Innerstädtische Gebäudeaufstockungen in Hamburg : konstruktive, rechtliche und gestalterische Rahmenbedingungen

Floor expansion in Hamburg for residential buildings : framework for constructive, legal and design aspects

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-3172
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Architektur
Hauptberichter: Kritzmann, Bernd (Prof. Dr.-Ing.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.04.2016
Erstellungsjahr: 2016
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Aufstockung , Ausbau <Bauwesen> , Gebäude , Architektur , Umbau , Nachverdichtung , Wohnungsbau
Freie Schlagwörter (Englisch): .
DDC-Sachgruppe: Architektur

Kurzfassung auf Deutsch:

Das Wachstum deutscher Städte wie Hamburg, Berlin oder München generiert einen erhöhten innerstädtischen Wohnungsbedarf, der aufgrund knappem Baulandes und wenigen Neubauwohnungen nicht gedeckt wird. Infolgedessen steigen die Immobilienpreise und das städtische Wohnen wird besonders für Neuankömmlinge immer teurer. Sozioökonomische Verdrängungsprozesses sind die Folge. Die städtische Nachverdichtung mittels Gebäudeaufstockungen kann diesem Phänomen entgegenwirken, da Gebäudeaufstockungen zusätzlichen Wohnraum generieren, ohne zusätzliches Bauland zu verbrauchen, im Bauprozess zwar die Hausbewohner beeinträchtigen, die soziale Struktur des Hauses nicht zwangsläufig verändern und auf die zahlreichen innerstädtischen Bauten der nicht gewinnorientierten Wohnungsbaugenossenschaften gebaut werden könnten. Mit dieser Arbeit sollen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu den technischen, rechtlichen und gestalterischen Rahmenbedingungen von innerstädtischen Gebäudeaufstockungen in Hamburg gewonnen werden, um Entscheidungsprozesse in Bezug auf Gebäudeaufstockungen zu erleichtern. Hierzu wurde die historische Entwicklung der Hamburger Wohnungsbauten und deren Bauteile von 1870-1970 erforscht und in Modellen dargestellt. Anschließend wurden die für Gebäudeaufstockungen relevanten Bauteile, Fundamente, Wände und Decken analysiert und im Hinblick auf eine Gebäudeaufstockung konstruktiv bewertet. Auf Grundlage der Analyse aktueller baukonstruktiver und baurechtlicher Anforderungen an Gebäudeaufstockungen wurden deren grundsätzlichen konstruktiven Eigenschaften bestimmt. Anschließend wurden Konstruktionssysteme ermittelt und Konstruktionsbeispiele entwickelt, die den konstruktiven Zwängen der historischen Bestandsbauten und den aktuellen Anforderungen an Gebäudeaufstockungen entsprechen. Abschließend wurde eine Methode dargestellt, die es erlaubt, frühzeitig auf Grundlage einer räumlichen Kontextanalyse erste gestalterische Vorgaben zu treffen. Hierbei hat sich gezeigt, dass die historischen hamburgischen Baukonstruktionen bis zum Ende des zweiten Weltkrieges nicht den Bauregeln anderer deutscher Länder entsprechen und im Vergleich statisch deutlich schmaler dimensioniert sind. In Hamburg können historische Bauten unter statischen Gesichtspunkten nicht grundsätzlich aufgestockt werden. Unter baurechtlichen Gesichtspunkten könnte jeder hamburgische Wohnungsbau, der vor 2006 fertiggestellt wurde, aufgestockt werden, solange dessen höchstes Geschoß nicht höher als 22 m ist. Die statische Untersuchung des Bestandsbaus ist projektentscheidend und sollte frühzeitig erfolgen. Birgt der Bestandsbau statische Reserven, sollte die Gebäudeaufstockung als Leichtbau geplant werden. Leichtbaukonstruktionen die den hamburgischen Rahmenbedingungen entsprechen, sind hier beispielhaft aufgeführt.

Kurzfassung auf Englisch:

Urban growth in German cities like Hamburg, Berlin or Munich generates a high demand for housing which consequently boosts urban real estate prices and gentrification at large. Settling in urban environments becomes more unaffordable for people in particular at the low to average income level. Urban redensification by building on top of existing buildings can counteract this process, because it generates additional housing without dissipating expensive building plots and affecting the resident’s social structure. Applied to historical cooperative buildings in Hamburg it could generate many non-profit organised and thus affordable dwellings. This paper elaborates on existing scientific knowledge about the constructive, legal and design aspects of urban building expansion. The paper will give a directive in order to facilitate promoter’s decisions to build atop of existing buildings. Therefore, at first, the historical development of Hamburg’s residential buildings between 1870 and 1970 and their constructive components were investigated and visualized in schemes. The constructive aspects of the historical building parts, foundations, bearing walls and slabs were analysed and evaluated with regard to potential building expansion. The actual legal and technical requirements for rooftop construction were analysed and associated constructive properties for rooftop construction defined. In a next step the paper discusses corresponding constructive systems according to actual requirements and according the basic parameters of the existing fabric. Finally a design strategy was developed based on an urban and architectural analysis of the existing environment. Until the end of the Second World War, Hamburg’s building codes were very different and lean in content compared to other German building regulations. Therefor Hamburg’s buildings can’t generally be expanded; a structural analysis of the existing building stock should initiate the project of expansion. The legal circumstances permit the expansion of all residential buildings lower than 22m and raised before 2006. If the existing structure can bear additional loads, the elevation should be designed with a Lightweight construction. Some lightweight constructions are typical conditions, which are exemplified within this paper.

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