtischer Spezifika epochenübergreifend zur Deutung städtebaulicher Politik dienen kann.

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