Buchanan-Kooperation und Internationale Öffentliche Güter

;

URN urn:nbn:de:gbv:705-opus-18606
URL
Dokumentart: ResearchPaper
Institut: Institut für Finanzwissenschaft
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum:
Bemerkung: Volltextzugang nur innerhalb des Campusnetzes der HSU
Originalveröffentlichung: Diskussionspapier Nr. 87, Januar 2009 (2009)
SWD-Schlagwörter: Öffentliches Gut
Freie Schlagwörter (Deutsch): Buchanan-Kooperation
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft

Kurzfassung auf Deutsch:

Das Buchanan-Kooperationsmodell der voluntary provision of public goods wird in diesem Beitrag formalisiert und auf den Fall eines reichen und eines armen Akteurs angewandt. Hinsichtlich der Nutzenfunktionen der Akteure werden zwei unterschiedliche Szenarienanalysiert: Während im Neutralitäts-Fall der marginale Bruttonutzen des öffentlichen Gutes für beide Akteure stets positiv ist, führt eine zu hohe Produktion des Öffentlichen Gutes im Repercussion-Fall zu unerwünschten Rückwirkungen. Das heißt, der marginale Bruttonutzen wird für einen Akteur negativ, sobald dessen Sättigungsmenge überschritten wird. Es wird angenommen, dass der Konsument die bereitgestellte Menge des Öffentlichen Gutes durch Transferzahlungen an den Produzenten beeinflusst, wobei positive und negative Kooperation, d.h., Transferzahlungen zur Steigerung bzw. Senkung der Produktionsmenge, zugelassen werden. Es wird gezeigt, dass es für eine gegebene Rollenverteilung der Akteure sowohl im Repercussion- als auch im Neutralitätsfall stets zur Bereitstellung des sozial optimalen Produktionsniveaus kommt und insofern kein Kollektivgutproblem besteht, sofern Neid und Missgunst (welche sich als fatale Allokationsratgeber herausstellen) außer Acht gelassen werden. Allerdings besteht zwischen den Akteuren stets ein Interessenskonflikt hinsichtlich der Rollenverteilung, wobei im Repercussion-Fall beide Akteure die Produzentenrolle präferieren, wenn die Produktionsgrenzkosten hinreichend niedrig sind et vice versa. Im Neutralitätsfall bevorzugen hingegen beide Akteure unabhängig vom Niveau der Produktionsgrenzkosten stets die Rolle des Konsumenten. Da im Buchanan-Modell lediglich der Konsument von den Verhandlungsgewinnen profitiert, stellt sich die Frage, wie ein gerechtes burden-sharing aussehen könnte. Hierzu werden zwei alternative Finanzierungsregeln vorgeschlagen: In der ersten Variante entspricht der Kostenanteil, den ein Land zu tragen hat, dessen Anteil an den insgesamt erzielten Konsumentenrenten, während in der zweiten Variante, welche auch als Lindahl-pricing bekannt ist, der Kostenanteil dem relativen Grenznutzen entspricht. Für beide Varianten wird gezeigt, dass sich mit sinkenden Produktionsgrenzkosten die Finanzierungslast in Richtung des reichen Landes verschieben sollte. Letztlich wird gezeigt, daß die Einbringung von Verteilungsforderungen eine gravierende Verschlechterung im Angebot des Öffentlichen Gutes gegenüber der verteilungsmäßig unbelasteten Allokation mit sich bringt.

Kurzfassung auf Englisch:

In this contribution, James Buchanan's model of the voluntary provision of public goods is formalized and applied to the case of a rich and poor actor which also can be interpreted as industrialized and developing countries in the debate on global environmental goods. Concerning the utility functions of these actors, two scenarios are being analyzed: Whereas in the neutrality-case the marginal gross utility of the public good is strictly positive for both actors, an excessive production of it leads to undesired consequences in the repercussion-case implying that the marginal gross utility of one actor becomes negative as soon as his/her saturation level is trespassed. It is assumed that the consumer of the good is able to influence the quantity of the good supplied by transfer payments leading to two kinds of co-operation: a positive co-operation to increase the quantity and a negative co-operation to reduce it. It can be shown for a given assignment of the roles as producer and consumer that in both cases there will always be a socially optimal level of production implying that there isn't any collective-good-problem as far as decisions are rational and not influenced by emotions like envy or malevolence. However, there is always a conflict of interests regarding the assignment of roles: in the repercussion-case both actors prefer being a producer as soon as the marginal costs become sufficiently low and vice versa, in the neutrality-case both actors strive for the consumer role independent from the level of the marginal costs. Since in the Buchanan-model only the consumer realizes the gains from co-operation, we have to ask how a burden-sharing arrangement should look like which can be considered as just. Here, two alternative financing rules are proposed: in the first alternative, the financing share of an actor or country is determined by the specific part of the total consumer rents it enjoys whereas in the second alternative, known as Lindahl-pricing, the share of the costs corresponds to the relative marginal utility. It is shown for both variants that with decreasing marginal costs of production there should be a reallocation of the burden towards the rich actor or country. Finally, the introduction of distributional constraints into the allocative decisions leads to a decisive worsening in the supply of the public good.

Hinweis zum Urheberrecht

Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datenenetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das Urheberrechtsgesetz (UrhG). Insbesondere gilt:

Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (Paragraph 53 Urheberrecht). Die Herstellung und Verbreitung von weiteren Reproduktionen ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet.

Der Benutzer ist für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und kann bei Mißbrauch haftbar gemacht werden.