Städtische Armutsmuster in Sofia – Grenzen und Möglichkeiten der integrierten Stadtentwicklung durch die Europäische Union

Urban Poverty Patterns in Sofia – Limitations and Possibilities of Integrated Urban Development via the European Union

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-5107
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Stadtplanung
Hauptberichter: Breckner, Ingrid
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.05.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Armut , Ausgrenzung , Stadtentwicklung , Europäische Union , Osteuropa , Sofia , Stadtviertel
Freie Schlagwörter (Deutsch): Armut, soziale Ausgrenzung, benachteiligte Quartiere, integrierte Stadtentwicklung, Europäische Union, Osteuropa, Sofia
Freie Schlagwörter (Englisch): poverty development, social exclusion, disadvantaged neighborhoods, policy of integrated urban development, European Union, Eastern European, Sofia
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Als Reaktion auf westeuropäische Armutsentwicklungen hat sich in der Europäischen Union (EU) seit den 1990er Jahren ein bis heute gültiges Leitbild der integrierten Stadtentwicklung benachteiligter Quartiere etabliert. Auch im Rahmen ihrer Osterweiterung hielt die EU an ihren gängigen Stadtentwicklungskonzepten fest und übertrug ihre erprobten Handlungsansätze auf die neuen osteuropäischen Mitgliedsstaaten. Anhand des Fallbeispiels Sofia stellt die vorliegende Arbeit die Umsetzung von Förderstrategien der EU in osteuropäischen Städten dar und hinterfragt sie vor dem Hintergrund spezifischer Linien lokaler Stadt- und Armutsentwicklungen. Gegenwärtig steht Sofia im Zusammenhang mit Stadt- und Armutsentwicklungen zwei besonderen Herausforderungen gegenüber: Erstens führt die Ausgrenzung der Roma zur Formation segregierter Roma-Siedlungen. Zweitens ist eine allgemeine Armut der Bevölkerung zu beobachten, die ein spezifisches Phänomen postsozialistischer Gesellschaften darstellt. Sie zeigt sich insbesondere im Verfall der Wohnbestände Sofias. Vor diesem Hintergrund erweist sich die EU als starke Partnerin Sofias; sie unterstützt die dortigen Stadterneuerungsprozesse besonders als Geldgeberin im Rahmen ihrer angestrebten Kohäsionspolitik. Gleichzeitig agiert sie als Strategin und setzt sich für die Umsetzung ihrer Leitlinien einer integrierten Stadtentwicklung mit dem Fokus auf benachteiligten Quartieren ein. Zwecks Umsetzung dieser Leitlinien wurde in der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 der sogenannte Integrated Plan eingeführt. Angesichts der allgemeinen Armut in Sofia stößt das Leitbild der integrierten Stadtentwicklung benachteiligter Quartiere jedoch an seine Grenzen; eine ausschließlich gebietsbezogene Entwicklung ist in diesem Zusammenhang nicht ausreichend. Die vorliegende Untersuchung deckt diesbezügliche Unzulänglichkeiten auf und benennt wichtige, zukünftig zu berücksichtigende Handlungsfelder für die Stadtentwicklung Sofias.

Kurzfassung auf Englisch:

In the European Union (EU), as a response to poverty development in Western Europe, a policy of integrated urban development in disadvantaged neighbourhoods established itself in the 1990s and remains in place today. Also in the course of its Eastern enlargement, the EU adhered to its prevalent urban development concepts and transferred its proven approaches to the new Eastern European member states. Taking Sofia as an example case, this thesis outlines the implementation of the EU’s strategies and programmes in Eastern European cities and scrutinises it against the backdrop of specific trends in local urban development and poverty development. In terms of urban development and poverty development, Sofia is currently facing two challenges in particular: Firstly, the marginalisation of Roma is leading to the formation of segregated Roma settlements. Secondly, general poverty is evident in the population, representing a specific phenomenon in post-socialist societies. This is particularly noticeable in the deterioration of Sofia’s housing stock. Against this backdrop, the EU is proving to be a strong partner for Sofia; it supports Sofia’s urban renewal processes, especially as a financial backer in connection with its pursued cohesion policy. At the same time, it acts as a strategist and strives for implementation of its guidelines on integrated urban development with a focus on disadvantaged neighbourhoods. For the purpose of implementing those guidelines, the so-called integrated plan was introduced in the current funding period, 2014 to 2020. However, in view of the general poverty in Sofia, the policy of integrated urban development in disadvantaged neighbourhoods is reaching its limits; in this context, exclusively area-specific development is insufficient. This study reveals shortcomings in this regard and identifies important fields of action to be considered in future, for Sofia’s urban development.

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