Perioperativer Vitamin-D-Status im Kontext des Omega-Loop-Magenbypasses als chirurgische Therapie der Adipositas

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Adipositas , Ökotrophologie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Vitamin D , Kontext , Bypass , Adipositas
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund: Die Mehrheit der bariatrischen Patienten leidet präoperativ an einem Vitamin- D-Mangel. Dieser wird durch eine 25(OH)D3-Konzentration im Serum von unter 30 nmol/l definiert. Der Vitamin-D-Mangel zählt zu den häufigsten Mikronährstoffmängeln nach einem bariatrischen Verfahren. Zu den Auswirkungen des Omega-Loop-Magenbypasses (MGB) liegen derzeit nur wenig Daten vor. Ziel dieser Bachelorarbeit war es, den perioperativen Vitamin-D-Status von Patienten zu untersuchen, die einen MGB erhalten haben. Weiterhin sollte überprüft werden, ob ein Einfluss der Variablen Alter, Body-Mass-Index (BMI), Geschlecht, Jahreszeit und biliopankreatische Schenkellänge auf den Vitamin-D-Status der Patienten vorliegt. Methoden: In der vorliegenden Studie wurden die Daten von 61 bariatrischen Patienten retrospektiv ausgewertet, die zwischen Februar 2017 und Juli 2018 im Westküstenklinikum Heide einen MGB erhalten haben. Hierbei wurden die präoperativen Werte sowie Verlaufswerte nach 3, 6 und 12 Monaten berücksichtigt. Ergebnisse: Das mittlere Alter der Patienten betrug 43 Jahre; 71 % der Patienten waren weiblich. Präoperativ wiesen 60 % der Patienten (n = 61) einen Vitamin-D-Mangel auf (M = 26.90, SD = 13.99). Es zeigte sich ein signifikanter Einfluss der Zeitvariable auf den 25(OH)D3-Wert (p < .001). Der postoperative 25(OH)D3-Wert stieg, im Vergleich zur Ausgangssituation, nach 12 Monaten um 39 nmol/l (95%-CI[51.50, 26.87]) an. Die Prävalenz eines Vitamin-D-Mangels hat sich nach 12 Monaten von 60 % auf 3% verringert. Zugleich bestand nach 12 Monaten bei nur etwa 42 % der Patienten eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D (> 75 nmol/l). Weiterhin wurde ein signifikanter Unterschied zwischen den präoperativen 25(OH)D3-Werten im Sommer (Mdn = 29.7) und Winter (Mdn = 20.0) festgestellt (p = .005). Im Gegensatz dazu gab es keinen signifikanten Einfluss der Variablen Alter, BMI, Geschlecht und biliopankreatische Schenkellänge. Resümee: Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Relevanz engmaschiger Kontrollen des perioperativen Vitamin-D-Status sowie individuell angepasster Therapien von Vitamin-D-Mängeln im Kontext des MGB. Weiterführende Untersuchungen zur Supplementierung, ggf. mit höheren Initialdosen, sowie eine Betrachtung des Langzeitverlaufs sollten Gegenstand zukünftiger Forschung sein.

Kurzfassung auf Englisch:

Background: The majority of bariatric patients suffer preoperatively from vitamin D deficiency. This deficiency is defined by a 25(OH)D3 concentration in serum of less than 30 nmol/l. Vitamin D deficiency is one of the most common micronutrient deficiencies after bariatric surgery. There is currently only little data available on the effects of the omegaloop gastric bypass (MGB). The aim of this bachelor thesis was to investigate the perioperative vitamin D status of patients who received an MGB. Furthermore, the influence of the variables age, body mass index (BMI), sex, season, and biliopancreatic limb length on the vitamin D status of patients was examined. Methods: In this study, the data of 61 bariatric patients who received an MGB between February 2017 and July 2018 at the Westküstenklinikum Heide was retrospectively evaluated. Preoperative and follow-up values after 3, 6 and 12 months were taken into account. Results: The mean age of the patients was 43 years; 71% of the patients were female. Preoperatively, 60% of the patients (n = 61) presented with vitamin D deficiency (M = 26.90, SD = 13.99). There was a significant influence of the time variable on the 25(OH)D3 value (p < .001). The postoperative 25(OH)D3 value increased by 39 nmol/l (95%-CI[51.50, 26.87]) after 12 months compared to baseline. The prevalence of vitamin D deficiency decreased from 60% to 3% after 12 months. However, after 12 months, only about 42% of the patients had sufficient vitamin D levels (> 75 nmol/l). Furthermore, a significant difference (p = .005) was found between the preoperative 25(OH)D3 values in summer (Mdn = 29.7) and winter (Mdn = 20.0). In contrast, there was no significant influence of the variables age, BMI, sex, and biliopancreatic limb length. Conclusions: The results of this study underline the relevance of close monitoring of perioperative vitamin D status as well as individually adapted therapies for vitamin D deficiency in the context of MGB. Further investigations on supplementation, possibly with higher initial doses, as well as an examination of the long-term progression should be the subject of future research.

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