Entwicklung einer Hamburger Gründachstrategie - Wissenschaftliche Begleitung - Wasserwirtschaft & Übertragbarkeit

Development of the Hamburg Green Roof Strategy - Scientific support - Water management & transferability

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URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-4977
URL
Dokumentart: Report (Bericht)
Institut: REAP
ISBN: 978-3-941722-88-0
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Gründach, Regenwassermanagement, Klimawandelanpassung, Starkregen,
Freie Schlagwörter (Englisch): green roof, rainwater management, climate change adaptation, heavy precipitation
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Deutsch:

Das Fachgebiet „Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung“ an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) begleitete die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) bei der Entwicklung und Umsetzung der Hamburger Gründachstrategie. Dabei wurden Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen zur wasserwirtschaftlichen Wirksamkeit von Gründächern aufgearbeitet werden und die Hamburger Strategie nach verschiedenen genutzten formellen und informellen Planungsinstrumenten bewertet und die Übertragbarkeit Hamburger Ansätze der Strategie auf andere Städte diskutiert. Mit dem kontinuierlichen, langfristig angelegten Messprogramm auf dem Gründach des Neubaus der HCU und dem RISA-Pilotprojekt „Am Weißenberge“ sollten mittels Niederschlags- und Abflussmessungen Aussagen zur Abflussdämpfung und -verzögerung besonders bei Starkregenereignissen ermöglicht werden. Es wurde untersucht, welchen Einfluss die Dachbegrünung auf Abflussprozesse in städtischen Einzugsgebieten nehmen kann. Reduktionen von Niederschlagsabflüssen über längere Perioden sind mittlerweile, meist in Abhängigkeit der Substratstärke, für verschiedene Gründachtypen bekannt und weitgehend auch in der Wasserwirtschaft anerkannt. Jedoch werden insbesondere die Auswirkungen auf lokale Überflutungen und Hochwasser, die aufgrund von Starkregen kurzer Dauer auftreten, hinterfragt. Zumindest für kurze, ergiebige Niederschläge aus konvektiven Ereignissen im Sommerhalbjahr, die ursächlich für Überflutungen in kleinen Einzugsgebieten sind, ist wahrscheinlich, dass Gründächer einen erheblichen Beitrag zur Risikovermeidung leisten können. Gründächer liefern jedoch mit unterschiedlichen Vorbedingungen, wie z.B. der Wassersättigung bei Eintreten eines Niederschlagsereignisses, sehr unterschiedliche Abflussspenden, wobei die Abflüsse im Vergleich zu konventionellen Flachdächern stets deutlich verzögert werden. Mit einem systematischen Review-Verfahren wurden, nationale und internationale Studien hinsichtlich der wasserwirtschaftlichen Fragestellungen analysiert, um einen Überblick über die Retentionsleistung verschiedener Gründachtypen aus Laboruntersuchungen und unter realen Bedingungen zu gewinnen. Weiterhin diente die Literaturstudie zur Identifizierung und Untersuchung von Parametern, welche das Abflussverhalten von Dachbegrünungen beeinflussen, um Rückschlüsse für die Optimierung von Gründächern hinsichtlich wasserwirtschaftlicher Wirksamkeit zu ziehen. Um die Fragestellung am Beispiel Hamburg mit realen Daten zu bearbeiten wurden Messsysteme an mehreren gebauten Gründächern in Hamburg installiert. Es wurden Niederschlags- und Abflussmessungen durchgeführt um Aussagen zur Abflussdämpfung und -verzögerung zu ermöglichen. Nach ausreichender Dauer der Messreihen sollten aus diesen Daten Rückschlüsse darauf gezogen werden, wie die Dimensionierung von Entwässerungssystemen verbessert werden kann. Es wurde festgestellt, dass für die wasserwirtschaftliche Optimierung von Dachbegrünungen, bzw. um eine möglichst hohe Speicherung von Niederschlagswasser erreichen zu können, folgende Faktoren zu berücksichtigen sind: Anzahl und Material der einzelnen Schichten, Substratdicke & Substrateigenschaften, Art der Vegetation und Vegetationsbedeckung, Durchwurzelung, Gefälle des Dachs, Dachausrichtung (sonnig, halbschattig, schattig), Alter des Daches und klimatische Einflüsse. Die im Rahmen der Hamburger Gründachstrategie durch die BUE angewandten Instrumente sollten bewertet sowie Übertragbarkeiten Hamburger Ansätze für andere Städte diskutiert werden. Dies wurde durch die Dokumentation und Bewertung des Vorgehens bei der Konzeption und Umsetzung der Hamburger Gründachstrategie gewährleistet. Dabei wurden formelle und informelle Instrumente, die durch unterschiedliche Festlegungen den Bau und die Planung von Dachbegrünungen in Hamburg beeinflussen könnten, untersucht. Als Ergebnis wurden Hintergrundinformationen aufgearbeitet und bewertet werden und in die Entscheidungsvorbereitung für kommunale Akteure zur Dachbegrünung als Baustein der Klimafolgenanpassung in Kommunen einfließen. Zielgruppe der Expertise sind Akteure in den Kommunen (zuständige Fachverwaltungen) und die politische Ebene als Entscheidungsträger für die Umsetzung von Bausteinen einer „klimawandelgerechten Stadtentwicklung“. Zu Beginn des Arbeitspakets wurde analysiert, welche Instrumente in Hamburg infrage kommen, um die Entwicklung von Dachbegrünungen zu beeinflussen. Diese wurden daraufhin genauer untersucht mittels Literatur- und Dokumentenanalysen, Interviews mit Stakeholdern und Datenauswertungen. Dies diente als Grundlage für die Bewertung der Instrumente hinsichtlich der Eignung zur Förderung von Dachbegrünungen. Das in Hamburg entwickelte und in der Praxis erprobte Instrumentarium der Gründachstrategie ist übertragbar und für andere Städte nutzbar. Die Evaluierung der Instrumente der Hamburger Gründachstrategie zeigt die praktikablen und übertragbaren Bausteine der Umsetzung der Strategie für andere Städte auf.

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