Zur Wirkung marktkonformer Klimapolitik auf den Abbau fossiler Energieträger: Eine Untersuchung der gewinnoptimalen Abbauintensität von Rohstoffkartellen bei Substitutionskonkurrenz

URN urn:nbn:de:gbv:705-opus-31614
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften/Allgemein
Fakultät: Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Hauptberichter: Prof. Dr. Michael Bräuninger
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.03.2017
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Klimaänderung , Umweltpolitik , Umweltsteuer , Erschöpfbare Ressourcen , Erneuerbare Energien , Substitutionswettbewerb , Kontrolltheorie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Grünes Paradoxon , Backstop Technologien , Angebotskartell , dynamische Grenzpreisstrategie
DDC-Sachgruppe: Wirtschaft
JEL - Klassifikation: L12 , H23 , D43 , D42 , C61

Kurzfassung auf Deutsch:

Führt Klimapolitik zu dem unerwünschten Ergebnis, dass sich hierdurch der weltweite Abbau fossiler Energieträger und die Erderwärmung beschleunigen, so sprechen Ökonomen von einem Grünen Paradoxon. In der vorliegenden Arbeit wird am Beispiel von Rohstoffsteuern und der Subventionierung erneuerbarer Energien untersucht, wie sich die gewinnoptimale Abbauintensität von Rohstoffproduzenten infolge marktkonformer klimapolitischer Eingriffe ändert. Den Ausgangspunkt bildet eine imperfekte Wettbewerbssituation, in der sich die Besitzer fossiler Brennstoffe zu einem Rohstoffkartell zusammenschließen. Darüber hinaus wird die Präsenz von Substitutionskonkurrenten beachtet, die umweltfreundliche Backstop-Technologien herstellen. Im Rahmen zweier Modelle wird zwischen unendlicher sowie endlicher Anpassungsgeschwindigkeit der Substitutionskonkurrenz unterschieden. Bei der Betrachtung unendlicher Anpassungsgeschwindigkeit wird unterstellt, dass sich im Zeitverlauf die Preiselastizität der Rohstoffnachfrage aufgrund exogenen technischen Fortschritts sowie steigenden Rohstoffbedarfs erhöht. Hierbei lässt sich zeigen, dass die Wirkung der untersuchten klimapolitischen Instrumente vom gewinnoptimalen Endzustand der Rohstoffreserven abhängt. So führt eine Mengen- oder Wertbesteuerung fossiler Brennstoffe zu einem Grünen Paradoxon, falls sämtliche Vorkommen durch das Rohstoffkartell abgebaut werden und zugleich der Steuersatz auf dem Zeitstrahl mit einer Rate oberhalb des Kapitalmarktzinses ansteigt. Im Fall eines Restbestands hingegen wirkt jede Steigerung des Steuersatzes – unabhängig von der Höhe des Kapitalmarktzinses – umweltschonend. Für die Subventionierung von Backstop-Technologien zeigt sich, dass eine klimaschädliche Wirkung nur dann ausgeschlossen werden kann, sofern auch ohne diese Maßnahme die Rohstoffreserven nicht vollständig abgebaut werden. Bei der Annahme einer endlichen Anpassungsgeschwindigkeit der Substitutionskonkurrenz kann nachgewiesen werden, dass die Wirkung von Rohstoffsteuern von der Steuerart abhängt. So lässt sich für eine konstante Mengenbesteuerung fossiler Brennstoffe eine klimafreundliche Wirkung nachweisen. Für eine konstante Wertsteuer hingegen kann gezeigt werden, dass sich hierdurch der Rohstoffabbau beschleunigt und somit eine klimaschädliche Wirkung eintritt. Gleiches gilt für die Subventionierung von Backstop-Technologien.

Hinweis zum Urheberrecht

Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datenenetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das Urheberrechtsgesetz (UrhG). Insbesondere gilt:

Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (Paragraph 53 Urheberrecht). Die Herstellung und Verbreitung von weiteren Reproduktionen ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet.

Der Benutzer ist für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und kann bei Mißbrauch haftbar gemacht werden.