Wirkungsanalysen von Städtebauförderungsprogrammen ― methodische Herausforderungen bei der Evaluierung komplexer Programme

Impact analyzes of urban development programs - methodological challenges in the evaluation of complex programs, evaluation approach

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-5043
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Stadtplanung
Hauptberichter: Schubert, Dirk
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.06.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Städtebauförderung , Evaluation
Freie Schlagwörter (Englisch): Active city and town centers, city regeneration, evaluation, methodological and practical difficulties
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Deutsch:

Angesichts der großen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedeutung der Stadtzentren für die Stadtentwicklung und der Herausforderungen, vor denen diese stehen, wurde im Jahr 2008 das BundLänder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ ins Leben gerufen. Um die Frage beantworten zu können, wie sich das Programm auf die Innenstädte auswirkt, ist es erforderlich, eine Wirkungsanalyse durchzuführen. Obwohl die Evaluation in den letzten Jahren enorme inhaltliche und methodische Fortschritte gemacht hat, stößt man bei der Durchführung von Wirkungsanalysen komplexer Programme dennoch auf methodische und praxisorientierte Schwierigkeiten. Ein erhebliches Problem besteht in der Herstellung der Wirkungszusammenhänge. Bis heute wurde kein Modell konzipiert, das solch eine Zuordnung ermöglichen würde. Dieses Forschungsdesiderat wurde zum Anlass genommen, im Rahmen dieser Arbeit ein solches Modell zu entwickeln. Zunächst analysiert die vorliegende Forschungsarbeit die bisherigen theoretischen Evaluationsansätze und reflektiert, welche der in der Literatur vorgeschlagenen Evaluationsansätze bzw. -modelle im Bereich der Städtebauförderung anzuwenden sind. Nachfolgend wurde basierend auf wissenschaftlichen Beiträgen und Interviews mit Fachleuten ein Evaluationsmodell für die Wirkungsanalayse entwickelt. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird dieses Modell in der Praxis getestet, indem eine Wirkungsanalyse des „Zentrenprogramms“ in den drei ausgewählten Fallstudien (Baunatal, Freising und Unna) durchgeführt wird. Die intensive Beschäftigung mit den methodischen und konzeptionellen Grundlagen der Evaluation sowie die Durchführung von Wirkungsanalysen in der Praxis hat nicht nur die Möglichkeiten, sondern vor allem die damit verbundenen Schwierigkeiten ans Tageslicht gebracht. Der Vergleich der Literaturauswertung und der Analyse der Praxisbeispiele weisen auf eine Kluft zwischen Theorie und Praxis hin. Die empirische Analyse hat gezeigt, dass es trotz aller Stärken des in dieser Arbeit vorgeschlagenen Modells für eine Wirkungsanalyse anhand dessen aus methodischen und praxisorientieren Schwierigkeiten dennoch nicht möglich ist, das ganze Spektrum an Wirkungen zu untersuchen und Wirkungszusammenhänge nachzuweisen. Im diesem Zusammenhang erscheint es fraglich, ob es einen methodischen Ansatz oder eine Kombination verschiedener Ansätze gibt, die dies ermöglichen könnte. Folglich scheint es plausibler zu untersuchen, wie nachvollziehbare Wirkungseinschätzungen zu gewinnen sind. Nach den Erkenntnissen dieser Forschungsarbeit bereitet die Evaluation des Programmes auf kommunaler Ebene den externen Evaluatoren zusätzliche praxisorientierte Schwierigkeiten, die von ihnen entweder nur mit großem Aufwand oder eventuell gar nicht zu bewältigen sind. Vor diesem Hintergrund kristallisiert sich eine ausschlaggebende Rolle der Selbstevaluationen auf kommunaler Ebene heraus. Da diese in Deutschland noch nicht etabliert wurden, wurden diesbezüglich Lösungsansätze für die Praxis wie auch für weitere Forschung aufgezeigt. Darüber hinaus wurden im Rahmen dieser Forschungsarbeit auf Grundlage der Erfahrungen mit der Wirkungsanalyse Hinweise zur Weiterentwicklung des programm- und länderübergreifenden Evaluierungskonzepts gegeben.

Kurzfassung auf Englisch:

In view of the great economic, social and cultural importance of city centers for urban development and the challenges facing them, the german states program "Active city and town centers" was established in 2008. In order to answer the question of how the program affects the inner cities, it is necessary to carry out an impact analysis. Although the evaluation has made enormous progress in terms of content and methodology in recent years, the implementation of the impact analysis of complex programs nevertheless encounters methodological and practical difficulties. A considerable problem exists in the production of the effect contexts. To date, no model has been designed that would allow such a mapping. This research matter was used as an opportunity to develop such a model within the scope of this work. First, the present research analyzes the previous theoretical evaluation approaches and reflects which of the evaluation approaches and models proposed in the literature are to be applied in the field of urban development. Subsequently, an evaluation model for the impact analysis was developed based on scientific contributions and the interviews with the experts. Subsequently, this model is tested in practice by performing an impact analysis of the "center program" in the three selected case studies (Baunatal, Freising and Unna). The intensive preoccupation with the methodological and conceptual bases of the evaluation as well as the carrying out of the effect analysis in the practice brought not only the possibilities, but above all the difficulties connected with it into the light. The comparison of the literature analysis and the analysis of the practical examples point to a gap between theory and practice. The empirical analysis has shown that despite all the strengths of the model proposed in this work for an impact analysis based on this, it is not possible from methodological and practice-oriented difficulties to investigate the entire spectrum of effects and to prove interdependencies. In this context, it seems questionable whether there is a methodological approach or a combination of different approaches that will make this possible. Consequently, it seems more plausible to investigate how to obtain meaningful impact assessments. According to the findings of this research work, the evaluation of the program at the municipal level prepares the external evaluators for additional practical difficulties, which they either have to overcome with great effort or possibly can not even cope with. Against this background, a crucial role of self-evaluations at the municipal level emerges. Since these have not yet been established in Germany, solutions for both practice and further research have been identified. In addition, on the basis of the experience gained with the impact analysis within the framework of this research work, indications were given for the further development of the evaluation concept across programs and countries.

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