Zur Konzeption von sozialem Wandel in den Theorien der Informationsgesellschaft: Die Ansätze von Daniel Bell und Manuel Castells im Vergleich

URN urn:nbn:de:gbv:705-opus-10649
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Institut für Soziologie
Fakultät: Fakultät Geistes- und Sozialwissenschaften
Hauptberichter: Bender, Christiane Prof. Dr.
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.05.2007
Erstellungsjahr: 2006
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Sozialer Wandel , Informationsgesellschaft
Freie Schlagwörter (Deutsch): Daniel Bell, Manuel Castells
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie

Kurzfassung auf Deutsch:

Die vorliegende Dissertation nimmt im ersten Teil eine begriffs- und problemgeschichtliche Einordnung des Themas Informationsgesellschaft vor. Der Begriff Informationsgesellschaft wird dabei als ein interdisziplinärer Begriff identifiziert, der seit Ende der 60er Jahre vor allem in den verschiedenen Einzeldisziplinen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften häufig zur Charakterisierung der Gegenwart verwendet wird. Soziologisch betrachtet bildet die Diagnose von sozialem Wandel den Kern der Debatte um die Informationsgesellschaft. Zahlreiche Autoren sprechen von einem Epochenbruch, von einer Überwindung der Industriegesellschaft bzw. von einer Revolutionierung der wirtschaftlichen Grundlagen unseres Daseins, vergleichbar nur mit der industriellen Revolution. Die entscheidenden Produktions-faktoren der anbrechenden Ära seien nicht mehr Land, Kapital und Arbeit, sondern Information, Wissen und Bildung, so die weit verbreitete Sichtweise. In der Einleitung wird deutlich, dass der Begriff Informationsgesellschaft auch in der Politik beliebt ist und dort nicht selten zur Legitimation von politischer Strategiebildung herangezogen wird. Diese breite Verwendung des Diktums macht zum einen seine Relevanz für das Selbstverständnis der sogenannten westlichen Industrienationen deutlich. Andererseits verlangt sie nach einer kategorialen Verortung einzelner klar identifizierbarer Diskussionsstränge innerhalb der Debatte um die Informationsgesellschaft. Im ersten Kapitel der Arbeit werden daher sieben originäre Varianten der Informationsgesellschaft unterschieden. Auf diese Weise soll eine erste Orientierung in einer ausufernden Diskussion ermöglicht werden. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Entstehungsgeschichte der Debatte um die Informationsgesellschaft. Dabei werden einige grundlegende Motive herausgearbeitet, die auch in späteren Veröffentlichungen immer wieder auftauchen. Außerdem zeigen sich bereits in diesen frühen Ansätzen einige konzeptionelle Probleme, die die Debatte bis heute prägen und zum Teil nach wie vor nicht zufriedenstellend gelöst sind. Die beiden prominentesten Ansätze zum Thema Informationsgesellschaft sind zentraler Gegenstand des zweiten, theoretischen Teils der vorliegenden Arbeit. Mit den Autoren Daniel Bell und Manuel Castells stehen in Kapitel drei und vier zwei Theoretiker im Mittel-punkt, die nicht nur innerhalb der Soziologie für Furore gesorgt haben, sondern auch weit über das Fach hinaus gelesen und rezipiert wurden. Beide sollen auf ihre spezifische Kon-zeption von Wandel hin untersucht und beurteilt werden. Die Frage nach der mehr oder weniger gelungenen Verschränkung von empirischem Gehalt und theoretischen Schlussfolgerungen bildet dabei die Leitlinie zur Beurteilung der beiden Theorien. Trotz der auf den ersten Blick ganz unterschiedlichen politischen und konzeptionellen Ausrichtung dieser beiden Theoretiker kann in den beiden Hauptkapiteln der vorliegenden Arbeit außerdem gezeigt werden, dass sich beide Autoren vor allem mit der Konzeption von sozialem Wandel bei Karl Marx auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung prägt ihre Sichtweise der Informationsgesellschaft auf ganz fundamentale Weise. Nur auf der Grundlage dieser bisher in der Literatur weitgehend vernachlässigten Auseinandersetzung, so die abschließende These, lässt sich die Stoßrichtung, der diagnostische und prognostische Gehalt der beiden Ansätze, angemessen vergleichen und beurteilen.

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