Klimawandel und Raumentwicklung: Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung in Stadtregionen der Küstenzone am Beispiel des Ostseeraumes.Schlussbericht plan B:altic.

Climate Change and Spatial Development: Adaptation strategies of urban and regional planning in urban regions of the Baltic Sea coast.Final report plan B:altic.

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URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-2452
URL
Dokumentart: Report (Bericht)
Institut: Stadtplanung
ISBN: 978-3-941722-25-5
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum:
Freie Schlagwörter (Deutsch): Stadt- und Regionalplanung, Klimawandelanpassung, Szenarien, Stadtregionen, sozial-ökologische Systeme
Freie Schlagwörter (Englisch): urban and regional planning, climate change adaptation, scenarios, urban regions, social-ecological systems
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Deutsch:

Es ist unsicher, wie sich der Klimawandel künftig regional und lokal im Ostseeraum entwickeln wird und welche spezifischen Klimawirkungen auftreten werden. Trotzdem können für die küstennahen Stadtregionen neue Probleme beispielsweise durch steigende Temperaturen erwartet werden. Daher werden Strategien zum Umgang mit potenziellen Klimawandelfolgen erforderlich. Gerade in Städten an der Ostseeküste sind hierbei vielfältige stadtregionale Zusammenhänge und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, was einen sozial-ökologischen Forschungsansatz nahelegt. In dieser Situation stellen sich besondere Anforderungen an die Stadt- und Regionalplanung, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der küstennahen Stadtregionen zu gewährleisten. Für die Entwicklung von Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung müssen die gesellschaftlichen Akteure mit ihren verschiedenen Interessen sowie die zukünftigen sozialen und ökologischen Entwicklungen und deren potenzielle Folgen und Wechselwirkungen einbezogen werden. Vor diesem Hintergrund zielte das Projekt darauf ab die folgenden Hauptforschungsfragen zu beantworten: 1)Welche Herausforderungen stellen sich für die Raumplanung durch die spezifischen Charakteristika des Klimawandels? 2)Welche spezifischen Herausforderungen ergeben sich dabei daraus, dass Stadtregionen als sozial-ökologische Systeme betrachtet werden können? 3)Wie kann die Stadt- und Regionalplanung mit diesen Herausforderungen umgehen und welche Möglichkeiten und Restriktionen ergeben sich durch die Verfasstheit der räumlichen Planung im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels? Im interdisziplinären Verbund waren sieben interdisziplinär zusammenarbeitende Teilprojekte vertreten, innerhalb derer verschiedene Forschungsperspektiven aus Natur-, Gesellschafts- und Planungswissenschaften eingenommen wurden. Dementsprechend vielfältige empirische Methoden qualitativer und quantitativer Forschung kamen zum Einsatz. Über das Querschnittsprojekt zum Thema sozial-ökologische Resilienz fand ein intensiver interdisziplinärer Austausch statt. Überdies fand eine transdisziplinäre Zusammenarbeit mit Praxisakteuren aus Stadtregionen des Ostseeraumes statt, innerhalb derer Strategien zur Raumentwicklung und planerische Lösungsansätze zur Anpassung an die potenziellen Folgen des Klimawandels entworfen wurden. Die Ergebnisse der verschiedenen Teilprojekte haben integrativ zur Beantwortung der Forschungsfragen beigetragen. Für die Raumplanung stellt sich die Herausforderung mit der Unsicherheit und großen Spannbreite der lokalen Ausprägung des Klimawandels umzugehen. Es wurde herausgestellt, dass die spezifischen Gegebenheiten des sozial-ökologischen Systems wie Lokalklima, Bevölkerungsverteilung, Landnutzung (mit Bezug zu Klimaregulation und kulturellen Leistungen der Landschaft) und insbesondere deren Wechselwirkungen die lokale Ausprägung und Auswirkungen des Klimawandels entscheidend beeinflussen. Dies birgt aber ebenso das Potenzial zur Anpassung an den Klimawandel in den Stadtregionen. Die zeitliche und räumliche Distanz zum Klimawandel im Zusammenspiel mit Themenkonkurrenz im Praxiskontext führt jedoch derzeit zu einem gering wahrgenommenen Handlungsdruck in Bezug auf Anpassung bei der Planungs- und Verwaltungspraxis. Es konnte gezeigt werden, dass inter- und transdisziplinäre Methoden von großer Bedeutung für den Austausch von Wissen sind, welcher die Anpassungskapazität entscheidend beeinflusst. Weiterhin konnten in Bezug auf die aktuellen Governancestrukturen und –prozesse hemmenden Faktoren identifiziert werden (wie z.B. sektorale Organisation), welche für eine erfolgreiche Anpassung kritisch vor dem Hintergrund der spezifischen Charakteristika des Klimawandels reflektiert werden müssen. Durch eine systematische Analyse der Möglichkeiten des Regionalplans und des Flächennutzungsplans konnten konzeptionelle Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung des formellen Instrumentariums ausgearbeitet werden, um den Beitrag der Stadt- und Regionalplanung zur Anpassung an den Klimawandel zu erhöhen. Dennoch kann damit alleine nicht den aufgezeigten Herausforderungen begegnet werden, erforderlich scheint ein grundlegender Strategiewechsel innerhalb der räumlichen Planung, die Möglichkeiten aber auch neuen Fallstricke durch eine Orientierung am Konzept der transformativen Resilienz wurden aufgezeigt. Die Nachwuchsgruppe konnte einen innovativen Beitrag zur sozial-ökologischen Forschung leisten durch den intensiven inter- und transdisziplären Ansatz. Dieser ermöglichte es nicht nur Ergebnisse zur lokalen Klimawandel –ausprägung, –auswirkung sowie -wahrnehmung zu generieren, sondern auch Wissensaustausch- und Governanceprozesse zu analysieren und Lösungsansätze aus Planungsperspektive zu formulieren. plan B:altic erarbeitete Handlungsempfehlungen für die Stadt- und Regionalentwicklung zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Handlungsempfehlungen, aber auch die Methode der Szenarioplanung können für Stadtregionen hohe Praxisrelevanz entfalten. Praktikerinnen und Praktikern werden wichtige Informationen als Entscheidungsgrundlagen und Handlungsoptionen an die Hand gegeben, die den Umgang mit Unsicherheiten und Komplexität ermöglichen. Der im Rahmen des Vorhabens durchgeführte Szenarioprozess gab erste Impulse zu einem langfristigen, nachhaltigen Anpassungsprozess in der Stadtregion Rostock.

Kurzfassung auf Englisch:

Climate change impacts are expected for the urban regions of the Baltic Sea coast through rising temperature, sea-level rise and an increased intensity as well as frequency in extreme weather events. Climate change scenarios are accompanied with uncertainties, and the specific local consequences are difficult to predict. Therefore, striving for a sustainable regional and urban development, it is no longer sufficient to consider only the necessary mitigation measures of climate change, but it becomes also essential to develop comprehensive adaptation strategies. A challenge is to prepare for change and uncertainty in complex social-ecological settings and to become resilient towards unforeseen future impacts of climate change. While as the urban regions of the Baltic Sea Coast experience pressures for spatial development, for instance due to their economic activities and functions. In this setting, multiple challenges to planning arise due to the specific characteristics of climate change and social-ecological complexities. Also planning has to answer how to plan future land use structures and how to develop adaptation strategies towards climate change impacts and further change processes. Land- use planning, in the form of regional and urban planning, provides a unique venue for integrated and anticipatory approaches and seems, therefore, suitable to adapt land-use to climate change. However, initiatives and measures taken by land-use planning are also causing risks and harms in interrelation with future and unforeseen climate change impacts. For example, this happen through increased land consumption, soil sealing or river regulation interplaying with heavy rain falls and leading to severe floods. To achieve a comprehensive analysis of climate change impacts, of their interplays with further ongoing change processes in urban regions and to avoid partial world-views, plan B:altic integrated different scientific disciplines with their respective perspectives and approaches. Due to the inherent focus on uncertainty, surprises and complexity, (social-ecological) resilience thinking was used as a bridging concept in the interdisciplinary and transdisciplinary research work as well as a guiding principle for the development of adaptation strategies to climate change. To this end, it was cooperated closely with an array of planning practitioners and stakeholders in some urban regions of the Baltic Sea coast. Next to the inter- and transdisciplinary integration methods such as common case studies and transdisciplinary scenarios, a wide array of quantitative as well as qualitative methods was applied by the social, natural as well as engineering scientist who formed the research group plan B:altic and who worked on disciplinary driven subprojects as well. Main results were that the main challenges for land-use planning are to tackle the uncertainty and the wide range of potential climate change impacts in the specific local context. Specific local social-ecological assets such as local climate, land-use with reference to ecosystem services as well as their interdependencies influence decisively the then specific local impacts of climate change. But this also bears the potential for specific local adaptation measures. But as climate change is not the priority topic in local and regional planning practice but instead it is seen in concurrence with other, short-term interests, planning practitioners perceive a low urgency to act upon climate change adaptation. Also given governance processes as well as structures (such as sectoral fragmentation) are barriers of climate change adaptation as well as of an all-encompassing social-ecological perspective on urban regions in practice. Structured processes of science-practice collaborations are seen as supportive for further adaptation, as the plan B:altic scenario planning process had shown. This process gave explicit inputs to a politically adopted adaptation strategy framework of the core city of the German partner. With reference to formal planning instruments at the urban and regional scale the analysis provided the basis to develop further conceptual developments of these instruments to facilitate the adaptive capacity of land-use planning However, these further conceptual developments do not seem to be sufficient in case of their implementation. It is considered as necessary to fundamentally change strategies within land-use planning. Within this context the opportunities but also restrictions of applying a transformative resilience perspective were shown.

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