Lernen von traditioneller Bauweise

Learning from traditional building methods

Lernen von traditioneller Bauweise : Untersuchung zur Übertragbarkeit von Konzepten zur passiven Klimatisierung am Beispiel von traditionellen Wohnhäusern in Thessaloniki, Griechenland

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-1670
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Architektur
Hauptberichter: Prof. Dr. rer. nat. Udo Dietrich
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.11.2014
Erstellungsjahr: 2014
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Energiebewusstes Bauen , Passivhaus , Architektur , Griechenland
Freie Schlagwörter (Deutsch): passive Klimatisierung, klimagerecht, energieoptimiert, traditionelle Architektur, traditionelle Bauweise, Gebäudesimulation, freie Lüftung
Freie Schlagwörter (Englisch): climate adaptive architecture, resource efficiency, energy efficiency, traditional architecture, building simulation, ventilation
DDC-Sachgruppe: Architektur

Kurzfassung auf Deutsch:

Von traditioneller Bauweise lernen bedeutet, auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückzugreifen, der durch das Studium alter Gebäude offenbar wird. Um an einem Standort ressourcensparend und klimaangepasst zu bauen, könnte dieses Wissen von Anfang an in die Planung von Gebäuden einfließen und dazu führen, dass diese durch eine möglichst optimale Anpassung an den Standort energieeffizient sind. Aus diesen Überlegungen entstand die grundlegende Fragestellung für die vorliegende Arbeit: Was kann man von traditioneller Bauweise an einem Standort lernen und wie kann man diese Erkenntnisse heute anwenden? Für eine beispielhafte Untersuchung wurden zur Beantwortung dieser Frage traditionelle Wohnhäuser in der Oberstadt Thessalonikis, Griechenland ausgewählt und zunächst überprüft, ob es anhand dieses Beispiels möglich ist, Konzepte zur Anpassung an die lokalen klimatischen Bedingungen zu erkennen. Die Übertragbarkeit dieser Konzepte in unsere heutige Zeit wurde am Beispiel von Sanierungsmaßnahmen zur Energieeffizienz von typischen Wohngebäuden in Thessaloniki aus der Bauzeit der 1950er bis 1970er Jahren getestet. Um die erforderlichen Daten zu erfassen, die zur Untersuchung der Anpassung an den Standort notwendig sind, erfolgte zunächst eine Grundlagenermittlung für das Untersuchungsgebiet durch Feldstudien, Literaturrecherchen, Experteninterviews und Anwohnerbefragungen. Da sich das Thema natürliche Lüftung für die passive Klimatisierung der Innenräume im Sommer als besonders signifikant herausstellte, wurden Messungen in einem Windkanal durchgeführt, um detaillierte Kenntnisse über das Lüftungskonzept der Gebäude zu erlangen. Das dazu entwickelte Referenzgebäude für die traditionelle Bebauung diente in den weiteren Schritten ebenso als Ausgangslage für die Gebäudesimulationen. Die dadurch erfassten Konzepte wurden analysiert und ihre Auswirkungen und Wechselwirkungen für die passive Klimatisierung durch weitere Simulationen geprüft. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse konnte mit der gleichen Methode beispielhaft an zwei Appartementblocks getestet und bestätigt werden. Die gesamte Vorgehensweise wurde als Methode entwickelt, um die Konzepte der Anpassung an einen Standort zu erfassen und auf heutige Planungen übertragen zu können und bildet dadurch ein Handlungswerkzeug für Planerinnen und Architektinnen. Es ist zu berücksichtigen, dass bei einer Anwendung an Standorten mit extremen klimatischen Bedingungen, Modifikationen erforderlich sein können. Da die Vorgehensweise bisher nur an der für diese Arbeit beispielhaft ausgewählten Bauweise angewendet wurde, sollte weitere Forschung erfolgen, um die Übertragbarkeit auf andere Regionen und klimatische Bedingungen zu bestätigen. Ein erster Schritt könnte sein, die Methode in der Ausbildung an Hochschulen in entsprechenden Fachrichtungen einzusetzen und unterschiedlichste Standorte und Bauweisen zu untersuchen. Studierende würden dadurch an die Vielfalt der Konzepte traditioneller Bebauung für eine passive Klimatisierung herangeführt, wodurch eine höhere Sensibilität für die gebaute Umgebung eines Ortes entwickelt werden kann.

Kurzfassung auf Englisch:

Learning from traditional architecture offers access to a wealth of experience which is revealed through the study of traditional buildings. In order to build resource efficiently and climate adapted to a location, planners and architects could design energy efficient buildings based on this knowledge by an optimal adaptation to the site. These considerations lead to the initial research question of the thesis: What can we learn from traditional architecture and, most importantly, how can this knowledge be applied today? As an exemplary investigation to answer this question traditional houses in the upper city of Thessaloniki, Greece were investigated with the aim to identify concepts of adaptation to the climatic conditions. The applicability of the results was tested using building simulation software, based upon two apartment blocks built between the 1950s and the 1970s as case studies. To collect relevant data for the exemplary investigation of the traditional buildings field studies, literature reviews, expert interviews and resident surveys were carried out. Given that the natural ventilation turned out to be particularly significant to avoid overheating in summer, measurements in a wind tunnel were performed to gain more detailed knowledge about the traditional concepts for ventilation. The reference building developed for the measurements was also used to simulate indoor temperatures and the heating demand depending on the season based on the collected data. The applicability of the traditional concepts to modern buildings could be proven by including passive measures to refurbishment plans and detecting the effect and interactions of the techniques using building simulations. This approach was developed as a method that provides a tool for planners and architects and could be applied to other geographic locations and climatic conditions. This may require minor changes especially in regions with extreme climatic conditions. The method was only tested within the exemplary investigation of this thesis so further research should prove the applicability to other cases. As it could also be used for teaching purposes at universities in relevant study programmes this could be a first step and would also introduce students to a variety of concepts that can be discovered by studying diverse traditional architecture. This method can be applied to help in understanding concepts of passive measures to meet the demands of indoor comfort and how to adapt these to modern buildings. Students will become aware of a site and learn how integrating the concepts being developed over a long period of time can be a challenge.

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